großstadt

das sind die vorteile der großstadt: ich kann hier nachschub für meine erlesenen werkzeuge und kleidungsstücke finden:




und in erinnerungen an meine modezeit schwelgen …



(das sind die schaufenster von chanel auf der kö)


27.04.2017 - 12:48

düdü



absurdes szenario: düren & düsseldorf sind totale antipoden, ohne dabei den dürenerinnen zu nahe treten zu wollen. das hier ist konsumwüste. wir stehen vor DER konsumkathedrale in der landeshauptstadt und alle analogen leitungen sind tot & gleichgültig.  so weit haben wir es getrieben:




unser quantitatives ergebnis war erbärmlich und viel schlechter als in düren, aber ich glaube, das sollte ich lieber nicht vergleichen, denn ich hatte – einfach, weil es hier viel mehr menschen gibt – einige vollkontaktperlen, die wirklich lebendig waren, auch wenn sie – um mal eine fußball-metapher zu verwenden – nicht ins tor getroffen haben.




die band ist eine traumbesatzung mit einem herzlich aufgenommenen neuling: moritz, der in wiesbaden zugestiegen ist. was freya bei wo lang über haushalten geschrieben hat, hat auch angenehm auf mich abgefärbt, denn ich habe mich gern durch den lebhaften & reichhaltigen austausch mit ihm vom schreiben abhalten lassen. 




die band hat einen ruhigen & kraftvollen groove, ich bin im vollbesitz meiner kräfte und völlig gelassen, weil wir im vollen vertrauen improvisieren und das beste herausholen können.  alle sind intrinsisch motiviert und wir sind in einem lebendigen, kurzweiligen und oft lustigen austausch und lernen viel voneinander.




um noch einmal auf die konsumkathedrale zurückzukommen: ich bekomme melancholische anwandlungen, wenn ich daran denke, wie viele dieser unglaublich leistungsfähigen smartphones unterwegs sind (also schon dinglich in der welt sind) und was wir bisher damit zustande gebracht haben und wie sie vorwiegend genutzt werden. was für eine sinnlose vernichtung von lebendigkeit und direkter sinnlicher erfahrung.

gleichzeitig haben meine digitalen kommunikationsgeräte eine qualität, die ich bei weitem nicht ausschöpfen kann, wenn ich sie verwende, wie sie angepriesen werden – das führt in die totale verblödung. bei allem, was mich im umgang mit ihnen weiter bringt, ist eine art zweckentfremdung im spiel, ich schleiche mich als unverwechselbares subjekt ein in die welt der nullen & einsen.



26.04.2017 - 23:40

wahlhelfer

eine zerbrechliche alte dame kam zweimal zum omnibus … beim zweiten mal hat sie freya erklärt, daß sie ihre schreibhand gebrochen hatte und deshalb nicht die briefwahlunterlagen ausfüllen könne. freya hat ihr dann alles ausgefüllt und ich habe den zettel für sie ins bürgeramt gebracht …

25.04.2017 - 12:34

da haben sich zwei gefunden

johannes & ich haben ein gemeinsames sternzeichen und sind im gleichen dorf aufgewachsen – deshalb wußte ich schon am abend, bevor sie sich kennengelernt haben, daß er & der graf ein tolles gespann ergeben würden. 

und so war dann auch ihr podiumsgespräch ein sehr gelungenes rheinisches duett mit einer schön ausgewogenen gliederung. beide hatten soviel freude aneinander, daß sie gleich beschlossen haben, weiter miteinander zu arbeiten. ich kann mir auch gut vorstellen, daß die gräfin & der graf bald mal bei den ringgesprächen auftauchen werden und werde johannes bitten, die beiden noch einmal ausdrücklich persönlich dazu einzuladen.

die biogartenmesse war für mich sehr inter-essant, weil ich zum beispiel erfahren habe, daß es jetzt auch eine  „regionalwert ag rheinland“ gibt. von der ersten „regionalwert ag“, die in der gegend vom kaiserstuhl entstanden ist, habe ich von jonathan erfahren, der sie in seiner masterarbeit untersucht und mir ein buch darüber empfohlen hat. jetzt denke ich darüber nach, für 600 euro eine aktie der „regionalwert ag rheinland“ zu erwerben, denn ich finde diesen ansatz sehr gut und die landwirtschaft ist eine meiner schlüsselfragen.

und dann gab es noch einen rheinländer: valentin thurn, dokumentarfilmer, journalist & autor aus köln, dessen filme „taste the waste“ und „10 milliarden – wie werden wir alle satt“ ich mit großer anteilnahme im kino gesehen hatte. im vorlauf zu seinem vortrag hatte ich mich bei ihm als der „omnibus-fahrer“ vorgestellt und wieder mal ist dieses mißverständnis entstanden: als wir am späten nachmittag noch einmal in ruhe miteinander geredet haben, hat er erzählt, daß er statt „fahrer“ „pfarrer“ verstanden hat (ich hatte schwarze sachen an und nackte füße). er war leicht verwirrt bei dem versuch, den pfarrer mit meiner erscheinung in einklang zu bringen. wir hatten ein sehr lustiges gespräch. er hat in der stadt köln in einer konzertierten aktion den „ernährungsrat“ ins leben gerufen – noch so ein projekt mit großem potential.

last not least habe ich mir dann auch noch hirschsalami & wildschweinschinken besorgen können.

die biogartenmesse war also eine richtig schöne runde sache.



