Archiv für den Monat: Juli 2019

zu frieden

mitten zwischen die häuser des „boulevard“ durften wir uns für beide tage in luckenwalde stellen – mit der persönlichen erlaubnis der bürgermeisterin. zum pressetermin kam eine sehr sympathische redakteurin der örtlichen tageszeitung – sie hat ihren artikel gleich online gestellt und schon heute einige menschen zu uns gebracht. sie hat sich sehr gefreut, als ich sie über rudi dutschke ausgefragt habe. ein ebenso sympathischer landtagsabgeordneter hat dann die bürgermeisterin angerufen und sie nach unserem wunschplatz gefragt.

alles ganz lokker & klar. frei von komplikationen.

in so einem groove haben wir jetzt schon über zweitausend unterschriften gesammelt. cäcilia ist übergangslos voll in die arbeit eingestiegen. ich habe wieder das gefühl, wir grasen die stadt ab wie kühe, die futter suchen – und der omnibus ist unsere melkmaschine.

23.07.2019 - 00:29

neue haltestelle

auf gut ogrosen sind wir immer willkommen – wir haben im hofladen eingekauft und an beiden tagen gekocht. wir haben aufgeräumt, geputzt, wäsche gewaschen, materialien sortiert und klare verhältnisse geschaffen. ich habe meinen verbliebenen westafrikanischen strampelanzug angezogen und die reparierte lederjacke, während der europäische strampelanzug zum ersten mal in der waschmaschine kreiste.

während die mädels mit geliehenen fahrrädern zu einem schönen see gefahren sind, habe ich meine belege für das zweite quartal zusammengetragen und an den steuerberater geschickt, der mir auf nachfrage noch ein paar tage gnädigen aufschub gewährt hatte, damit ich mich voll auf meine arbeit konzentrieren konnte.

21.07.2019 - 23:49

dreamgirls

jetzt haben wir in fünf tagen fast so viele unterschriften gesammelt wie auf der ganzen bawü tour. heute ist simone gefahren & cäcilia, eine zwillingsfreundin von brigid (die beiden sind tatsächlich am gleichen tag geboren), spontan zu uns gestoßen. sie sind auf jeden fall gleich groß!?

nicht nur die arbeit, sondern auch das kümmern um unseren haushalt und die erholung und die gespräche und offenbarungen machen mir viel freude.

inzwischen sind wir in luckenwalde, dem ort, an dem rudi dutschke zur schule gegangen ist – wahrscheinlich habe ich freya aus dem grund überredet, hier eine station einzuplanen.

wir stehen ziemlich abseits vom geschehen und müssen morgen abend den platz wechseln, weil hier markt ist. wie es aussieht, ist der andere platz auch abseits, während wir auf dem weg zum essen mehrere sehr geeignete plätze für den omnibus in dem aufwändig restaurierten zentrum gesehen haben.

immer schön lokker bleiben: auch lübben wirkte auf den ersten blick nicht sehr belebt und wir haben es voll abgegrast.

21.07.2019 - 23:28

gut ogrosen

nach einer fulminanten einstiegswoche mit den unglaublichen mädels haben wir einen würdigen wochenendplatz gefunden: gut ogrosen, einen großen demeter-hof, der während der ddr keine lpg, sondern im staatsbesitz war – das tor erzählt davon.

wir sind mit allem versorgt und ich kann wunderfitzig meiner fantasie freien lauf lassen:

hier ist weite & ruhe … und wir können uns um das allgemeine wohlergehen kümmern.

21.07.2019 - 01:29

umstellung

wo wir in der ersten nacht gestanden haben, war nicht der für uns vorgesehene platz – morgen ist markt und wir mußten uns umstellen in die ecke vor das rathaus:

die mädels haben erfolgreich die stadt abgegrast, bis sie von der konsumhölle vertrieben wurden – da konnte ich es verschmerzen, daß ich fast die ganze zeit erfolgreich in der sonne stand. wir haben fast vierhundert unterschriften gesammelt und sind morgen ganz offiziell für den markt zugelassen …

abends waren wir im kino und haben uns den könig der löwen angeschaut – state of the art of computer generated images. zu schön, um wahr zu sein.

19.07.2019 - 00:34

bravissimo

ich bin ganz begeistert von meinen mädels – in cottbus haben wir über tausend unterschriften gesammelt, obwohl sie heute vormittag vom markt verjagt wurden. besser gehts nicht.

inzwischen sind wir in lübben, im herzen des spreewalds. wir sind gespannt auf morgen, denn hier sind viel weniger menschen als in der großstadt.

18.07.2019 - 00:20

561

wir sind voll durchgestartet – 561 unterschriften in anderthalb tagen und mit drei frischlingen – das ist einsame spitze, ganz im sinne unseres stirnbands:

wir haben den omnibus zusammen installiert und die mädels sind gleich losgezogen

gleich nach dem frühstück war ein werkstattwagen von emm a enn vorgefahren – der monteur hat festgestellt, daß der zahnkranz nicht beschädigt ist und einen neuen anlasser eingebaut – als garantieleistung.

dabei habe ich (nicht der monteur) einen neues unheil verkündenden kraftstoff-fleck auf dem auspuffkrümmer entdeckt und von dem monteur dazu nur schwammige auskünfte und keine praktische hilfe erhalten. also habe ich das bild als fliegenden teppich in die heimatwerkstatt geschickt zwex digitaler diagnose & beratung bei meinem meister, mit dem ich am telefon palavert habe.

ist madonna vielleicht in den wexeljahren? ich bete, daß sie die nächsten vier wochen durchhält bis zum tüff und versuche, mir keine sorgen zu machen und das notwendige zu unternehmen, wenn es sich zeigt.

zur beruhigung mache ich solche morfos und stelle sie mir als a null ausdrucke vor.

