ich muß ins bett.
Allgemein
blau-weiß
es ist so schön hier, daß die menschen ziemlich sorglos sind an frühlingstagen wie diesen drei in regensburg. das drückt auf unser ergebnis. es strengt an, sich davon nicht die gute laune vertreiben zu lassen. ich kann nur voll da sei – mehr ist eh nicht drin.
von unseren schönen kontakten habe ich ja schon erzählt … ursula kam zum abschied noch einmal mit einem freund, der uns noch nicht kannte und mir gleich seine telefonnummer angesagt hat.
und jelena kam vorbei, so daß die sandkastenfreundinnen sich gebührend verabschieden konnten.
ein volksabstimmungs-poster !
alltag
mir fällt auf, daß mein alltag – wenn es mir gelingt, lokker zu bleiben – eher ein allestag ist, den ich voll auskosten kann. ich fühle mich analog vernetzt und führe in mehreren parallelwelten die aufschlußreichsten gespräche.
heute zum beispiel mit einem feinkosthändler, bei dem mich eine pastrami angelacht hat. dieser mann wußte viele wichtige einzelheiten über hochwertige lebensmittel zu erzählen … und war voll bei mir, wenn ich über meine arbeit gesprochen habe..
oder der messerschleifer (der soundsovielte chef von stahlwaren keil): er hat mir auch noch mein k2-messer „repariert“. obwohl ich es immer nur an einem keramikstab gewetzt habe, um die schärfe zu halten (eine matschige tomate ohne einstechen und säge ganz leicht schneiden), hatte die schneide einen leichten knick. „donauwöhhn“ sagte die resolute herrin des ladens. ich habe einen moment gebraucht, bis ich verstanden habe, daß sie „donauwellen“ gesagt und damit einen typischen laienfehler diagnostiziert hat. „da muß ich den chef fragen … das muß ja ganz neu aufgebaut werden“, sagte sie und ging nach hinten.
zwei stunden später brachte er mir dann mit von metallstaub schwarzen händen dieses wie neue messer in den omnibus. ich habe ihm meine messer und meine wetzstäbe gezeigt und er hat mir beigebracht, wie ich beim wetzen am gleichmäßigsten arbeiten kann.
dann hat er mir noch ganz uneigennützig einen trick verraten, wie ich meine ziemlich abgenudelten wetzstäbe mit schleifpapier noch einmal auffrischen kann. später, wieder in seinem laden, hat er mir dann den ultimativen wetzstab vorgeführt.
am nachmittag war ich in einem laden, um mich über barfußschuhe zu erkundigen … eine schöne junge frau hat mir sachlich alles wissenswerte erklärt und dann zum abschied gesagt: „sie sehen super aus. ihr stil ist der hammer!“ sowas passiert einem opa nicht alle tage. ich fühlte mich ganz beschwingt.
allerdings ging die arbeit am omnibus nicht über ein plätschern hinaus (lokker bleiben). und ich erinnerte mich an eine ähnliche ambivalenz beim letzten mal hier in regensburg. vor zwei jahren. die schöne alte stadt am fluß – im volksmund wird sie als nördlichste stadt italiens bezeichnet – viertgrößte stadt bayerns – viele touristen – der schöne platz – die hier schon mächtige donau … und dann diese läppischen ergebnisse. ich kapier’s nicht.
nach der arbeit haben wir einen sehr schönen abend bei ursula verbracht, die wir beim letzten mal kennengelernt hatten und die ganz in der nähe in einem der alten häuser wohnt. um zu ihrer wohnung zu kommen, muß man erst mal durch einen wuchtigen torbogen in einen schönen innenhof gehen und dann ein paar treppen rauf. sie hatte uns zum abendessen eingeladen und eine lekkere spinat-lasagne für uns gemacht.
ihre beiden kinder jonathan (15) und sophia (20) sind zum essen dazugekommen. sophia hatte heute eine abiturprüfung geschrieben. sie wohnt auf einem schönen kleinen pferdehof außerhalb der stadt und reitet wie eine indianerin. sie ist eine perfekte omnibus-kandidatin. übrigens nennt sie ihr vater, der getrennt von ihr in köln lebt, auch immer sofia.
ich will ja auch dieses blasierte „ph“ aus meiner sprache verbannen und lieber filosofie & filologie sagen – arno schmidt läßt grüßen.
