mit den beiden „frischlingen“ patrick & julian war erfrischend neu & unbefangen. und superkurz, weil sie jetzt beide schon wieder weg sind.
gerade kommen bella & leon vom baden zurück – fortsetzung folgt, wenn ich wieder netz habe …
alles läuft wie am schnürchen und das ambiente ist jeweils paradiesisch – aber: weder in breisach, noch in endingen, noch in deggenhausen bei der firma sonett gab es eine ausreichende netzverbindung – bei sonett konnte ich noch nicht mal telefonieren.

jetzt bin ich mit leon bei schönstem wetter durch eine prachtvolle landschaft nach konstanz gefahren, um ihn beim kauf einer brille zu beraten … dort konnte ich mich dann mit freya kurzschließen und für morgen verabreden. wir sind noch ein wenig durch die stadt flaniert und haben im hafen die große mätresse besucht, die sich dort dreht und die schiffe begrüßt.
von konstanz aus sind wir mit der fähre über den bodensee zurück nach überlingen gefahren und ich sitze jetzt auf dem balkon von isabella über überlingen, während isabella & leon noch mal eben wenigstens teile ihrer körper in den see tauchen wollen.
später werden wir mit den eltern von isabella in einem bio-restaurant neben der überlinger waldorfschule, an der wir am montag sind, zu abend essen.
ich erlebe eine üppige fülle – wie im vorigen sommer in der pfalz. die städtchen sind wie aus dem boden gewachsen – mit mittelalterlichen proportionen. die landschaft ein kleinräumiges gesprenkel von weingütern, obstwiesen und vielen vielen walnußbäumen – die getreidefelder fallen kaum auf.

da fließt der rhein … und frankreich und die schweiz sind zum greifen nah. womöglich die einzige region, in der die idee der regionalwert ag geboren werden konnte, ein sehr gelungenes wirtschaftliches formenspiel – eine umstülpung der idee der aktiengesellschaft, in der die einzige aktion der aktionäre der konsum des profits ist.

in breisach hatte ich das glück, gleich gegenüber vom omnibus eine praktische anwendung dieser unternehmerischen vorgehensweise bewundern zu dürfen. bei meinem letzten aufenthalt war dort noch ein kleiner bioladen, der aus allen nähten platzte, aber von den banken keinen kredit für den ausbau bekam. da ist die regionalwert ag in die bresche gesprungen und hat den ausbau und die einrichtung finanziert. jetzt ist da ein gut sortierter biomarkt mit der betonung auf regionalität.
dort habe ich andrea hiß kennengelernt, die dieses unternehmen zusammen mit ihrem mann christian gegründet hat. sie hat sich über mein inter-esse gefreut und mir gleich die neueste ausgabe des buchs geschenkt. wir etwas gemacht, das ich als „gemeinsame vergegenwärtigung“ bezeichnen will. das erlebe ich immer häufiger und mein organisches netzwerk verfeinert sich ungemein.
und am kommenden wochenende werde ich wahrscheinlich schon wieder so ein eigenwilliges unternehmen kennenlernen: die firma sonett, wo leon den praktischen teil seines dualen wirtschaftsstudiums absolviert.
endgültig der moment, den ich sehnsüchtig erwartet habe: ich habe den meiner fantasie entsprungenen afrikanischen strampelanzug feierlich eingeweiht:

und bin restlos begeistert und meiner schneidermeistin demet unendlich dankbar für ihre arbeit.. jetzt muß ich nur noch meine fesseln nachbräunen und gewöhne mich bereitwillig daran, daß meine füße nun ganz zu sehen sind.

