k town

hier war ich noch nie (es war bisher immer zu teuer). jetzt hat freya uns mit einer wunderbaren logistischen improvisation den besten platz besorgt und ein wahres mediengewitter ausgelöst: das fernsehen war da mit einem beitrag für die nachrichten, wir waren in zwei radiosendern und in mehreren zeitungen angekündigt – sowas ist wirklich selten …

kaiserslautern hat ein paar einwohnerinnen weniger als witten. plus fünfzigtausend us-amerikaner. die stadt wurde im zweiten weltkrieg zu drei vierteln zerstört und dann nach den logistischen spezifikationen der amerikaner wieder aufgebaut. das höchste gebäude ist das rathaus, ein klitzekleiner wolkenkratzer. und 2015 wurde eine fette konsumhölle eröffnet.
mir war angenehm aufgefallen, daߟ viele farbige menschen unterwegs waren  – und dann bekamen wir drastisch aufgezeigt, zu welchen konsequenzen das oft führt: darüber hat freya als erste ko-pilotin in sofia’s poetischem projekt „wo-lang.org“ ausführlich geschrieben.  heute war ihre premiere und wir haben uns, nachdem sie vom duschen zurückkam, noch ausführlich darüber ausgetauscht und ein gemeinsames garn gesponnen über wirkungen & potenziale. wir waren uns einig, daߟ es intelligent  und nahrhaft für alle beteiligten wäre, eine solche verbundenheit digital zu erzeugen, wenn sie analog nicht zu haben ist. poesie kann die digitale barriere durchdringen und zu äuߟerst sinnlichen erfahrungen führen, die automatisch analog sind.

in meinen träumen wünsche ich mir sowas schon sooo lange.

drüpplingsen

am samstag nachmittag sind wir zum sommerfest unter der überschrift „kultur und natur“, zu dem wir schon mehrmals eingeladen gewesen sind, gefahren. freya hatte bei ihrer tourenplanung geistesgegenwärtig umdisponiert und es paߟte prima.

eingeladen hatte uns eine bürgerinitiative aus dem tausend-seelen-dorf drüpplingsen in der nähe von iserlohn, die dieses fest seit jahren ehrenamtlich organisiert. es findet drauߟen neben einer ehemaligen grundschule statt, in einem schönen kleinen park mit üppigen alten linden.

mit so viel offensichtlicher freude ist der omnibus selten willkommen geheiߟen worden. wegen einer unsicheren wetterlage waren vorsorglich pavillons aufgestellt worden und das fest hat sich ein wenig in richtung schulhof verschoben. aber im dunkeln brannten im park lauter schwedenfeuer und einzelne bäume waren farbig illuminiert. 

das ganze fest drehte sich letztlich um ökologie. es gab live music, essen & trinken, einen kleidermarkt, anfaߟbare beispiele von elektromobilität, demeter gemüse und informationen über permakultur, gemeinwohlökonomie, das geldwesen, alternative energien und förderprojekte z.b. in ghana. die landwirtschaftliche komponente des omnibus kam voll zur geltung.

vor dem groߟen feuer haben freya und ich versonnen über unser verhältnis zu den elementen geredet und uns von den flammen hypnotisieren lassen. 

unsere gastgeber waren lauter liebenswürdige menschen und vor dem omnibus haben einige ruhige & werthaltige gespräche stattgefunden. und es wird sogar einen zeitungsartikel geben (was wir häufig an unseren aktionsorten nicht schaffen). wir haben uns wohl aufgehoben gefühlt. es war die beste einstimmung auf den groߟen aufbruch heute …

und übrigens

die bezaubernde emily hat mir dieses bild geschenkt. sie war in dieser seltsamen vollmondwoche mein lebensfaden.


im augenschein war der mond riesig – auf fotos ist das jedesmal eine riesige enttäuschung …

da bin ich wieder

ganz arglos & vertrauensselig bin ich in einen bösen hinterhalt geraten, wo ich sowas am allerwenigsten erwartet hätte. der hat mich völlig aus der bahn und schwer verwundet in den graben geworfen …

… bis freya kam und mich liebevoll reanimiert hat: balsam für meine geschändete seele. jetzt fühle ich mich besser als vorher.

freya hat mich dann ermuntert, wieder produktiv zu werden und wir haben zusammen unser neues destinationslogo angebracht:

logo

dazu novalis: „die antwort ist das unglück der frage“ …

schwebende zukunft

so hieߟ ein gedicht von joachim ringelnatz, das sofia in ihrem blog zitiert hat. ich fühle mich auch in einer seltsamen schwebe, wenn ich nicht unterwegs bin. on the road. und allein im omnibus. die pulsierenden analogen kontakte fehlen mir und die vergewisserung durch die anderen. 

die liebe brigitte hat mir ihr auto gegeben, und so kann ich den werkstattaufenthalt des omnibus organisieren, meine haare schneiden lassen, lange ausgebrüteten fragen nachgehen und endlich meine digitale schiefertafel in betrieb nehmen, obwohl es keine handbücher und betriebsanleitungen mehr gibt und ich wie ein begriffsstutziger ochse herumhantiere, wenn die lieben enkelinnen mir nicht helfen, mit denen ich immer herumfahre. oder milla, meine echte enkelin, die ich leider dieses mal nicht sehen kann, weil sie noch in ferien ist.

dieses bild, auf dem der omnibus eine dominierende rolle spielt, hat mir emily, die siebenjährige enkelin von michael, gleich zur begrüߟung geschenkt. sie ist bisher in england, dem land ihres vaters, aufgewachsen, aber ab & zu haben wir uns gesehen. ich werde sie fragen, ob ich von ihr ein aktuelles volkfoto machen darf, denn wir freunden uns gerade an. 

ich finde ihr vollkommen unbefangen angelsächsisch strukturiertes deutsch köstlich, das kitzelt meine poetische fantasie. nur wegen ihr würde ich durch die waschstraߟe fahren – auch wenn der omnibus nicht schmutzig wäre. 

übrigens ist das laufen mit nackten füߟen im asphaltdschungel des ruhrgebiets eine ganz eigenartige erfahrung – ich bin ja nichtsdestotrotz ein potentieller konsument, mit dem keiner gerechnet hat. ich komme mir exzentrisch vor und gleichzeitig im mittelpunkt.

und alle sind freundlich. am ende des tages habe ich dann eine menge geschafft und versenke mich in sachen, die schon lange auf mich gewartet haben.

immer schön lokker bleiben !!!

grazie

grazie: gleichzeitig dank & huldigung deiner graziösen spannung, die ich von anfang an bewundert habe. meistens arbeiten wir unisono – ein herz & eine seele.

danke, liebe sofia, für diese überaus fruchtbaren wochen. mir schreiberling hat es soviel bedeutet, mit dir zusammen deine texte nach den maߟstäben der kunst fein zu ziselieren: das war das urbild von zusammenarbeit, wie ich sie ersehne. kongenial. das würde ich liebend gern mit meinen texten mal wiederholen.

es wärmt mein herz, mitzuerleben, wie du dich zu einer tatkräftigen & eigensinnigen amazone entwickelst und gleichzeitig lokkerer wirst. wir haben so schön miteinander gelacht und ernsthaft geredet. die junggesellin kannst du von mir jederzeit zertifiziert bekommen.

und nochmals danke dafür, daߟ du dir mir zuliebe ein fellchen stehengelassen hast – und ich auch noch in den genuߟ kam, dich zu scheren …

menschenskind, so viele haare in drei wochen.