leuchtendes beispiel

enoch ist – bekleidet mit einer weste von „berlin werbefrei“ – auf diese veranstaltung gegangen, auf die mich keine zehn pferde kriegen würden (eine parteistiftung – igitt) … und hat mir am telefon ausführlich darüber berichtet. er hat mir einen link geschickt, auf dem er ab der minute 57 einen beitrag liefert, der mich in seiner virtuosität völlig begeistert!

verglichen mit ihm bin ich nicht nur sprachlos, sondern regelrecht verkrampft, was solche (massen) veranstaltungen angeht – einzelgespräche sind mein zuhause. enoch dagegen ist auf jeder bühne voll in seinem element und verkörpert für mich den idealen aktivisten, der gut gelaunt für alles offen ist.

und so leuchtet sein beitrag im „mainstream“ wie eine zeitgenössische kostbarkeit, die ich allen wärmstens ans herz lege.

wie gesagt: ab der 57. minute

berlin – praktisch

in berlin laufen seit ca. 2 wochen 2 volksbegehren:

„berlin werbefrei“ und der „verkehrsentscheid“ – hier habe ich versucht, die jeweiligen internetseiten zu verlinken, wo sich alle gründlich über form & inhalt und vor allem über möglichkeiten zur aktiven mithilfe informieren können.

das ist die äußerst seltene chance, an der direkten demokratie mal praktisch mitwirken zu können, als erster schritt in ihre richtung.

wir wollen mit vereinten kräften alles mögliche dazu beitragen – uta & enoch sind bei eisigen temperaturen schon voll bei der sache und der OMNIBUS wird voraussichtlich von mitte april bis zum ende der eintragungszeit als mobile sammelstation in berlin unterwegs sein.

für die planung suchen wir die hilfe von leuten aus berlin, die sich in ihren kiezen gut auskennen und plätze für den OMNIBUS vorschlagen können. bei der organisation der berlin-tour kann die liebe lisa alle hilfe gebrauchen – sie ist unter „lisa.wilke@omnibus.org“ oder unter der nummer „0152 02055983“ zu erreichen.

wir wollen versuchen, den OMNIBUS die ganze zeit voll besetzt zu haben und laden alle „alumni“ herzlich ein, wenigstens für ein paar tage nach berlin zu kommen.

digitale zauberei

inzwischen habe ich schon zwei mal ausführlich mit meinem copiloten auf der anderen seite des atlantik telefoniert – ich staune jedes mal aufs neue und denke an die zeiten, in denen man sich nicht unbedingt ein „ferngespräch“ leisten konnte – schon garnicht ins „ausland“ …

elias & paul sind zur zeit in einer journalistischen mission, die ich erst nach & nach staunend begreife, in mexico unterwegs.

elias hat mich sogar durch die wohnung in einem gemeindezentrum geführt, wo die beiden im augenblick leben. Wir hätten uns auch die ganze zeit sehen können, aber ich kann & will mich nicht an zoom & video und die kamera im eifohn gewöhnen und elias hat mir erklärt, wie ich die ausschalten kann.

als digiot hatte ich mich umständlich bemüht, mir über seinen blog einen einblick in seine erlebnisse & berichte zu verschaffen und bin dabei auf ein wunderbares video gestoßen, das er über die geschichte des vw-käfers in mexico gemacht hat – als beispiel für das, was ivan illich, der ja lange in mexico gelebt & gearbeitet hat, „convivialität“ genannt hat.

ich bin jedenfalls restlos begeistert von seinen journalistischen erstlingen – gonzo journalismus in der digitalen welt – hunter s. thompson hätte seine freude daran gehabt.

allen, die sich mit der digitalen kommunikation nicht so doof anstellen, möchte ich seinen blog und seinen videokanal wärmstens ans herz legen.

uff, das scheint geklappt zu haben.

das ist übrigens meine pilotenkanzel im winter.

übrigens

war ich anfang dezember beim deutschlandradio in berlin eingeladen zu einem podiumsgespräch zum thema: „machen statt meckern“

dieser kurze ausflug in die hauptstadt einschließlich hotelübernachtung und führung durch das funkhaus war für mich als medienabstinenzler und nie bahnfahrender ein aufregendes abenteuer, das ich hier nicht weiter ausbreiten will.

ich will versuchen, hier einen link einzufügen, unter dem man sich die „lange nacht zur denkfabrik 2025 – machen statt meckern“ anschauen kann – das eigentliche podiumsgespräch beginnt ab 1:43:05.

da ich selbst befangen bin und mir den beitrag nicht angehört habe, möchte ich zu gerne wissen, ob & wie meine botschaft in einem mainstream-medium angekommen ist.

versuch

ich hatte ja ende november dieses plakat hier hochgeladen, weil ich ganz begeistert war über diese tanzperformance, die pia & lena (genau, das sind die beiden, die den OMNIBUS-song komponiert haben) zusammen mit drei weiteren wunderbaren jungen frauen entwickelt und aufgeführt haben.

