piazza dante

diese bilder haben enoch & ich gemeinsam gemacht – ich mußte fahren. unser platz in trento war traumhaft. natürlich durften wir nicht vor diesem heiligen denkmal stehen, das wie eine sonne im mittelpunkt eines großzügigen parks stand – flankiert vom hauptbahnhof, dem fluß adige und der autobahn zur einen seite & der regionalen regierung zur anderen, am rand der historischen altstadt.

wir wurden herzlich willkommen geheißen von einem quirligen & freundlichen empfangskomittee, das uns die ganze zeit zahlreich & liebevoll unterstützt hat. ich lerne lauter italienerinnen kennen, mit denen ich englisch oder deutsch spreche. zum beispiel cinzia boniatti, die bei der anstehenden wahl für das regionalparlament für die fünf sterne bewegung antritt – die würde ich sofort wählen …

sie wollte unbedingt ein foto mit uns beiden haben. seit dem brenner habe ich immer wieder wunderbare kommunale & regionale politikerinnen (männer & frauen) kennengelernt, mit denen ich viel anfangen könnte. ein höhepunkt war der besuch des neu ernannten italienischen ministers für direkte demokratie, der den omnibus ganz lässig mit seiner frau und seiner drei wochen alten tochter besucht hat. michael hatte jedenfalls mit joshua’s kamera alle hände voll zu tun. es war die ganze zeit viel los am omnibus und der oszillierende sprachenmix hat für eine überaus anregende atmosfäre gesorgt. wenn ich ins stocken gerate, rufe ich enoch zu hilfe.

jetzt ist schon wieder zwei uhr früh und ich muß schlafen, obwohl …

ich so beschäftigt bin. dante läßt schön grüßen:

20.09.2018 - 02:07

per una notte

sonntag mittag mußten wir den schönen platz in bozen verlassen und sind nach einer bildschönen fahrt und wenigem suchen auf dem weiträumigen parkplatz eines hotels gelandet. in der nähe von levico, einem an einen flachen hang geschmiegten städtchen zwischen hohen bergen, das enoch & ich ausgiebig erkundet haben …

alle waren zufrieden und ich konnte hier schön der kronologie hinterherhinken – mit dem beruhigenden gefühl, daß die audiovisuellen medien auch von den anderen gefüttert wurden. jetzt habe ich fast aufgeholt.

halb zwei & gaaanz woanders:

19.09.2018 - 01:31

noemi

unverhofft hat uns an zwei tagen in bozen noemi besucht, die eine kommilitonin der wo lang studentinnen ist – und leider nicht meine dolmetschin sein konnte, weil sie anderweitig in ihrer ladinischen heimat beschäftigt war. sie war sofort ein volles bandmitglied mit einer unerwexelbaren stimme, sanft & klar. ihr wesen hat mich bezaubert & inspiriert, über dieses kleine volk nachzudenken, das hier vorwiegend in drei märchenhaften tälern siedelt und mit bemerkenswerter geschmeidigkeit vermeidet, im krieg der sprachen zwischen deutsch & italienisch zerrieben zu werden. jedes mal, wenn ich hier war, habe ich mindestens eine ladinin oder einen ladiner besser kennengelernt – und jedes mal waren sie mir grundsympathisch. in den bergen gibt es keinen anlaß für geschwätz & wichtigtuerei. sie strahlten eine friedfertige sinnlichkeit aus und gaben sich der jeweiligen gegenwart bedingungslos hin. noemi ist das beste beispiel und in zukunft meine lieblingsdolmetschin, was die italienische sprache angeht.

da fehlen jetzt nur noch michael & joshua, die mit der audiovisuellen reportage sehr viel zu tun haben. ich kann nicht fahren & reden und gleichzeitig bilder machen. und die beiden haben jetzt schon terabytes eingesammelt.

joshua ist am samstag mit unserem pilotfisch nach münchen gefahren, hat ihn eingetauscht gegen seinen eigenen wagen, den er bei nikolaus in pullach abgestellt hatte, und ist nach weimar weitergefahren zu seiner neuen familie. er steckt gerade mitten in der komplizierten endphase eines films und mußte sehr viel telefonieren. auf die frage: „wo ist joshua?“ sagten alle im chor: „telefonieren“. was nicht heißen soll, daß er nicht voll bei der sache war. ich kenne ihn schon seit fast fünfzehn jahren und unsere verbindung ist nie abgerissen. ich verfolge seine entwicklung aufmerksam & wohlwollend. die band ist in einem schönen einklang und hat in ihren interaktionen das volumen eines kammerorchesters.

hier in stiller versunkenheit nach einem prallvollen tag. besonders freut mich, daß michael endlich mal mitspielt in der band. ich bin ein großer bewunderer seiner praktischen fertigkeiten. gleich am ersten tag konnte ich miterleben, wie er improvisierend eine verblüffend zweckmäßige & zen-artig schlichte lösung für die befestigung unseres stirnbands gefunden hat, die bisher immer eine ziemlich umständliche angelegenheit gewesen war.

nämlich: kabelbinder

der auslöser dieser erfindung war ich, weil ich eine falsche information ans büro gegeben hatte. es half alles nichts, es mußte eine neue lösung her. sein gesichtsausdruck, als er das realisierte, wird mir in schönster erinnerung bleiben.