25.04.2017 - 12:22

rheinisch-westfälischer adel

als anarchist empört mich spontan allein die vorstellung von „adel“. in schloß türnich bin aufs schönste weise eines besseren belehrt worden: ich habe wundervolle menschen kennengelernt, wirkliche aristokraten – feinsinnig & handfest & vornehm: die gräfin ist das westfälische element und der graf ist ein waschechter rheinländer, mit dem ich sofort ein herz und eine seele war. ihn habe ich unter ganz abenteuerlichen umständen getroffen, nämlich als wir im dunkeln mit endlosen winzigen rangiermanövern versucht haben, auf den schloßhof zu fahren, ohne daß irgendwer wußte, ob wir überhaupt über eine alte steinerne brücke und durch ein enges und vielleicht zu niedriges tor passen würden.

inmitten einer aufgebauten & abgedeckt-schlafenden biogartenmesse – wir hätten zum beispiel mit unseren manövern wertvolle keramik zerdeppern können. 

es stellte sich dann heraus, daß die brücke beschädigt war und wir alle manöver rückwärts im dunkeln noch einmal machen mußten, um auf einen improvisierten neuen platz zu fahren. als der graf mir bei meinen barfüßigen lenkmanövern zugeschaut hat, hat er beruhigt gelacht & gestaunt und mir damit sehr geholfen, gleichmütig zu bleiben. als alles gelungen war, hat mir der rheinische klang seiner stimme den rest gegeben und wir haben uns prächtig verstanden.

bevor wir ins bett gegangen sind, hat sich noch der junge graf, der sich ganz unprätentiös als „severin“ vorgestellt hat, für einen tee zu uns gesellt, obwohl er bis über beide ohren mit einem abwasserproblem im keller des schlosses beschäftigt war und überhaupt der hauptverantwortliche für das ganze geschehen dort. er hat uns von dem ungeheuren millionenprojekt erzählt, das er begonnen hat, ohne genau zu wissen, wo die millionen herkommen können. ich habe ihn gleich bewundert. und er hatte das gleiche rheinische temperament wie sein vater, bei dem mein herz weit aufgeht. 

leider gibt es von ihm kein volkfoto: ich habe es nicht übers herz gebracht, ihn damit zu behelligen.



die gräfin habe ich erst am sonntag kennengelernt – und mit ihr habe ich mich nicht weniger gut verstanden – eine wunderschöne donna, vor der ich mich jederzeit verneigen würde.

morgen mehr, denn das war noch lange nicht alles.



25.04.2017 - 01:03

wie ein säugetier im wasser



zurück im heimischen element fühle ich mich nach diesem ersten „normalen“ arbeitstag – und mein aufenthalt an der luft hat mich mächtig in schwung gebracht – jetzt fahre ich freudig alle tentakel & antennen aus. mitten im leben. 




und sitze zum ersten mal in der vertrauten weise mit einer kanne tee & kerzenlicht hinten auf der rückbank und schreibe – nach meinem abendspaziergang durch die häßliche bundesrepublikanische wirklichkeit, der ich soviel schönheit & frieden angedeihen lassen will, wie ich kann. mit nackten füßen & in bester laune.

in der zwischenzeit ist so viel an- & aufregendes passiert, daß ich hier noch viel aufzuholen habe.

aber: ich beherzige mein motto „immer schön lokker bleiben und mache mir keinen streß.

deshalb häppchenweise:


 

ich hatte völlig unverhofft ganz lieben & prominenten besuch: 




johanna, meine jüngste praktikantin. angetreten ist sie im stolzen alter von acht wochen … und bevor sie laufen konnte, war sie schon mal eine woche dabei. neben ihr steht ihr „kleiner“ bruder theo, ein ganz gewitztes kerlchen, hellwach & lustig.

wie alle kinder sind das meine enkelinnen. ohne die kinder würde ich nicht leben wollen und auch keinen sinn in meiner arbeit finden.



24.04.2017 - 23:27

schockgefrostet

die erste nacht war schockierend kalt – nahe am gefrierpunkt – und wohlgemerkt: die japanischen kirschen sind schon verblüht. damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. am morgen habe ich bei ulrike & michael im haus gefrühstückt und mir erst mal meinen kaschmir-rollkragenpullover rausgeholt. das wetter war schön und es wurde im laufe des tages so warm, daß ich hier barfuß rumgelaufen bin.




das chaos hat sich dann allmählich gelichtet … und in großen schritten, als am frühen nachmittag kolja dazugekommen ist, der für diese art von arbeit wirklich eine idealbesetzung ist. freya besorgt die einkäufe und wird morgen zusammen mit mathias von brigitte hierher gebracht … dann kann es losgehen. 

die goldene schiene ist noch verhüllt in zerschnittenen müllsäcken & klarsichtfolie, weil es beim putzen immer wieder geregnet hat, was für den putzer (in dem fall mathias) ziemlich demoralisierend ist. beim letzten stück hat kolja ihm noch geholfen.




unter anderem weil sie gabriele so gut gefallen, habe ich die „95 thesen zur befreiung der arbeit“ jetzt auch an die tür des omnibus „genagelt“. jetzt können schüchterne menschen & passantinnen sie ganz in ruhe studieren …

mir ist noch aufgefallen, daß mindestens zwei regenbogenschirme fehlen.

für mich geht es jetzt darum, in den umgestülpten groove zu gelangen …



20.04.2017 - 22:40