tut mir leid

jetzt sind wir schon einen monat unterwegs und ich bin bisher nicht dazu gekommen, hier den kronologischen anschluß zu finden, weil ich bis zum äußersten eingespannt war in die arbeit:

wir haben nämlich drei wochen pausenlos für zwei volksbegehren in berlin unterschriften gesammelt. am ende sind im weichbild des OMNIBUS 17.714 unterschriften zusammen gekommen. an den wochenenden und zum abschluß waren wir am & auf dem tempelhofer feld, der einzigartigen freien fläche in der hauptstadt, die nur weiter existiert, weil die berliner menschen sich per volksabstimmung dafür entschieden haben.

dort haben wir katalin & alina unabhängig voneinander kennengelernt, die uns duschen & waschmaschinen angeboten haben. alina hat uns sogar ihre wohnungsschlüssel gegeben. aus einem angrenzenden gartengelände konnten wir mehrmals unseren wassertank auffüllen.

nach meinen erfahrungen im vorigen jahr mit „hamburg werbefrei“ war mir besonders wichtig, daß wir auch in unspektakuläre stadtviertel wie hellersdorf, pankow und spandau fuhren, wo die menschen oft vergeblich nach unterschriftensammlern ausschau halten und deshalb ganz besonders dankbar auf den OMNIBUS reagieren.

wir waren auch mitten in der stadt neben dem alexanderplatz und am ersten mai in kreuzberg, wo wir bis in die nacht hinein mit tekno-wummern beschallt wurden.

das ist fadi el-ghazi – mit ein paar tausend unterschriften für berlin werbefrei. er ist rechtsanwalt und hat 2017 „berlin werbefrei“ initiiert. wir haben ihn und seine frau sarah (die im übrigen hochschwanger ist) schon im vorigen jahr in hamburg kennengelernt.

fadi hat die ganze berlin-tour des OMNIBUS überhaupt ermöglicht, indem er sie nach dem versammlungsrecht als ständige „versammlung“ angemeldet hat – mit der erlaubnis, auch nachts auf dem jeweiligen platz stehen bleiben zu können. wir brauchten keine gebühren zu bezahlen und wurden von der polizei regelrecht betreut. fadi kennt sich inzwischen mit dem versammlungsrecht im bundesland berlin sehr gut aus und hat uns seine hilfe angeboten, wenn wir diesen modus operandi auch in den anderen bundesländern anwenden wollen. neu und ungewohnt war es, daß wir nicht schon am vorabend auf den platz fahren konnten, sondern nach der letzten nacht an einem platz am vormittag auf den nächsten platz fahren konnten.

obwohl die beiden volksbegehren quantitativ an der hohen unterschriftenhürde gescheitert sind, war diese tour qualitativ ein voller erfolg. viele menschen haben sich ganz herzlich für unsere arbeit bedankt und wir haben mal wieder freundinnen & freunde fürs leben gefunden.

als digiot bekomme ich nicht mit, was in den asozialen medien erscheint, aber ich weiß, daß enoch – wenn er auf dem tempelhofer feld zugriff auf ein mikrofon hatte – wunderbare beiträge geliefert hat, die womöglich auch irgendwo zu finden sind. er hat uns übrigens in jeder freien minute treu unterstützt und unermüdlich unterschriften gesammelt. auch fenja & franziska haben sich als meisterhafte sammlerinnen entpuppt.

ehe ich auf meine gesundheit und die alarmierende finanzielle not des OMNIBUS zu sprechen komme, will ich erst mal tief durchatmen.