worst case

unser auftritt in montabaur begann damit, daß um fünf uhr morgens ein empörter metzger gegen den OMNIBUS hämmerte und verlangte, daß wir den OMNIBUS um etwa drei meter vorfahren müßten und drohte mit der polizei. nach diesem brachialen blitzkrieg gegen unsere träume sind wir benommen in die warmen betten gekrochen und schlecht wieder eingeschlafen.

kaum hatten wir unseren frühstückstisch gedeckt – die jungs essen unmengen brei & müsli & obst & brot und alles steht voll mit beuteln, tuben, gläsern, tassen & gewürzen – da kam eine unerbittliche gewaltherrscherin aus dem grottenhäßlichen rathaus und verlangte, daß wir sofort einige meter vorfahren und zwei blinkene warnbaken an der rückseite des OMNIBUS aufstellen müßten, die wir irgendwo zu kaufen hätten. und sie würde so lange auf der stelle verharren, bis das erledigt sei. als ich mich hilfesuchend an den marktmeister gewendet habe, der mißbilligend daneben stand, hat er mir augenzwinkernd geraten, besser nicht mehr nach montabaur zu kommen – und uns mit wenigen telefonaten kostenlos die baken organisiert.

montabau war mal ein hübsches altes städtchen – rechts auf dem bild ist das neugotische alte rathaus zu sehen, das in den achtziger jahren durch einen „modernen“ anbau & ein sparkassenmonster erweitert wurde …

in den letzten fünfzig jahren ist diese stadt maximal verunstaltet worden – das sparkassengebirge steht leer, denn die sparkasse ist gegenüber in einen rücksichtslos rechtwinkligen klotz umgezogen.

und – kaum zu glauben – das ist das im bau befindliche neue rathaus – schlimmer gehts nicht !

in diesem ambiente war sieglinde unser rettender engel …

wir haben uns verliebt:

in sieglinde – sie hat uns wie eine gute fee reich mit ihren geschichten beschenkt. sie ist 82 jahre alt und hat in dem alter, in dem die jungs jetzt sind, in der ddr einen studienplatz in aussicht gestellt bekommen. in dem abschließenden gespräch kam dann der hinweis, daß sie in die partei einzutreten hätte. da hat sie ganz klar & deutlich gesagt: „nur über meine leiche“. kurz danach ist sie dann 8 km durch die ostsee nach travemünde geschwommen. da wars um mich geschehen und zwei tage lang hat mir das dauernde frieren überhaupt nichts mehr ausgemacht.

und den jungs gings genauso. weil sie uns eingeladen hat, haben wir sogar den OMNIBUS abgeschlossen und sind mit ihr zu einem marktstand gelaufen, der handwerklichen kaffee & tee in exotischen variationen anbot. sieglinde war von unserer arbeit & der band restlos begeistert und hat uns jeden tag lauter geschenke mitgebracht – am zweiten tag war auch ein fünfziger darunter. sie lebt ganz bescheiden & analog allein und hat freundinnen aus aller herren länder. 19 jahre war sie mit einem lehrer verheiratet und hat zwei kinder. in ihrer alten heimat hat sie einen bauwagen ohne strom, den sie lustig hergerichtet hat. sie liebt bücher & tiere. die stunden, die wir in voller analoger bandbreite miteinander verbracht haben, waren allseits die reine lebensfreude. die jungs haben ihr smartphone, das sie widerwillig nur benutzt, weil ihre tochter sich sonst zu viele sorgen machen würde, so eingestellt, daß wir ihr diese bilder schicken konnten und sie meinen blog lesen kann. wir lieben uns für immer …

emiko

ich habe mir station meckenheim hauptsächlich gewünscht, weil dort der sitz der emiko handelsgesellschaft ist (lizenznehmerin der japanischen EMRO research organization für deutschland und die schweiz) – vor etwa 10 jahren habe ich mich dort in einem mehrtägigen seminar zum EM-berater ausbilden lassen – und das gleiche seminar noch einmal mit meiner tochter besucht und mich mit reinhard mau, dem gründer, angefreundet. 2015 habe ich sogar mit dem OMNIBUS eine nacht auf dem firmengelände verbracht und bei der gelegenheit den über 90-jährigen vater von reinhard kennengelernt, der die erste flasche EM1 aus österreich nach deutschland gebracht hat.

