Archiv der Kategorie: Allgemein

erfrischung

wieder mal: das schönste zuerst – vielleicht bleibt es ja dabei und ich brauche nicht unsere erlebnisse mit über die asozialen medien aufgehetzten, feindseligen bauern zu beschreiben.

neue bäuerinnen braucht das land.

ich hatte mich so sehr auf eine atempause auf hof butendiek und das wiedersehen mit maxie & hinnerk & inse & mieke gefreut – die asozialen medien & die agressiven bauern haben uns einen strich durch die rechnung gemacht.

also haben wir gemeinsam eine zuflucht bei den holzfreunden in einem werftgelände im oldenburger hafen organisiert, wo wir uns in postapokalyptischem ambiente sehr geborgen fühlten. und wir haben uns sofort mit ole angefreundet, der uns gelotst und mit allem versorgt hat. ein stolzer zimmermann, der lange nach seiner ausbildung noch einmal auf die walz gegangen ist und seine arbeit wirklich liebt. ich hab ihn gleich bewundert.

das abgetakelte gelände war ein schrottplatz, malerisch überwuchert von avantgardistischer botanik – ich war so inspiriert, daß ich trotz ernsthafter vorsätze nicht zum schreiben gekommen bin …

wo war ich stehen geblieben ?

27.07.2020 - 23:44

geheimnis

das will ich mir nicht verkneifen, liebe maxie …

25.07.2020 - 00:59

abgehoben

in einer stadt, in der ich sonst nur das kreischen der möwen schön finde … biege ich um die ecke und mir fällt dieses gebäude ins auge und kitzelt mich wach.

sodaß ich es bei meinem abendspaziergang wunderfitzig umkreist habe – es ist von der straße her völlig unzugänglich – eine ziemlich raffinierte immobilie – als sockel dient ein bunker aus der zeit des nationalistischen größenwahns. der hebt die balkone auf meeresblick-niveau. hinten im innenhof ist ein treppenhaus / aufzugschacht angeklebt. zu gern hätte ich mir das ganze mal von innen angesehen,

ein ironisch schimmerndes wolkenkuckucksheim – ich grinse vergnügt, wenn ich darüber nachsinne.

25.07.2020 - 00:11

das schönste zuerst

endlich habe ich nina & stephan kennengelernt – die eltern von pia – und konnte ihnen persönlich zu ihrer wunderbaren tochter gratulieren. am ersten tag kam stephan und konnte mich eine zeit lang in vollem gallopp beobachten, ehe er sich zu erkennen gegeben hat. wir haben uns spontan angefreundet und er hat mir gleich das du angeboten. mit nina, die am zweiten tag kam, war es genauso. wir haben über das kleid geredet, das sie getragen hat, als pia in ihrem bauch war: das hatte pia nämlich dabei: ein zeitlos & natürlich elegantes leinenkleid, das pia jetzt als junge frau anzieht. bei der vorstellung schlägt meine fantasie glückliche purzelbäume …

und am dritten tag kam nele, pia’s jüngere schwester. sie ist noch schülerin und ich hoffe schon länger, sie in meine band lokken zu können. auf diesem trio cover sieht sie jedenfalls schon aus wie eine eingespielte sopranstimme mit paula & christopher als rhythm section.

über meine band könnte ich in endlose schwärmerei verfallen – was paula als siebzehnjährige in dieser prallvollen woche geleistet hat, hätte ich wahrscheinlich mit 25 noch nicht geschafft. sie ist unverwüstlich und voll bei der sache …

und ohne christopher am kontrabaß mag ich mir die arbeit überhaupt nicht mehr vorstellen.

es war märchenhaft auf dem schloßplatz und wir haben in den drei tagen 700 unterschriften gesammelt, obwohl feindselige bauern uns mit riesigen trekkern immer mehr auf die pelle gerückt sind und mit allen mitteln versuchten, den „nabubus“ und unsere friedfertige band zu sabotieren. wir waren abends platt wie die flundern und ich hab nachts mit brennenden augen an meinen bildern gearbeitet:

23.07.2020 - 01:23

bravo, lieber tim

und das schönste war, mit dieser friedlichen oase die gelegenheit zu kombinieren, den frisch gekürten bürgermeister tim weber zusammen mit dem omnibus zu seiner neuen aufgabe zu beglückwünschen und ihm meine wunderfitzige begleitung anzubieten. er ist für mich die verkörperung eines intrinsisch motivierten mandatsträgers – ich würde ihm sorglos meine stimme anvertrauen. das will bei mir was heißen!

abends waren wir zum essen eingeladen und haben uns auf der veranda in den abend hinein in einem entspannt perlenden gespräch über kommunale spielräume ausgetauscht und alles, was uns dabei sonst noch einfiel …

ich konnte duschen und meine stoppeln abrasieren.

zum abschied gab es einen fototermin mit omnibus.

lieber tim – ich wünsche dir alles mögliche – auf meine bewunderung kannst du dich verlassen.

