puh, nine eleven

das ist auch bei uns in deutschland ein denkwürdiger tag. zum beispiel wurde an dem tag der omnibus ausgeraubt, vor der riesigen halbkreisförmig vorgewölbten freitreppe von sankt michael in schwäbisch-hall. auf der 500 jahre alten treppe werden jedes jahr festspiele veranstaltet. ein echter geomantischer nervenknoten. während wir im kino waren, wurde von drei jungs an der grenze zur strafmündigkeit (was für ein wort) im omnibus wahllos alles geklaut, was sich wegschleppen ließ. süßigkeiten, eine kiste mit teilen meiner musiksammlung, alles geld, was im schrank in unserer omnibus-kasse war, die sinnlosesten paraphernalia. grabsch, grabsch.

ein brachialer überfall, der mich zwar im kern getroffen hat, aber am ende meine vertrauensseligkeit noch weiter gefüttert hat durch die anteilnahme, die ich erfahren konnte in form von geschenken, spontanen geldsammelaktionen (erzählen & den hut rumgehen lassen) … detektivischer mitarbeit, lokalkolorit usw. der materielle verlust war schnell ausgeglichen. kurz habe ich überlegt, mal mit den jungs zu reden, aber sie hätten sich ja nur schämen können vor mir und das wollte ich nicht …

  
hier in fulda residiert die verwaltung in einem veritablen schloß. von denen kam die kunde, daß wir den omnibus wegfahren müßten wegen einer kundgebung „tausend lichter“ für toleranz und empathie an diesem besonderen tag. das kam in form einer ausdrücklichen anweisung ohne diskussion. ich habe nach ausweichplätzen ausschau gehalten und mindestens zwei möglichkeiten in der nähe gefunden … aber in dem kompetenzgestrüpp war kein durchkommen. ein polizist hat sich ernsthaft für unsere arbeit inter-essiert und sich gefreut, uns kennengelernt zu haben, während er seines amtes waltete.

  
die menschen schimpften wie die rohrspatzen (das wird man ja wohl noch sagen dürfen, ohne gleich in die rechte ecke gestellt zu werden). und die, die sie immer gewählt haben, hacken am bösesten auf der armen frau merkel herum, die ich die ganze zeit spöttisch „mutti“ genannt habe, auch in anspielung auf meine rabenmutter, zu der ich niemals „mamma“ gesagt hätte.

nach meiner tour durch brandenburg vermisse ich die ostfrauen jetzt schon. wie gut, daß ich am wochenende so viele freundinnen treffe.

   
 

10.11.2015 - 00:23