duett

das ist nochmal ein duett mit johannes: ich war zu klein, das motiv anzupeilen …

ich bin so erleichtert, meine spinnereien wieder frei laufen lassen zu können – mit der betonung auf lassen. ich bin ein alter mann auf hochtouren und muß mich regelmäßig entleeren …

mit den vermaledeiten digitalen komplikationen bin ich rettungslos aus der kronologie gefallen und habe alle kreative energie in meine bilder umgeleitet, die noch niemand gesehen hat …

ich habe gerade lieber ein trautes filosofisches gespräch mit johannes genossen und dafür mein schreiben unterbrochen. es ist viertel nach zwei und ich sage mit einem weiteren duett:

gute nacht zusammen !

und weils so schön ist …

hier – allen lükken zutrotz – der neueste stand: am ersten august haben wir beim bisher schlimmsten regenwetter lokker die dreitausender-hürde überflogen: 3.111 !!! 3

glücklich & zufrieden

dieses tiefsinnige portrait hat der liebe johannes heute von mir gemacht – selbst der schirm wegen des scheußlichen wetters ist zu erkennen. er hat auch die flamingo-bar entdeckt:

er hat mich gerade nicht zum ersten mal von einer bedrückenden digitalen verstopfung geheilt – ohne die dümmliche herablassung der digitalen eingeborenen. mein leben ist dermaßen dicht, daß ich keine zeit für digitale komplikationen habe. dadurch, daß ich meine einträge alle umständlich an den ohnehin immer sehr beschäftigten joshua schicken mußte, bin ich echt ins stottern geraten.

johannes heilt mich von allen digitalen übeln, indem er sich neben mich setzt und mir mut zuspricht. ich drücke dann selbst auf alle knöpfe und freue mich unbändig, wenn es gelingt. wie jetzt mal wieder. das bild zeigt uns zusammen zum sammeln für die volksabstimmung zum schutz des wassers 2019 in schleswig-holstein – da hat er sich auch extra für den OMNIBUS urlaub genommen – wie jetzt mal wieder. die voll analoge woche mit ihm ist für mich auch eine art OMNIBUS haltestelle geworden – jedenfalls eine heilige oase.

zur feier des tages eine ganz frische koproduktion von uns:

sein ohne mein wissen aufgenommenes suchbild von mir – während ich ein bild vom OMNIBUS in wedel aufnehme.

mir fällt ein stein vom herzen.

die stunde der wahrheit

ich fasse es nicht – mit hilfe von johannes ist es mir tatsächlich gelungen, den blog wieder normal in betrieb zu nehmen …

steckdose in glückstadt

nach den erfolgreichen tagen in glückstadt konnten wir uns fürs wochenende bei „moin – biologische backwaren“ ankoppeln – eine OMNIBUS haltestelle nach meinem geschmack: sui dschen & paul sind langjährige geschwister – ich freue mich jedes mal, mich mit ihnen mal voll analog kurzzuschließen. kurz nach 9/ 11 ist sui dschen in den OMNIBUS eingestiegen ohne körperliche anwesenheit. damals lebte sie im allgäu – und ähnlich wie bei norbert & andrea ist sie nach glückstadt hoch oben im norden gezogen, weil sie sich in paul verliebt hat, der dort „moin – biologische backwaren“ gegründet hatte, ein mustergültiges unternehmen, dem anzumerken ist, das es unter der maßgabe des erweiterten kunstbegriffs betrieben wird. ich kann das nur jedes mal staunend bewundern.

unser strom kommt ja seit anfang 2022 von der sonne – wenn wir hier andocken, können wir die wärme der sozialen praxis tanken. morgen wird paul uns durch den betrieb führen und sui dschen wird uns extra die räume zu einer malerei-ausstellung aufschließen. für mich ist das schlaraffenland und ich kann eifrig spinnen …

ramon

jonas hatte mir schon einiges über seinen freund ramon erzählt. wir hatten verabredet, daß er (jonas) derjenige sein sollte, der ihn einarbeitet in unser komplexes zusammenspiel.

wenn die beiden nicht kurzfristig & freiwillig eingesprungen wären, wäre die absurde situation entstanden, daß ich beim sammeln allein gewesen wäre. jonas mußte dann gleich dienstag nach berlin weiter.

ich hatte mir einen temperamentvollen argentinischen lockenkopf mit mehr oder weniger starkem spanischen akzent vorgestellt und war einigermaßen verwirrt, als er sich als „normaler“ deutscher entpuppte – darüber hinaus noch als rheinische frohnatur & geborener verkäufer, der hemmungslos & beharrlich erstaunlich viele unterschriften sammelt – wir haben gerade ganz allein zu zweit in zwei tagen „glückstadt“ fänomenale 310 unterschriften gesammelt und damit jeden tag eine freudige überraschung erlebt – besser gehts nicht.

der zeitungsartikel mag geholfen haben:

salto rückwärts

husum und humus haben die gleichen buchstaben – diese urtümliche stadt hat unsere arbeit sprießen & gedeihen lassen – wir konnten entspannt unser bestes geben – bei wild wexelndem wetter & industriellem tourismus in der hochsaison. wir haben hier im norden einen besonderen sinn ausgebildet für dänen & touristen, die zwar nicht unterschreiben können, aber durchaus unsere volle aufmerksamkeit verdient haben und ein paar freundliche wortwexel, die unseren groove aufs schönste beleben.

die häuser wenden ihre höchstpersönlichen gesichter der straße zu und schlängeln sich zu lebendigen silhouetten aneinander.

unser platz war optimal – wir standen mit dem rücken zu einem belebten marktplatz vor einem großzügigen bürgersteig. dort hatten uns norbert & andrea schon geduldig erwartet und fürsorglich willkommen geheißen. norbert ist einer der ersten förderer, die ich für meine arbeit geworben habe, als wir uns im rahmen der startaktion von „menschen für volksabstimmung“ in berlin kennengelernt haben – im mai 2001. damals lebte er im stockkatholischen eichstätt und praktizierte als gestalttherapeut. sein haus ist eine beliebte OMNIBUS haltestelle geworden, wenn wir in der gegend waren.

ich hatte ihn mindestens 10 jahre nicht mehr gesehen, aber von seiner damaligen frau gerda, mit der ich auch verschwistert bin, erfahren, daß er in den hohen norden zurückgekehrt ist, weil er seine ganz große alte liebe andrea wiedergetroffen hat. eine echte romanze – ich hab mich damals sehr für ihn gefreut. endlich konnte ich die beiden mal in fleisch & blut erleben. wir waren gleich in einem friedlichen einklang. norbert hat uns jeden tag bei der arbeit geholfen …

als ich ihm meine wunde gezeigt habe, hat er das ganz wörtlich genommen und spontan seinen förderbeitrag verdoppelt und mir die hälfte für dieses jahr bar in die hand gegeben. am zweiten abend sind wir zu einem lekkeren abendessen bei einem edlen italiener eingeladen worden. anschließend hat uns andrea ein gemeinschaftsatelier gezeigt & erklärt, das sich auch als stadtentwicklungsprojekt in einem problemviertel versteht …

und so weiter und so fort. ehe ich mich in schwärmereien verliere: ich will nur sagen:

husum war humus für meine seele.