18.09.2018 - 01:15

diese stadt

hat mein herz im sturm erobert – ich konnte mich nicht sattsehen an den einblicken & aussichten – eine perle, versteckt in den falten des gebirges.

ich könnte dort in schönstem frieden leben – so italienisch wie möglich.

das ideale spielfeld für eine regelmäßige grenzüberschreitende zusammenarbeit im hinblick auf regionen & subsidiarität & föderalismus. auch der omnibus ist mehr als einverstanden.

ein paradies für ausländische studentinnen (da zähle ich mich jetzt einfach dazu).

das muß für heute reichen …

17.09.2018 - 00:25

kuppelung

am zweiten tag in bozen wurde gleich vor dem omnibus zum zweiten mal die „european public sphere“ aufgebaut – das war wie eine bolo-hochzeit – wir haben uns zu etwas größerem verbunden …

es kam zu lebendig oszillierenden mixturen von menschen, initiativen, institutionen, sprachen und „nationalitäten“ …

ich habe emsig an meinem commonalen netz gesponnen und lauter neue andockstellen gefunden. der platz war wie gemacht für dieses zusammentreffen.

danke!

16.09.2018 - 22:51

bolzano

wir hatten den ultimativen ort für unsere arbeit, direkt vor einer für die hiesigen verhältnisse riesigen modernen universität und sind mit allem versorgt. viel los hier und wir hatten die ganze zeit viel zu tun mit spontanen & geplanten veranstaltungen. enoch hatte einen wunderbaren soloauftritt vor von einem dozenten, mit dem wir uns angefreundet hatten, zusammelgetrommelten ersties. in flüssigem englisch hat er über unsere arbeit gesprochen, mit einer ständigen bereitschaft, in ein befreites lachen einzustimmen. deshalb habe ich mir ihn als meister der kommunikation für diese tour gewünscht.

jetzt liegt schon der dritte tag in bozen hinter uns und ich weiß nicht, wo ich beginnen soll. verzeihung also, wenn ich episodenartig in der kronologie hin & her springe.

wir wurden aufmerksam & liebevoll von unseren südtiroler freunden willkommen geheißen. ich war ja 2003 und 2007 mit dem omnibus in südtirol und hatte dieses besondere land und die protagonisten der direkten demokratie in bester erinnerung: stephan lausch & thomas benedikter. silvia hat meine aufmerksamkeit erregt, als sie den begriff „geduld“ in den ring geworfen hat. als ich mich dafür später bedankt habe, haben wir uns gleich angefreundet.

mal sehen, wann & wo meine aufholjagd weiter geht …

16.09.2018 - 01:45

runter nach italien

von brennero aus sind wir über die alte paßstraße durch märchenhafte welten runter gefahren nach italien. michael & joshua haben uns umkreist & abgepaßt. leider mußte ich fahren und konnte keine bilder machen. oben auf dem brenner hatten wir den wasserfall der eisack gesehen, der in einen gemauerten kanal neben der straße geleitet wurde. in bozen hatte sich dieser kanal neben uns in einen reißenden fluß verwandelt, dem ich diese morfos widme, weil meine sinne überflutet waren bei dieser schönen fahrt.

und noch eins in farbe:

15.09.2018 - 23:52

il comune siamo noi

hoch oben in der universität haben wir zusammen mit unseren südtiroler freundinnen & spontanen bekanntschaften eine sehr lebendige & fruchtbare veranstaltung unter diesem motto erleben können …

nach drei kurzen & aufschlußreichen vorträgen hat sich ein lebendiges ringgespräch entwickelt, in dessen mittelpunkt die sehr persönlichen schilderungen von zwei gemeinderatspräsidentinnen standen. sie kamen aus kontrapunktischen städten: die eine aus dem italienisch geprägten meran, das mit 40.000 einwohnerinnen hierzulande eine großstadt ist. und die andere kam aus brixen, 20.000 einwohnerinnen, oben im deutschsprachigen schlaraffenland.

auf komplementär sich ergänzende weise bildeten sie die volle bandbreite des weiblichen potenzials in diesem die sinne überflutenden, seltsam schizophrenen land ab. in schönstem deutsch hat uns die italienerin in das gespräch mit einbezogen. beide waren auf ganz unterschiedliche weise voll bei der sache. fast hätte ich geschrieben: „mit solchen frauen könnten wir berge versetzen“

mit diesem sinnspruch möchte ich alle um geduld bitten – ich bin mitten im prallen leben und erst mal auf empfang gepolt …

15.09.2018 - 01:48

test

opi da lang hat das ganz allein repariert. diesen beiträg hätte ich vorgestern schreiben müssen – denn längst bin ich in einer ganz anderen welt …

13.09.2018 - 01:04

freya & enoch

freya – nach einem jahr als meine dirigentin im hintergrund & enoch – nach einem jahr in japan. mit beiden fühle ich mich unabhängig von zeit & raum innig verbunden. sie jetzt leibhaftig – in fleisch & blut – zu erleben, ist für mich eine wonne, die ich bedingungslos auskosten möchte.

freya lernt italienisch auf dem fahrersitz.

und erzählt enoch von der wo lang tour. unsere kulisse ist traumhaft schön …

und ich kann mich in alle möglichen details fallen lassen:

wir stehen direkt an einer infrastrukturellen schlagader.

was für ein leben – hier zum abschluß noch mal die beiden:

(ich kann das bild nicht hochladen, weil ich wahrscheinlich an einen falschen knopf gekommen bin, also breche ich hier mal ab)

13.09.2018 - 00:47