digipathie

in so ein schwarzes loch haben mich meine digitalen gerätschaften gerissen – auch das noch, so kurz vor dem start. zuerst wurde mein schoßcomputer angegriffen und ich habe mich von meiner panik überrumpeln lassen und eigentlich alle meine geräte damit korrumpiert. und ich wußte ja, daß der rechner unglaublich zugemüllt war, weil ich spätestens, wenn ich mich in einer schleife verfangen habe, als opi da lang die hilfe meiner enkelinnen brauche.

kaskadenartig überrollten mich katastrofenszenarien mit ungeheurer tragweite: eine falsche handbewegung und die daten verflüchtigen sich und die fliegenden teppiche stürzen ab … die bilder sind zu einem integralen bestandteil meiner arbeit geworden. ich reagiere mit nervöser unbeholfenheit und male mir paranoid die übelsten konsequenzen aus – der gegenspieler von „immer schön lokker bleiben“ hebt sein irres haupt …

vorgestern kam jan zu meiner rettung und sagte immer wieder: „hör auf, dir sorgen zu machen – das ist nur die technik“ – wie so ein zen-mönch. jetzt ist mein fast zehn jahre altes meckbuck mit dem frischestmöglichen betriebssystem ausgerüstet, völlig entrümpelt und sauber und mir fiel ein ganzes gebirge vom herzen.

danke, lieber jan – du kannst dich jetzt papa da lang nennen – du hast mich befreit.

übrigens wird sich jetzt mit einem weichen übergang meine nummer ändern – das ließ sich nicht vermeiden. wie ich das am geschicktesten anstelle, können mir sicher meine enkelinnen erklären …

bei mir siehts aus wie kraut & rüben. übermorgen ziehe ich um. morgen habe ich noch einen termin bei saskia zum haareschneiden.

gestern nacht habe ich dann mit den neuen gerätschaften ganz selbständig enoch in tokyo angerufen und wir haben bis halb vier geredet – bei ihm war es früher nachmittag und die gerühmte kirschblüte ist gerade vorbei. er ist am weitesten weg und wir sind immer voll verbunden – das hat mir diesen winter glückliche momente beschert, auch weil ich brennend an japan inter-essiert bin und selbst höchstens noch auf dem landweg dahin reisen würde – mit der transsibirischen eisenbahn. was ziemlich unwahrscheinlich ist.

10.04.2018 - 01:23