düdü



absurdes szenario: düren & düsseldorf sind totale antipoden, ohne dabei den dürenerinnen zu nahe treten zu wollen. das hier ist konsumwüste. wir stehen vor DER konsumkathedrale in der landeshauptstadt und alle analogen leitungen sind tot & gleichgültig.  so weit haben wir es getrieben:




unser quantitatives ergebnis war erbärmlich und viel schlechter als in düren, aber ich glaube, das sollte ich lieber nicht vergleichen, denn ich hatte – einfach, weil es hier viel mehr menschen gibt – einige vollkontaktperlen, die wirklich lebendig waren, auch wenn sie – um mal eine fußball-metapher zu verwenden – nicht ins tor getroffen haben.




die band ist eine traumbesatzung mit einem herzlich aufgenommenen neuling: moritz, der in wiesbaden zugestiegen ist. was freya bei wo lang über haushalten geschrieben hat, hat auch angenehm auf mich abgefärbt, denn ich habe mich gern durch den lebhaften & reichhaltigen austausch mit ihm vom schreiben abhalten lassen. 




die band hat einen ruhigen & kraftvollen groove, ich bin im vollbesitz meiner kräfte und völlig gelassen, weil wir im vollen vertrauen improvisieren und das beste herausholen können.  alle sind intrinsisch motiviert und wir sind in einem lebendigen, kurzweiligen und oft lustigen austausch und lernen viel voneinander.




um noch einmal auf die konsumkathedrale zurückzukommen: ich bekomme melancholische anwandlungen, wenn ich daran denke, wie viele dieser unglaublich leistungsfähigen smartphones unterwegs sind (also schon dinglich in der welt sind) und was wir bisher damit zustande gebracht haben und wie sie vorwiegend genutzt werden. was für eine sinnlose vernichtung von lebendigkeit und direkter sinnlicher erfahrung.

gleichzeitig haben meine digitalen kommunikationsgeräte eine qualität, die ich bei weitem nicht ausschöpfen kann, wenn ich sie verwende, wie sie angepriesen werden – das führt in die totale verblödung. bei allem, was mich im umgang mit ihnen weiter bringt, ist eine art zweckentfremdung im spiel, ich schleiche mich als unverwechselbares subjekt ein in die welt der nullen & einsen.



26.04.2017 - 23:40