salto mortale

nach einer kontemplativen fahrt durch schöne dörfer & landschaften sind wir in eine völlig kontrapunktische welt gepurzelt – waren am großen müritzsee, inmitten der mecklenburgischen seenplatte. direkt nach der übernahme haben sich die touristikkonzerne des westens auf diese zeitlos schöne attraktion gestürzt und ihre industrielle ausbeutung begonnen. ich war seit 15 jahren nicht mehr hier und muß mich ganz neu orientieren – ich erkenne kaum was wieder unter dem mantel der bequemlichkeiten des massentourismus.

wohlgemerkt: es ist weiterhin traumhaft schön hier und die verwaltung funktioniert wie geölt. ich frage mich nur, ob die ureinwohnerinnen auch etwas davon haben und versuche, die reichen rentnerehepaare aus dem westen samt ihren sündhaft teuren elektrischen fahrrädern & yachten wegzuabstrahieren.

außerdem ist unverhofft katharian zum omnibus gekommen, der im alter von drei jahren zusammen mit seiner mutter zum ersten mal mitgefahren ist. wir erinnern uns beide mit vergnügen daran, wie ich ihm während der fahrt das wort „exterritorial“ beigebracht habe. jedes mal, wenn er in den omnibus kommt, fühlt er sich sofort zuhause. so war es auch im letzten herbst in weimar, als wir uns nach acht jahren wiedergesehen haben. ich fühle mich mit ihm unmittelbar voll verbunden und freue mich schon auf die zusammenarbeit.

06.06.2018 - 02:09