Archiv für den Monat: August 2020

boygroup

die zeit mit keno (8) & friedmut (10) war eine helle freude. kontrapunktische brüder, die sich zu etwas größerem ergänzen und den kleinstmöglichen superorganismus bilden, den ich wunderfitzig studieren konnte – mit all den frischen eindrücken, die ich während unseres paradiesischen wochenendes von ihrem zuhause gewinnen konnte …

sie sind schon die früchte von „handlungspädagogik“ – lustig & blitzgescheit – sie haben zum beispiel ganz allein herausgefunden, wie mit seltsam gebogenen spiegelverkehrten metallbügeln die mittleren türen arretiert werden können – daran rätselt die durchschnittliche praktikantin so lange vergeblich herum, bis wir es vorführen.

als unverhoffter joker ist jan tietz als ablösung für christopher am sonntag schon zu uns gestoßen … die beiden haben dann die jungs ganz rührend bemuttert und ich kam mir vor wie ein anthropologe auf freiem feld.

als belohnung habe ich abends alle zum essen ausgeführt – dabei ging es lebhaft & kurzweilig zu, obwohl wir ganz lange auf unser essen warten mußten. wir haben viel gelacht und später noch zusammen die stadt erkundet und dabei den ballengang mit nackten füßen geübt, den ich von meinem großen bruder gandalf gelernt habe.

während ich hier auf der rückbank schrieb, haben christopher & jan die beiden ins bett gebracht – einschließlich füße waschen & zähne putzen.

und bevor der wecker klingelte, saßen sie schon erwartungsvoll in der „küche“. das nenne ich wunderfitzig & intrinsisch motiviert – da können sich alle „erwachsenen“ mal eine dicke scheibe von abschneiden. in meiner band sind sie jederzeit einzeln & zusammen herzlich willkommen. ich staune über die analoge bandbreite unserer kommunion.

danke, jungs: ihr habt mein herz erfrischt. machts gut & kommt bald wieder!

04.08.2020 - 01:43

erfüllung

hier werden meine träume in taten umgesetzt und ich fühle mich wie auf schneeweißen wolken gebettet.

ich erfreue mich an jedem augenblick und kann ganz viel für meine arbeit lernen – an so einem ort würde ich gern zu kompost werden. ein ruhig pulsierender superorganismus, der alles einbezieht und beharrlich um heilung bemüht ist. biologisch dynamisch im besten sinn. wenn ich herumstreife, sehe ich überall die „15 fundamental properties“ aus „the nature of order“ am werke …

liebe & vertrauen sind überall zu spüren. ohne übergang waren wir gleich mitten drin und alle türen waren offen.

mit keno & friedmut haben wir uns so angefreundet, daß wir sie mit auf die reise genommen haben – sie schlafen jetzt eine nacht im omnibus, arbeiten einen tag mit und werden morgen abend von ihrer oma abgeholt – es ist uns ein vergnügen!

wenn ich das nächste mal da bin, wollen mir die jungs fahrstunden auf dem trekker geben – oszillierender rollentausch.

03.08.2020 - 01:10

erlösung

zu guter letzt sind wir im siebten bäuerinnenhimmel gelandet und ganz warm & lebendig in einem bolo-artigen hoforganismus aufgenommen worden, in dem wir uns umstandslos willkommen fühlten und ausgiebig bewundern konnten – die aggressiven bauern der letzten wochen konnten wir erleichtert vergessen und die zukunft der landwirtschaft vorauslieben.

das ist julia, die bäuerin, mit keno, einem ihrer vier söhne. christopher hat auf diesem hof ein praktikum gemacht und es hat mich gefreut, ihn in trautem zusammenspiel mit den kindern zu erleben. von ihm fühle ich mich immer mütterlich umsorgt. dieses mal sind wir bei der arbeit über uns hinaus gewaxen und vom leben reich beschenkt worden.

ich konnte mich begeistert fallen lassen und alle kanäle öffnen. ich konnte sehen, was ivan illich mit „konvivial“ meinte und mit der „entschulung“ eines gemeinwesens. dieser hof ist ein heiliger ort – arbeit & kunst gehen analog ineinander auf. ich fühle mich ganz zuhause und habe tausend fragen.

es ist schon spät und ich will ins bett – deshalb hier nur noch ein frisches morfo.

02.08.2020 - 02:09

aus & vorbei

in majestätischer kulisse haben wir zu zweit als eingespieltes trio unseren politischen horrortrip ganz ungerührt & reinen gewissens ausklingen lassen.

mein kurzes fazit: je schlechter die bauern sich benommen haben, desto mehr unterschriften haben wir gesammelt – viel mehr worte mag ich nicht verlieren. ich bin hoffnungslos aus der zeit gefallen, denn die beiden letzten wochen rasten dahin wie ein action movie – ich kann das nicht aufzählen.

ich habe viel gelernt und mich vom unfrieden nicht anstecken lassen. die mehr als menschliche welt ist immer übervoll mit den schönsten überraschungen und die vergangenheit ist endgültig vorbei. inzwischen sind wir nämlich in einer traumhaften oase festlich aufgenommen und mit allem reichlich versorgt worden.

01.08.2020 - 01:39