seitdem bin ich als überzeugter EM-botschafter unterwegs und versuche, möglichst viele menschen zur praktischen anwendung der effektiven mikroorganismen und zur fürsorglichen pflege ihres mikrobioms zu animieren – für interessierte versuche ich hier mal wieder, einen link zu plazieren.

zum beispiel nebele ich den OMNIBUS regelmäßig mit milliarden unsichtbarer symbiontinnen ein …

reinhard hat sich inzwischen aus dem operativen geschäft zurückgezogen und ich habe im vorfeld den geschäftsführer über unser kommen informiert und ihn & die belegschaft eingeladen, uns am OMNIBUS zu besuchen. danilo ist mit dem faltfahrrad in das gewerbegebiet gefahren, in dem die firma ihren sitz hat und hat unser informationsmaterial und unterschriftsbögen mitgenommen. der geschäftsführer (herr beenen) hat ihn durch den betrieb geführt und mit EMIKO-material versorgt.

das wetter ist weiterhin schrecklich wexelhaft & kalt. die jungs sind ganz glücklich mit ihren dikken neuen wollpullovern vom „coburger fuchsschaf“. das frieren ist allerdings trotzdem ziemlich anstrengend – es gab hagelschauern und immer wieder flüchtige flecken blauen himmels.

das war übrigens der kilometerstand in meckenheim und wir fieberten natürlich der million entgegen …

meckenheim

ich fange mal mit einem suchbild an – in meckenheim stehen wir am ende einer fußgängerzone, die „neuer markt“ heißt und teil der neuen mitte ist, die in den siebziger jahren entstanden ist, als sich meckenheim zu einer schlafstadt der bundeshauptstadt bonn entwickelt hat …

die erste nacht haben wir auf einem parkplatz verbracht, weil wir keine passenden schlüssel für die poller hatten. in dieser nacht ist die temperatur auf minus 1 grad gefallen ist – ausgerechnet in einer stadt, die mitten in einem obstanbaugebiet liegt und einen apfel in ihrem logo hat könnte das katastrophale folgen haben.

meist schien die sonne, aber bei jeder wolke wurde es schlagartig bitter kalt. für fußgänger, die von einer gegenüber liegenden bushaltestelle kamen und für autofahrer waren wir gut sichtbar – sozusagen der erste „gebäude“ in der fußgängerzone. durch viel rumtelefonieren ist es sogar gelungen, daß heute – am zweiten tag – ein kleiner artikel ohne foto im bonner generalanzeiger erschien.

danilo ist mit dem faltrad ins 2 kilometer entfernte alt-meckenheim gefahren und hat im dortigen bioladen sogar demeter-butter kaufen können …

ich will jetzt ins warme bett – deshalb hier noch ein flechtenmorfo zur nacht:

denn:

der sonntag war um einiges freundlicher & ertragreicher. es hat kaum noch geregnet und ab & zu kam die sonne durch.

wir haben uns einen äußeren stromanschluß organisiert und ich habe mit julian telefoniert, der von witten aus per wlan den betrieb der anlage überwachen und alle möglichen einstellungen an der software vornehmen kann. er hat mir schlüssig das problem & seine reparaturen erklären und gleichzeitig lauter fragen beantworten können.

für diesen perfekten kundendienst, lieber julian !

wir haben das angenehme mit dem nützlichen verbunden und ambulant für unsere arbeit geworben, indem wir auf unseren gängen die OMNIBUS-informationen verteilt haben, wo auch immer sich gespräche mit den ausstellern & besuchern ergeben haben.

die beiden jungs haben sich dicke wollpullover vom „coburger fuchsschaf“ gekauft, die unter dem label „das goldene vlies“ an einem stand angeboten wurden. sie waren überhaupt nicht vorbereitet auf die bittere kälte und haben vor dem stand einen freudentanz aufgeführt, den batya, die veranstalterin, gefilmt und über die asozialen medien verbreitet hat.

auch ich habe mir eine freude gemacht, indem ich mir drei geschirrtücher aus handgefertigtem bauernleinen gekauft habe, die ich bedenkenlos in die kochwäsche geben kann. und einen schön bunten seidenschal.

am stand der schweizer „ceres heilmittel ag“, die ihren deutschen sitz im schloß türnich hat, haben danilo & ich dieses buch geschenkt bekommen. diese urtinkturen sind unglaublich wirksam – drei tropfen dreimal am tag reichen aus – und ich habe mir heute in der apotheke die „crataegus-urtinktur“ für mein armes altes herz gekauft.