17.07.2019 - 00:44

kapriolen

das leben hat mit mir gespielt mit synkopischen zwischenfällen & extremen szenenwexeln und ich stimme mich wunderfitzig ein und bleibe schön lokker.

von freiburg im breisgau sind wir fast achthundert kilometer richtung osten gefahren – ins land der sorben, nach cottbus, wo wir schon einige male eine brandenburg tour begonnen haben.

zwei nächte haben wir an der autobahn verbracht – und beim letzten tankstop funktionierte der frisch eingebaute anlasser nicht mehr. erst als lisa mit dem hammer auf die stelle geschlagen hat, auf die auch der monteur des notdienstes geschlagen hatte, ist der motor angesprungen. wie bitte ???

in cottbus hat mich dann lisa verlassen, die seiltänzerin aus dem osten. sie hat der band eine einmalige klangfarbe geschenkt, die in allen besetzungen eine bereicherung ist. deshalb ist sie mir immer herzlich willkommen.

ich, allein im geliebten osten, wo ich in den nächsten wochen anknüpfend an das bayrische beispiel gute laune sammeln betreiben kann – mit einer neuen band – vier mädels, von denen ich zwei noch nie gesehen habe.

diese wilden morfos sind im nachsinnen über dieses szenario entstanden …

inzwischen haben wir einen fulminanten start hingelegt und ich bin ganz erleichtert & beruhigt – was das technische problem angeht, weil ich bei michael um hilfe gerufen habe und er voll analog mit peter, dem chef unserer heimatwerkstatt, eine lösung ausgehandelt hat, für die ich meine arbeit nicht unterbrechen muß.

vor allem aber über meine mädels – simone ist schon eine alte häsin und hat ganz souverän sofort die praktische ausbildung der frischlinge übernommen. presse & rundfunk waren da, wir sind mit strom versorgt und haben uns mit den arbeitsmaterialien vertraut gemacht. dieses mal gibt es auch aufkleber & ein büschel kugelschreiber mit dem logo der initiative.

am frühen nachmittag sind die mädels dann losgezogen und haben in der kurzen zeit eine ganz beachtliche menge unterschriften gesammelt … besser gehts nicht.

sie haben sich einhellig geweigert, für das foto ihre sandwiches anzuziehen. ich hatte dafür vollstes verständnis.

15.07.2019 - 23:58

platz der alten synagoge

so sind wir eingelaufen: drumherum liefen dreharbeiten für eine netflix serie und wir standen für die nacht hinter den lastwagen der produktion. das bild habe ich aus dem inneren des „todessterns“ aufgenommen, so nennen die studentinnen die schwarz spiegelnde, klotzig moderne universitäts-bibliothek.

dieser platz erwies sich als ideal für unsere arbeit – er wurde erst vor zwei jahren so eingerichtet und hat sich zu einem pulsierenden städtischen netzknoten entwickelt – mit müßiggängerinnen bis in die späte nacht hinein. inmitten von todesstern, theater und universitätsgebäuden, durchkreuzt von neu eingerichteten straßenbahnen & tausend fahrrädern. keine autos. frappierend, wie belebend das wirkt …

… selbst auf so einem riesigen, relativ kahlen platz, ohne viel schatten.

jonathan hat uns fürsorglich begleitet und alle hilfe angeboten. anne ist für ein paar tage zu uns gestoßen und war gleich wieder im omnibus zuhause. am ersten abend haben wir mit johannes & jakob zusammen in einem von menschen & geräuschen wimmelnden traditionsreichen restaurant gegessen und sind anschließend durch die stadt geschlendert, in der ich in meiner bisherigen laufbahn ziemlich ambivalente erfahrungen gesammelt habe.

ich habe dieses wunderschöne pflaster entdeckt, das ich noch nicht kannte. sehr angenehm für meine nackten füße.

nachts habe ich lieber an meinen bildern gearbeitet …

es ist mal wieder spät, aber ich will mich noch unbedingt bei johannes & jakob für ihren tatkräftigen einsatz bedanken. sie wohnen zusammen in einer dreier wehgeh und studieren an der juristischen fakultät. johannes ist der busenfreund von enoch (er wußte aber auch nicht, wie es ihm geht). zuletzt habe ich ihn im vorigen jahr nach der italien tour bei vitra in weil am rhein gesehen, wo wir uns zusammen die sammlung in dem neuen gebäude von herzog & de meuron angeschaut haben. jakob kommt aus düsseldorf und hat schon interesse angemeldet, vielleicht im nächsten jahr mal mitzufahren. johannes war schon mal im spätherbst mit uns im rheinland unterwegs.

es hat freude gemacht, mit den beiden zu arbeiten. sie waren sozusagen die studentischen dolmetscher … und haben uns am ersten tag ein rekordergebnis beschert … soweit erstmal.

14.07.2019 - 01:30

übrigens

hat sich herr vetter telefonisch nach unserem wohlergehen erkundigt. ein meister seines fachs!

ich bin sehr froh, ihn gefunden zu haben.

12.07.2019 - 01:26