tändlergasse
in den engen gassen der altstadt gibt es uralte monolithische hochhäuser mit niedrigen massiven arkaden, hinter die der konsumlärm erst einmal zurücktreten muß. in der tändlergasse war der unglaublichste krimskrams angehäuft.
mir wurde ganz schwindlig, aber angenehm.
und dann tauchten noch diese beiden typen auf:
regensburg
die altstadt ist so schwer wie ein felsmassiv – mit römischen spuren. auch die donau ist hier schon ziemlich massiv & eindrucksvoll. ein antiker verkehrsknotenpunkt. sehr aufschlußreich für meine geschichtsforschung.
wir hatten strahlend schönes wetter, standen aber bis zum frühen nachmittag im schatten. gestern abend war noch jonas zu uns gestoßen, der jetzt zum vierten mal am omnibus ist. wir sind also wieder ein trio (mit zwei cellistinnen). wir stimmen uns neu ein.
nach der arbeit sind freya & ich mit jelena zum duschen gegangen. ich bekomme viel von der stadt zu sehen. in einem messergeschäft gegenüber, das seit 1806 existiert, habe ich unser brotmesser schleifen lassen und mit dem meister gefachsimpelt. für mich heißt das, als laie möglichst viel über messer zu lernen. es gab da wunderschöne japanische damaszener-messer. mein einziges damaszener-messer, mit dem ich im winter fast alles mache, hat sich gerade zum ersten mal in den omnibus-haushalt eingebürgert. ich glaube, das liegt daran, daß kolja dieses messer auch so schön findet. in der letzten zeit haben wir unser brot damit geschnitten, weil es besser schneidet als unser brotmesser mit wellenschliff, das ich schon seit über 20 jahren verwende. da wollte ich diesem treuen werkzeug mal meine referenz erweisen, es so gut wie möglich zu restaurieren. ich konnte darauf warten und habe freiwillig zehn euro bezahlt, obwohl es nur acht euro kostete. ich liebe solche erlebnisse.
und jetzt noch mein bummel:
lebt wohl
mit diesem bild vor augen verabschiede ich mich hier noch einmal von gabriele & kolja.
kurz nach mittag sind sie zum bahnhof gegangen. es war schön, daß wir noch miteinander frühstücken konnten. kolja hat einen stromanschluß gefunden und die kabeltrommeln neu isoliert – an manchen stellen schauten die bunten isolierungen der einzelnen stränge heraus.
und ich konnte noch mit gabriele in die eisdiele gehen und draußen in der sonne meine erste eisschokolade genießen. einträchtig haben wir die gemeinsam verbrachte zeit resümiert. zu unserer vollen zufriedenheit …
noch paar bilder



und wen’s inter-essiert: regensburg
im schönen regensburg
schräg gegenüber von der kaiserlichen pfalz. ich habe mich schon auf diesen platz gefreut. wir haben uns erst ein wenig umgesehen und erinnerungen aufgefrischt. die einfahrt durch die engen gassen ist immer spektakulär und der platz ist uralt.
wir haben uns einen italiener ausgesucht und sind fein essen gegangen. gabriele und kolja fahren morgen nach hause. beide werden mir fehlen – wir hatten eine wunderbare zeit miteinander. trotz zum teil haarsträubend widrigen umständen.
gabriele hat ihre integrative kraft entfaltet. sie hatte zuletzt die besten ergebnisse. mit ihr fühle ich mich immer geerdet, was ja nichts anderes bedeutet als an den strom des lebens angeschlossen zu sein. sie hat sich sehr schnell & praktisch im omnibus eingegliedert und ist voll intrinsisch motiviert. kolja’s praktische eingriffe habe ich ja schon ausgiebig belobigt.
beim italiener ist dann jelena zu uns gestoßen, eine sandkastenfreundin von freya, die hier studiert. die mütter haben zusammen studiert und sind kreuzweise patinnen ihrer insgesamt fünf kinder. mit ihr zusammen haben wir noch einen ausgiebigen stadtbummel gemacht, über die alte steinbrücke neben dem salzstadel, dann auf einer donauinsel bis zur nächsten brücke und am ende über die uferpromenade der altstadt zu unserem platz zurück. dann hat jelena eine omnibus-führung bekommen. bei ihr werden wir duschen können.
