nach einer wahren odyssee ist es mir erst beim zweiten versuch gelungen, die vorerst letzte aufführung anzuschauen und mich nachher noch in trauter runde mit den künstlerinnen auf den neuesten stand zu bringen. es hat sich wirklich gelohnt, jeden aufwand zu betreiben …

jetzt habe ich ausführlich mit pia telefoniert und wir haben uns für näxte woche verabredet – da kommt sie mich in meiner höhle besuchen. und sie hat mir einen link geschickt, den ich digiot versuchen will, hier rein zu praktizieren, damit sich alle interessierten diese performance anschauen können … ImPuls – das war der titel und darunter müßte das video zu finden sein, wenn ich alles richtig gemacht habe.

zum jahreswexel

wie jedes jahr hab ich mich für ein paar tage hingesetzt und mit rosa tinte mein telepathisches ballett mit meinen lieben aufgeführt. jetzt träufeln nach & nach die resonanzen in meine tropfsteinhöhle und bilden die schönsten stalagmiten, an denen ich mich aufrichten kann aus meinem lesesofa.

wie jedes jahr fehlten mir einige postadressen – besonders von den digitalen eingeborenen, mit denen ich im lauf der jahre unterwegs war & bin. an die ich oft aber nicht herankomme, weil sie sich aus der analogen welt verabschiedet haben. ich vermute, es gibt auch leute, die mich für zu verrükkt halten, mir ihre postadresse zu geben …

für alle, die von mir gemeint sind, gibt es also hier die karte in anataler form:

gleichzeitig probiere ich aus, ob mein blog wieder in der gewohnten weise funktioniert – und hoffe, mich hier bald wieder häufiger zu melden und von meiner reise durch die inneren wüsteneien zu berichten.

als dreingabe noch eine besonders schöne flechte:

nochmal

das war das umzugsteam – und meine letzte amtshandlung war, mir von elias die haare abrasieren zu lassen

„je-schlechter“ sind kein thema mehr für mich!

im übrigen dauert das hochladen der bilder immer noch sehr sehr lange, so daß ich mit einem bangen gefühl warte, ob es überhaupt gelingt.

ich hab ein neues eifohn und stelle gerade zufällig fest, daß die älteren beiträge nicht mehr angezeigt werden, was mich in helle aufregung versetzt – es gab ein problem mit dem blog – und mir wurde versichert, daß alles wieder in ordnung ist.

das schreiben scheint wenigstens wieder zu funktionieren!

test

das scheint zu klappen – obwohl die anzeige völlig verändert ist …

test

das dauerte ewig und nimmt mir die lust, zu schreiben.

völlig unverhofft ergab sich die gelegenheit, das „bauernkriegs-panorama“ von werner tübke in bad frankenhausen zu besuchen. es thront als monströse scheußlichkeit über der stadt und wird zu recht von den einheimischen als „kacktopf“ bezeichnet. drinnen schrumpft man sofort auf insektengröße – angesichts eines düsteren gigantischen wimmelbildes (123 x 14 meter – die leinwand wog 3 tonnen), in das lauter promis aus kirche & staat eingestreut sind und keine ausdrückliche solidarität mit den bauern zu finden ist. ich war so erschlagen, daß ich KEINE bilder gemacht habe. die vorherrschende farbe ist „kackbraun“. sinnigerweise wurde es erst im september 1989 eröffnet, nachdem tübke 11 jahre daran gearbeitet hatte. staatskunst als leistungsschau – im grauen kittel sieht tübke auch eher aus wie ein ingenieur.

500 jahre bauernkrieg war dieses jahr eines meiner großen themen – ich habe eine thomas müntzer biografie und einen roman über sein frau ottilie gelesen und vor allem das aufschlußreiche buch von florian hurtig, das auch die nachwirkungen bis heute beleuchtet. außerdem war ich voriges und dieses jahr in mühlhausen, das bis zur sogenannten wiedervereinigung „thomas- müntzer-stadt“ genannt wurde. die größte kirche dort beherbergt das „thomas-müntzer-museum“ und eine weitere ebenso alte das „bauernkriegsmuseum“.

ich will nicht leugnen, von diesem monstrum morbide fasziniert zu sein und habe inzwischen den erläuternden katalog gelesen, der das gewimmel entschlüsselt. an meinem spontanen empfinden hat das allerdings nichts geändert – mir fehlen die bauern!!!

unsere letzte station war die universität in halle, wohin uns eine ukrainische künstlerin eingeladen hatte, die sich ausdrücklich gewünscht hatte, daß nicht nur johannes & michael, sondern auch der OMNIBUS kommen sollte. dort stand ich einsam & verlassen den ganzen vormittag herum wie voriges jahr in der uni erfurt … aber nach dem veranstaltung wurde es schlagartig sehr belebt und bildete einen freundschaftlichen abschluß.