die havelhöhe

die havelhöhe war genau der richtige ort für meine umstülpung – ein heiliger hafen im lauf der zeit. eine nacht habe ich hingegeben & losgelassen klavier gespielt – als winziger mensch allein in einem riesengebäude. das gegenbild zu der drangvollen enge und dem erbarmungslosen ticken der uhr beim kampfsammeln. rekonvaleszenz.




auch hinten im omnibus ist alles wieder blank & frei. tabula rasa. klar schiff. auf zu neuen ufern.


ende kampfsammeln

auf dem weg von neuruppin nach berlin haben wir hannah an einer autobahnraststätte abgesetzt. sie ist eine woche voll eingesprungen und will auch unbedingt die „normale“ omnibusarbeit kennenlernen.




auf einer endlosen fahrt im dunkeln durch berlin haben wir in neukölln dieses plakat entdeckt. wir hatten gehofft, in neukölln zusammen mit dem wolangbus die nacht zu verbringen, um am samstag ohne omnibus an der abschluߟaktion teilnehmen zu können.

an der angegebenen adresse haben wir ein verkehrschaos ausgelöst & niemanden angetroffen. es stellte sich heraus, daߟ alle noch bis in die nacht hinein beschäftigt sein würden. da habe ich dann doch viel lieber die havelhöhe angesteuert, unseren berliner heimathafen. als wir nach dieser irrfahrt am späten abend dort angekommen sind, fiel mir ein stein vom herzen und ich wuߟte, daߟ ich mit dem omnibus nicht nach berlin fahren würde.

kolja ist am nächsten morgen als unser botschafter für zwei tage nach berlin gefahren und hat mir von den aktionen berichtet. ich war froh, schrittweise von der anspannung & den begleitumständen des kampfsammelns runterzukommen und meine erfahrungen zu sortieren.




es gab viel aufzuräumen und zu putzen. ich habe mein bett neu bezogen und gabriele hat im kindergarten alle wäsche gewaschen & getrocknet & einsortiert. so brauchten wir christiane & egon nicht zu behelligen … sie hatten den vater von jonathan niessen zu gast!




am sonntagmittag habe ich gabriele & benjamin mit dem auto von egon nach spandau zum bahnhof gebracht. damit war die kampfsammelband aufgelöst.

ein höhepunkt dieser tour war für mich, mitzuerleben, wie gabriele frisch fromm fröhlich frei beim sammeln in die offensive gegangen ist. es hat ihr freude gemacht, durch die stadt zu laufen und menschen anzusprechen. in ihren gesprächen verhilft sie immer wieder menschen zu wesentlichen einsichten.

für den omnibus und für mich ist sie eine groߟe bereicherung und ein integral.

neuntausendfünfhundertzwei




9.502 unterschriften haben wir gesammelt – eine stolze ausbeute. das hier ist das abschluߟquintett. von hannah, die sehr fleiߟig war, habe ich noch nicht einmal ein volkfoto gemacht. 





an die band und an freya, unsere regisseurin, die es wohlweislich so eingerichtet hat, daߟ wir an diesem schönen ort in der sonne unser abschiedskonzert spielen konnten. in der seewirtschaft haben wir mehrmals lekker getafelt.





angeblich ist das hier flächenmäߟig die fünftgröߟte stadt deutschlands. diese weiträumigkeit ist balsam für meine seele. an zwei tagen waren wir abseitige teilnehmerinnen eines markts, was der weiträumigkeit nicht schadete.





meinen herzlichen dank an alle beteiligten für diese schönen drei tage.



überraschung

ich konnte es kaum glauben: als ich heute morgen aufwachte, stand direkt hinter uns der wolangbus ??!!!

sie sind wohl kurz nachdem ich tief eingeschlafen bin, angekommen und wollten uns besuchen. wir waren extra früh aufgestanden, weil heute markt war und sie waren noch am schlafen.



kilian ist als kapitän voll bei der sache und hat es sich trotzdem nicht entgehen lassen, mit zwei kladden loszuziehen und unterschriften zu sammeln. alle hatten viel freude an diesem denkwürdigen zusammentreffen. und ich habe mit der bezaubernden momo mal eine junge kollegin hingerissen angestaunen können.



meine meistin grinste wie ein honigkuchenpferd, weil sie mir das eingefädelt hatte – wohl wissend, wie ich mich freuen würde. gegen mittag sind sie dann weiter gezogen:




und ich muߟ jetzt schlafen …


die bühne

das ist die bühne für unser abschiedskonzert: neuruppin, das ich in guter erinnerung habe. die preuߟischste aller preuߟischen städte, unglaublich weiträumig – wir stehen auf einem riesigen platz zum ersten mal so rum in der gegenüberliegenden ecke, in der ich schon einmal im schatten bitterlich gefroren habe.

