archetypisch

sieht das nicht aus wie eine szene aus „herr der ringe“ ?

heute habe ich mich mit dem pfarrer der uralten feldsteinkirche angefreundet – er ist hier in seiner heimat seit 28 jahren dorfpfarrer und hatte nie weiter gehende ambitionen. sein vater war bauer – später in der ddr war er in der lpg der einzige studierte agronom, hat sich aber damit zufrieden gegeben, als melker zu arbeiten. da ist es kein wunder, daß sein sohn ein echter seelsorger geworden ist.

als wir uns kennenlernten, hatte er erst mal die langweiligen standardargumente der sogenannten politikwissenschaftler abgespielt – war aber total hilfsbereit & freundlich. er hat uns an den strom angeschlossen und den weg zu den toiletten gezeigt. wir durften seine waschmaschine nutzen und er hat in unserem gespräch ernsthaftes interesse gezeigt und dankbar unsere informationen mitgenommen.

heute hat er dann vorsichtig & höflich gesprächsbedarf angemeldet und wir haben im omnibus zwei stunden intensiv miteinander über gott & die welt geredet und unser wesen abgeglichen. als erforscher von ddr-biografien habe ich viel gelernt und er hat meine arbeit verstanden und mir herzlich glück & erfolg gewünscht.

die kalber können sich glücklich schätzen, so einen friedfertigen & hingebungsvollen pfarrer zu haben.

04.06.2018 - 00:36