21.07.2020 - 00:27

friedenstankstelle

wo ich mit der unermüdlichen paula das verkürzte wochenende verbracht habe, nach einem arbeitstag zu zweit, angefeindet von den bauern, von denen mir nach ausführlichen gesprächen einige sehr sympathisch sind.

die wenigen echten bauern

sind echt zu bedauern

sie sollten auf keinen fall mit mehr bürokratie & struktureller gewalt geschurigelt werden – bei zu viel kontrolle ist niemand mehr verantwortlich. wie wärs mal mit vertrauen? wir hätten allen grund, die echten bauern im voraus großzügig für ihre grundlegende arbeit zu belohnen. sie brauchen dringend wieder bodenkontakt – und ganz tief drinnen wissen sie es auch. die planetarische bedeutung von humus haben sie „erfolgreich“ verdrängt und sich in einem gestrüpp von zahlen verheddert. wir müssen ihnen da raus helfen:

feldversuch bedingungsloses grundeinkommen für bäuerinnen – kann ich da nur folgern.

wenn ich ihnen von den höfen erzähle, die ich kenne und solidarischen landwirtschaften, die überall gemeinsam mit intrinsisch motivierten bäuerinnen gegründet werden – sehe ich es sehnsüchtig in ihren augen blitzen.

von freya habe ich gelernt, besänftigend auf menschen einzuwirken, indem ich mich offen & ehrlich für sie interessiere und vorbehaltlos mein wesen offenbare. bislang kann ich mühelos in dieser aufgehetzten, mit parteistrategien & machtspielchen & eitelkeiten verdreckten atmosfäre navigieren und begreife, daß es meine urtümliche aufgabe ist, frieden zu stiften und verbindungen zu spinnen. die arbeit ist mir ein vergnügen …

und wir haben uns gut erholt.

20.07.2020 - 23:43

verden an der aller

ganz winzig da hinten ist der omnibus zu sehen. verden ist ein fast tausend jahre altes städtchen und wir stehen vor einem der ältesten sakralbauten in norddeutschland. heute habe ich mich wieder mit einem „landwirt“ und später noch mit drei landtagsabgeordneten (einer spd frau & zwei cdu männern) ausgesprochen, die immer denken, mensch müsse vor ihnen gleich ehrfürchtig auf die knie sinken. ich fange immer bei null respekt an.

hinter meinem fahrersitz liegt eine phrasendreschmaschine, mit der mensch durch das drehen von rädchen völlig sinnentleerten jargon produzieren kann in endlosen kombinationen – so reden die und merken es nicht mehr. alle versuchen, mich parteitaktisch einzuspannen und von ihren machtinteressen abzulenken. ich bin friedlich & höflich und lasse sie einfach auflaufen und erkläre ihnen geduldig die rolle des omnibus.

zwei frauen & ein schüler sind gekommen, um uns beim sammeln zu helfen – die zahlen bleiben bescheiden: wir haben knapp tausend unterschriften gesammelt und in jeder stadt einen neuen wust von gemeinden – wir haben uns ein alfabetisches register gekauft, in das wir die vielen gemeinden einordnen und brauchen abends eine stunde zum zählen und markieren.

17.07.2020 - 23:55

bingo

in delmenhorst habe ich in einem second hand laden das perfekte oberteil zu meinem neuen strampelanzug gefunden – für zweiundzwanzig euro (ich hab freiwillig achtundzwanzig bezahlt). der ladenbesitzerin habe ich von effektiven mikroorganismen & meiner wunderlichen arbeit erzählt – sie kam aus bremen und konnte leider nicht für das volksbegehren unterschreiben. später habe ich ihr noch meine berater-nummer & einen em-katalog & alle omnibus unterlagen vorbeigebracht.

heute war es endlich warm genug, diese neue haut auszuprobieren. eine dame mit glitzerbrille im empfang der zeitungsredaktion sagte: „geiler anzug“. ich wundere mich sehr darüber, welche menschen „geil“ sagen – scheinbar ohne nachzudenken.

derweil fühle ich mich ganz zuhause in diesem outfit und habe ihn schon ausgiebig spazieren geführt.

17.07.2020 - 23:00

unsere niedersäxischen bauern

ohne mich von der arbeit abhalten zu lassen – verbringe ich viel zeit im gespräch mit „modernen“ bauern, die mir allemal sympathischer sind als politiker & verbandsfunktionäre. sie fühlen sich heimtückisch hintergangen und können überhaupt nicht verstehen, warum die initiatoren (politiker & verbandsfunktionäre) nicht erst einmal das gespräch mit der arbeitsgemeinschaft bäuerliche landwirtschaft gesucht haben.

in rotenburg trennte uns nur ein kiosk. sie haben auf unaufdringliche weise das gespräch gesucht, indem sie uns einzeln erstmal zugehört haben. dann kamen sie mit zahlen & fakten, die ich nicht überprüfen konnte & wollte. sie empfinden den gesetzesvorschlag des volksbegehrens wie die steinernen tafeln der zehn gebote – irreversibel & der sichere weg in den wirtschaftlichen ruin, jedenfalls als existenzielle bedrohung.

wie die meisten betrachten sie demokratie als rein quantitatives geschehen, dem wir als einzelne hilflos ausgeliefert sind – direkte demokratie ist dann die blanke willkür, weil die abstimmenden ja keine ahnung haben können und ganz gewiß nicht acht seiten kleingedrucktes juristenkauderwelsch verstehen und alle fakten & zahlen nachprüfen können, ehe sie die volksinitiative unterschreiben. fakten & zahlen sind ja schließlich die werkzeuge der vernunft und ohne experten kann es keine razzionalen entscheidungen geben.

von den fakten & zahlen der niedersäxischen volksgesetzgebung haben sie keine ahnung und die rolle des omnibus in dem ganzen können sie zunächst überhaupt nicht verstehen. am anfang sind wir pauschal ihre gegner, denen sie sich vorsichtig & höflich nähern – und dann werden daraus sehr aufschlußreiche begegnungen, die mit zahlen & fakten nicht zu beschreiben sind. ich bin mitten dazwischen und kann mich nach allen seiten offen & friedlich verständigen – das ist genau die erfüllung meines geduldigen strebens nach souveränität – ursache des omnibus.

17.07.2020 - 01:26