die quelle

hier weist die groߟe mutter ihrer tochter donau den weg nach osten. diese figurengruppe steht auf der einfassung des quelltopfes …

dieser legendäre ort hat mich magisch angezogen. meine fantasie ist mit mir durchgegangen und wilde morfos sind entstanden:

sehen alle meine silhouette ?

diese bilder habe ich freya zu verdanken, der räumlich entfernten dirigentin meiner tour. sie weiߟ, was ich liebe. unser zusammenspiel überwindet lokker zeit & raum. das ist es, was charles eisenstein unter „heiligem wirtschaften“ (sacred economics) versteht. wir üben das praktisch jeden tag am omnibus – und auch gabriele & linda sind leuchtende beispiele, obwohl die äuߟeren umstände absurd anmuten: die schrecklichste unterschriftensammlung aller zeiten, brüllende sonne, zäher betrieb, viele touristinnen und so weiter … diesen frauen gelingt es, mit freundlicher bereitschaft & fürsorglicher aufmerksamkeit, das beste aus mir herauszuholen.

linda hat sich extra urlaub genommen und ist von ganz weit auߟen in dieses worst-case-szenario gestürzt. sie hat sofort & umstandslos ihre rolle verstanden. ich freue mich schon darauf,, sie mit freya bekannt zu machen, wenn wir in münchen sind – ich sehe da viele ähnlichkeiten.

friedfertig & nebenbei das notwendige tun und das leben voll auskosten: das nenne ich „heiliges wirtschaften“. dann ist alles ein geschenk.

also nochmal: danke, mädels !!!

ohne es zu wissen

sehe ich hier im rückspiegel den ursprung der donau und erst bei meinem nachtspaziergang habe ich es erlaufen …

heute mittag habe ich mir dann in der „i“ so eine lange ziehharmonika vom lauf der donau geschenkt, das ist meine dritte nach dem rhein und der elbe. heutzutage ist der offizielle anfang der donau der zusammenfluߟ von breg & brigach, weil lauter brachiale menschliche eingriffe den donaubach verschüttet haben – darüber streiten jetzt endlos die geleerten …

wir sind in donaueschingen. vor fast fünfzig jahren war ich hier einmal auf dem berühmten musikfestival.

das megalomanische monstrum

wie der groߟkotzige stinkefinger der technokratie überragt & dominiert dieser turm weithin alles. thyssen-krupp betreibt hier die gröߟte testanlage der welt für hochgeschwindigkeitsaufzüge und lockt obendrein mit der höchsten besucherplattform deutschlands auf zweihundertneununddreiߟig meter höhe. helmut jahn hat sich dafür hergegeben, spezialist für phalli aller art.

auf diesen bildern, die ich gestern abend gemacht habe, ist die lebensfeindliche aura zu sehen, die dieses monstrum ausstrahlt. und jetzt wirbt dieses zum verlieben schöne, fast zweitausend jahre alte städchen damit als attraktion.

da muߟ sich ein rottweiler eine goldene nase verdient haben:

dieser urahn aller rottweiler steht genau dem omnibus gegenüber vor dem stadtmuseum – touristen kommen mit rottweilern & schoߟhündchen und machen selfies – und alle reiben die nase.

die sonne brüllt wieder auf uns hernieder und ich habe erstmals meinen neuen westafrikanischen strampelanzug angezogen. die änderungen am schnitt sind sehr gelungen und ich lasse meine augen mit dem neuen muster & den anderen farben spielen. ich kann gabriele & linda kaum zumuten, unter diesen erdrückenden umständen loszuziehen mit ihren sandwiches,, die einheimischen sind sowieso irgendwo im kühlen schatten und die meisten menschen, die unterwegs sind, sind touristinnen aus aller herren länder.

überraschend gleichmütig & effektvoll verrichte ich meine arbeit und verstehe langsam, daߟ das, was ich früher ironisch den „der mann, den die pferd nannten“-modus genannt habe, mich mit bescheidener zufriedenheit erfüllt. ich kann mich dankbar verausgaben, ohne mich über allenthalben auftauchende hindernisse & widrige umstände zu ärgern. ich ernte ganz viel sympathie & schönheit.

also: jederzeit gern wieder rottweil – und wenn die rottweilerinnen so ein gemüt haben wie die rottweiler, dann ist das auch erfolgversprechend. wenn ich mich zum beispiel anschicke, eine straߟe zu überqueren, halten alle autos bereitwillig an und lassen mich rüber.

schade, daߟ ich von der stadt so wenig mitgekriegt habe – ich würde sie gern mal ausgiebig erkunden.

jetzt ruft mein bett mit kühlen träumen.

der spinner sagt ja

zu seinem wundersamen leben. schon als kind wurde ich immer als „spinner“ abgetan von den jeweiligen autoritäten, weil sie merkten, daߟ ich immun war und nicht kontrollierbar. entsprechend wild mäanderte meine biografie. jetzt mäandere ich mit dem omnibus und meine biografie ist voll in der spur.