die sonne trägt ebenso zu meiner gesundung bei wie die millionen unsichtbaren helferlein und die spurenelemente und die globuli von gabriele, die ich mir zusätzlich einverleibt habe. der krampf löst sich und ich gehe völlig in der arbeit auf. besser gehts nicht – allerdings im dicken mantel und mit den leguanos an der füߟen.




und ich will gern die fürsorglichen ermahnungen von gabriele beherzigen, mich zu schonen und doch bitte früher ins bett zu gehen …



jimi hendrix teppiche

so etwa stelle ich mir die digitalen apparaturen vor, mit denen ich meine jimi hendrix teppiche bearbeite.




die sind durchaus dokumentarisch & autobiografisch. sie erzählen von meinen erlebnissen.


achttausendzweihundert

… und paar gequetschte unterschriften haben wir im winzigen pritzwalk voll gemacht. ich war zum ersten mal da und hatte unnötig schlechte erwartungen.




leider stand ich die ganze zeit im schatten und fror. ich habe wahrscheinlich den abschied von meinem geliebten afrikanischen strampelanzug zu lange hinausgezögert und bin leicht angeschlagen.

letzten freitag in berlin ist kolja zu uns gestoߟen. er ist seit zwei jahren zum ersten mal wieder am omnibus. dazumal ist er jahrelang ziemlich oft mitgefahren. also bin ich neugierig, zu erfahren, wie er sich in der zwischenzeit entwickelt hat.

und hannah, die ich in potsdam und in berlin gesehen habe, ist kurzfristigst am montag abend zugestiegen und hatte heute ihren allerersten tag. sie vervollständigt jetzt unser kampfsammelquintett beim endspurt.



vollsperrung

am sonntag wollten wir bei schönstem sonnenschein & dramatischen wolkenfiguren von alt kladow nach pritzwalk fahren, wo wir auch unter normalen umständen im hellen angekommen wären …




… wäre nicht kurz hinter herzspring ein flixbus wüst verunglückt – das haben wir erst erfahren, als wir schon vier stunden (davon mindestens zwei im dunkeln) auf der stelle gestanden hatten. ich bin gut weitergekommen in dem neuen neal stephenson roman und habe den spiegel zuende gelesen. im mulimodus habe ich den rest der strecke abgerissen und bin zum ersten mal seit ewigen zeiten vor mitternacht ins bett gegangen.




dadurch gerate ich hier ins hintertreffen, denn das wochenende war voll von denkwürdigen & erbaulichen erlebnissen:




am freitag hatten wir völlig unverhofft mit unserer gala vor dem brandenburger tor die schönste geburtstagsfeier, die ich mir wünschen konnte. an so einem prominenten ort, mitten im geschehen.



die musik war umwerfend und fuhr mir kitzelnd in die glieder. es war wie ein bad in einer friedlichen menge menschen.

 

nach längerer zeit, in der unsere physikalischen leitungen tot waren und ich viel an sie gedacht hatte, habe ich meine meistin leibhaftig erleben dürfen. das war sehr beruhigend.



für stephan & jan war dieses fest der krönende abschluߟ ihrer zeit am omnibus.  machts gut & lebt wohl.


havelhöhe

in der havelhöhe haben wir einen neuen platz zugewiesen bekommen, so daߟ wir jetzt wissen, wo wir in zukunft problemlos stehen können.




ich liebe diesen hafen.


zweiter akt potsdam

als ob ich es geahnt hätte: am zweiten tag in potsdam wurden wir eingekesselt & zugebaut




mit absurdem aufwand wurden eine bühne und das ganze technische zubehör für eine wahlkampfveranstaltung mit martin schulz aufgebaut, die am freitag mittag stattfinden sollte. es wuselten den ganzen tag über dirigenten mit smartphones & klemmbretter herum, um einen chor von subunternehmen zu koordinieren.




das wetter war zunächst so beschissen wie am vortag. ich konnte darüber nachsinnen, wie viele jahre der omnibus von dem geld fahren könnte, was hier für eine halbe stunde nichtssagenden redens verschwendet wurde. die trupps, die alles montierten, waren echte profis und es machte spaߟ, sie bei der arbeit zu beobachten. das nenne ich absurdes theater!




das wetter klarte am nachmittag wieder auf und am ende hatten wir in der hauptstadt in zwei tagen hundert unterschriften weniger gesammelt als an einem tag in eberswalde  …