übrigens war die bittere kälte eine heilsame schocktherapie für meine füße, die den ganzen winter liegend auf meinem lesesofa oder unter meinem schreibtisch verbracht hatten. da war der beginn der tour eine traumatische erfahrung. jetzt sehen sie wieder halbwegs normal aus !

und weiter gehts im sauseschritt.

schloß türnich

wir sind in den letzten jahren am anfang der tour regelmäßige „aussteller“ bei der biogartenmesse im park von schloß türnich gewesen – ich jeweils in freudiger erwartung, denn ich habe jedesmal wunderbare menschen & initiativen kennengelernt. dann stört es kaum, daß wir kein wochenende haben und zwei wochen durcharbeiten. severin, der faszinierendste graf, den ich kenne, und die drei jungen prinzessinnen haben uns wie alte freunde begrüßt und willkommen geheißen …

am samstag gab es das schlechtest-mögliche wetter. wir haben vor unserer tür einen fußabstreifer mit bürsten ausgelegt, den regine im vorigen jahr hier gekauft hatte. es hat immer wieder heftig geregnet und die wege haben sich in schlammwüsten verwandelt. gleichzeitig war es bitterlich kalt. wir standen im blinddarm des geländes ziemlich weit von den ersten ständen entfernt, weil einige aussteller wegen des wetters erst garnicht erschienen sind.

ich habe meine schäbigsten leguanos herausgekramt und bin auf meinem rundgang an vielen ständen hängengeblieben und habe wunderfitzige gespräche geführt über meine herzensthemen. viele haben sich an mich erinnert und sich interessiert über unsere arbeit erkundigt. weil danilo & elias zum ersten mal dabei waren, habe ich dann die stellung am OMNIBUS gehalten und sie dazu animiert, sich überall umzusehen und an den führungen & vorträgen teilzunehmen, die im angebot waren. meine leguanos waren schlammverkrustet und ich habe sie zum trocknen auf die heizung gestellt und abends abgebürstet.

auf meinem rundgang hatte ich mir die stände ausgesucht, an denen ich am sonntag mein wissen vertiefen wollte.

nachts um drei (bei etwa 3 grad celsius) ertönte dann aus dem schaltschrank der solarinstallation immer wieder ein penetrantes alarmsignal. als ich bibbernd im dunkeln die schranktür öffnete, blinkte ein feuerwerk von bunten warnleuchten und bedeutete mir, daß die ladung der akkus erschöpft sei. ich konnte lange nicht wieder einschlafen und malte mir für den nächsten tag die schrecklichsten konsequenzen aus …

inzwischen habe ich mal wieder gelernt, daß es überhaupt nichts bringt, mir sorgen zu machen!

heavy duty

die erste arbeitswoche haben wir bravourös gemeistert – auch am dritten tag in bad honnef gab es scheußliches wetter, bei dem wir uns immer wieder in den OMNIBUS zurückziehen mußten:

eingedenk der zermürbenden nassen kälte können wir auf unseren erfolg – und besonders auf die quote – stolz sein.

alle menschen, mit denen wir länger gesprochen haben, haben uns am ende – unabhängig davon, welche meinung sie zur direkten demokratie hatten – höchsten respekt für unsere arbeit gezollt und sich mit ehrlichen glückwünschen verabschiedet.

unser zusammenspiel läuft wie am schnürchen – inzwischen sind wir durch den regen zum schloß türnich gefahren und haben nach einer vielfältigen brotzeit in trauter runde zusammen gesessen und mit zufriedenem staunen diese erste woche rekapituliert.

rundum schwarze nacht & völlige stille …