heute zum beispiel: um elf sind wir quer über den schwarzwald gezockelt – ich hab das schon als training für die alpen betrachtet. die luft war frisch & kühl und die landschaft urwüchsig schön. danke, meistin … und schau, was für ein schönes altes städtchen rottweil ist – die älteste stadt in bawü (72 nach christus). wir sind schon am frühen nachmittag dort angekommen und ich konnte weiterlesen in „sein und teilen“ von andreas weber. seine bücher sind wie musik in meinen ohren. ein kunstgenuߟ für konsumenten. ich würde ihn gern mal direkt & analog erleben und mit eigenen augen sehen, wie er seine arbeit verkörpert.

dann gab es ein echtes gewitter – mit donnern & blitzen & heftigem regen. und ich hab nach langer zeit mal wieder meinen grauen zweireiher angezogen, in dem ich mich dieses jahr sehr wohl fühle. wenn es wieder heiߟ wird, ist der neue westafrikanische strampelanzug an der reihe (der erste ist ganz ausgebleicht und sollte mal gewaschen werden). gegen sieben kam linda aus münchen, 34 jahre alt und ganz frisch am omnibus. wir haben bei einem inder gegessen und uns kennengelernt. mit sofia am ohr bin ich durch ein schönes abendliches zwielicht gelaufen und habe das städtchen auf mich wirken lassen, während wir uns ausgiebig sünkronisiert haben – sie steht auch voll im leben und hatte viel zu berichten …

und zur nacht noch mal der kontrapunktische ausblick von meinem schreibtisch:

im schwarzwald

ist auf meinem ersten abendspaziergang eine schwarze morfoserie entstanden:

die hat mir sehr geholfen, runter zu kommen und nicht zu grübeln – ich hab bis tief in der nacht an diesen bildern gearbeitet …

endlich hat es mal gewittert & heftig geregnet – mit gabriele bin ich so gut eingespielt, daߟ ich mich sehr zuhause fühle und meinen musen lauschen kann. alles notwendige erledigen wir nebenbei. in diesem paralleluniversum verbringen lauter holländische familien ihre ferien. komplementär zu den deutschen, die an die nordsee fahren. ich versuche, mich in ihre lage zu versetzen, besonders in die der kinder.

der omnibus ist hier wie ein raumschiff aus einer anderen welt eingetrudelt und ich habe ihn kaum verlassen.

bewährungsprobe

zur feier unserer sysiphus-arbeit habe ich einen neuen blumenstrauߟ ausgestellt. es gab zwei zeitungsartikel. einen hat uns ein freundlicher mann aus dem rathaus gleich morgens vorbeigebracht. ab zwei uhr standen wir wieder in der prallen sonne bei einunddreiߟig grad im schatten. wir bekommen kaum was von der stadt mit und muߟten uns noch einen platz für das wochenende organisieren. ich stehe neben mir und staune über meine gelassenheit. was in schleswig-holstein ein schlechtes tagesergebnis war, haben wir hier gerade mal in vier tagen zusammengekriegt. die gespräche funktionieren gut – wenn sie denn zustande kommen. der omnibus schnurrt behaglich, weil gabriele da ist und ich verstehe mit einem mal, daߟ meine gelassenheit ein geschenk von gabriele ist. herzlichen dank dafür, meine liebe. je mehr du mitfährst – desto besser läufts.

was es mit dieser ursula auf sich hat, weiߟ ich noch immer nicht – keine zeit, das rauszufinden. am nachmittag kamen immer mehr wolken und einige tropfen fielen – was für eine erleichterung. gleich nach der arbeit sind wir in den schwarzwald gefahren und biwakieren am wochenende auf einem campingplatz im kinzigtal. einige flüsse hier haben männlich klingende namen.

die ruhe ist himmlisch und ich komme zu mir ins oberstübchen, wenn es sowas gibt.

test

jetzt konnte ich plötzlich keine bilder hochladen – um halb zwei, als ich gerade mit meiner lichtbildnerei fertig war. um diese zeit konnte ich niemanden fragen. alles staute sich an. also habe ich den fehler ganz allein gefunden. jetzt scheints wieder zu laufen …

an der ursula-säule

ich bin noch nicht dazu gekommen, rauszukriegen, was es mit dieser ursula auf sich hat. wir sind in offenburg, nach vielen jahren wieder mal. dieser volksantrag ist ein rohrkrepierer, dem nur mit einer armee von klonkriegern beizukommen ist – gestern konnte ich erleben, wie allen die lust verloren ging. yunus ist voll nach westen abgedriftet und nach nur zwei tagen nach hause gefahren. noch bevor wir unsere instrumente stimmen konnten. ich konnte nur hilflos aus dem osten zuschauen.

ich erinnere mich an die lehren aus der volksinitiative in schleswig-holstein und halte ausschau nach lust & laune. ich kann mir tatsächlich sysiphus als glücklichen menschen vorstellen. also spielen gabriele & ich absurdes theater. das hilft mir, schön lokker zu bleiben.

vielleicht können mich ja diese roboter bei der arbeit unterstützen ?!?

es ist die ganze zeit stickig heiߟ und gegen abend im omnibus nicht auszuhalten, wenn nicht alle türen & fenster geöffnet sind. nach der arbeit suchen wir uns also erst mal ein schattiges plätzchen zum runterkühlen.

ich bemühe mich still, stets voll gegenwärtig zu bleiben und damit zufrieden zu sein. „sei nicht zwanghaft“ – sage ich mir und variiere zur erfrischung meine rituale.

und versuche auch, früher ins bett zu kommen.