ich habe nur so lange damit gewartet, weil ich mich in diesem anarchistischen outfit so pudelwohl gefühlt habe und die schönsten erlebnisse damit verbinde. das ist der luftigere der beiden schwarzen strampelanzüge, den demet so liebevoll restauriert hat – jetzt gibt es mindestens schon fünf stellen, an denen er schon wieder geflickt werden muß – ich lege ihn also schweren herzens beiseite.
es ist so schön hier, daß ich nur mit meinem zauberkästchen ins netz komme – das eifohn würde nicht reichen …

bei unserem letzten aufenthalt hier ist kolja wie tarzan nach frankreich geschwommen – ich habe mir damals noch viele unnötige sorgen gemacht.
im omnibus war es stickig heiß – also haben wir alle erleichtert unsere füße in den brunnen getaucht und sind zum rhein spaziert – patrick ist eine weile geschwommen. ganz gemächlich sind wir zum omnibus spaziert und haben einen lekkeren couscous salat gegessen.

dann jeder für sich in eine andere welt.

ich bin zufrieden – heute morgen bin ich schnell mit dem bus in die stadt gefahren und habe mir die formulare besorgt, die ich für meinen steuerkram noch brauchte. und mir feine wurstwaren besorgt – die beiden jungs sind vegewasauchimmer und haben inzwischen ihre spezialeinkäufe erledigt. gegen eins habe ich dann den fetten umschlag für meinen steuerberater in den briefkasten an der bushaltestelle hinter schloß freudenberg eingeworfen, so daß wir gegen zwei auf der autobahn waren und bei brütender hitze die dreihundert landschaftlich traumhaften kilometer zum kaiserstuhl geritten sind. unser platz auf dem marktplatz war frei und gleich gegenüber ist ein bioladen der regionalwert ag – das nenne ich ein mustergültiges unternehmen. seit unserem aufenthalt im schloß türnich denke ich darüber nach, eine aktie der regionalwert ag rheinland zu erwerben.
hoch über der stadt am stefansmünster habe ich unter einer uralten linde gesessen und das orgelkonzert mit der neuen orgel der konstantin-basilika angehört – das ergab eine friedlich abgehobene stimmung.

jetzt bin ich mal gespannt, wie das trio mit frischlingen auf der straße funktioniert …
das neue trio hat sein eröffnungskonzert im klangraum auf dem großen gong gespielt – am abend ist patrick dazu gekommen, ein freund von freya & jonas, der am annener berg studiert. julian hat in den paar tagen, die er bei uns ist, die beste ausbildung durch gabriele genossen und an diesem wochenende einen intensiven einblick in unsere omnibus-arbeit gewonnen. er hat sich gleich frisch & lebhaft in unser parlament eingemischt. sein quirlig aufgewecktes wesen paßt wunderbar zu der blitzgescheiten maike und ich vergnüge mich damit, mir diese beiden als paar auszumalen.
ich habe den beiden ein kleines konzert gegeben und dann haben sie nachher hintereinander jeweils zum ersten mal in ihrem leben auf einem gong gespielt. ich habe den eindruck, daß das eine ultimative einstimmung war, denn danach haben wir noch einträchtig zusammen gesessen und ohne umschweife geredet.
das wäre das cover des albums, wenn ich mein gongspiel aufgezeichnet hätte. dieses mal hatte ich nämlich einen schlüssel, um von hinten direkt in den klangraum zu kommen. ich näherte mich dem instrument aus einer anderen richtung …

im november und im april hatte ich die spielerischen möglichkeiten meiner schwarzmelierten strickjacke mit den knopflosen langen ärmeln entdeckt.
ich habe also wohlweislich die rote lederjacke aus- und diese gongjacke angezogen, um mit meinem körper so nah wie möglich heranzukommen. ein inter-esse, das sich herauskristallisiert hat, waren rhythmische dämpfungen. ich konnte mich fallen lassen und auch ganz anders und differenzierter mit dem großen schlegel experimentieren.
hier ein paar bilder für die ohren:
endlich konnte ich freya analog & höchstpersönlich zu ihrer grandiosen bachelaurettenparade beglückwünschen.
ihr erinnert euch:

mir ist klar geworden, daß sie eine fliegende omnibus haltestelle ist. besonders schön ist das, wenn die haltestelle mit uns fährt – wir können uns synchronisieren und fein abstimmen, um immer gut zusammen zu spielen, unabhängig von raum & zeit, in bester ergänzung.
besser gehts nicht !!!