blindekuh

so fühle ich mich — gnadenlos marschiert die uhrzeit in mein leben ein und in einer woche ziehe ich um in den omnibus. obwohl ich aus erfahrung weiß, daß der zeitenwexel jedesmal überraschend schnell & leicht gelingt, habe ich leise panikattacken. es gibt noch so viele unwägbarkeiten, für die es, wenn ich einmal losgefahren sein werde, zu spät ist …

da war es sehr schön beruhigend, heute zum zweiten mal mit meiner geliebten alten dame zu fahren und mich nach ihrem befinden zu erkundigen. alles lief wie am schnürchen.

aus meiner winterwerkstatt, in der sich mir wieder innere kontinente erschlossen haben, gilt es jetzt, alle wichtigen werkzeuge für das zusammenspiel mit dem omnibus zu inspizieren & auszuwählen & einzupacken.

dies war – wie ja viele vielleicht bemerkt haben – mein einsiedlerischster winter bisher. ich habe selten meine höhle verlassen, habe hier nicht geschrieben und bin in der ganzen zeit nur ein einziges mal in köln gewesen.

dann aber richtig. zuerst war ich bei frau taha, meiner kostümbildnerin. wir haben den afrikanischen strampelanzug begutachtet, den ich im vorigen jahr nicht mehr ausziehen wollte, als es schon viel zu kühl dafür war. gemeinsam haben wir den schnitt aus meinen er-fahrungen weiter entwickelt. sie hat mir den wie vereinbart geänderten anzug schon schön verpackt per post geschickt, damit ich den auf jeden fall mit auf die reise nehmen kann. und ich habe zwei weitere anzüge nach dem neuen schnitt bestellt, einen afrikanischen und einen europäischen, damit die farben nicht so schnell in der sonne erbleichen.

anschließend war ich bei max & milla, meinen enkelinnen, die im abstand von einer woche geburtstag haben – milla am ersten april, wie meine jüngere schwester. wir hatten viel freude aneinander.

so freundlich & gelassen sind übrigens alle meine seltenen ausflüge & menschlichen kontakte geraten – ich nehme das als zeichen dafür, daß meine eremitage gelungen ist.

und schwupps – ist es viertel vor drei!

05.04.2018 - 02:47