wo war ich?

vom kaiserstuhl habe ich ja schon geschwärmt. es war eine sehr schöne fahrt von breisach nach endingen. dort wurden wir von einem freundlichen hausmeister in empfang genommen und mit allem versorgt (stromanschluߟ, generalschlüssel für toiletten & duschen usw.). und er hat uns noch auf einen badeweiher in der nähe hingewiesen.

im omnibus war es so warm, daߟ die jungs auf dem schulhof ein kleines salatbuffet herbeigeschnippelt haben, das wir dann auf den bänken drauߟen bei anbrechender dunkelheit verspeist haben. dann hat uns noch unser einlader mit einer besonderen flasche wein begrüߟt und geschichten über dieses nette kleine städtchen erzählt … es gab dort einen bürgerentscheid über einen bebauungsplan. wenn ich es richtig verstanden habe, ist er eine ein-mann-fraktion im gemeinderat und kannte viele hintergründe.

zu fuߟ habe ich mit ihm zusammen noch zwei mögliche zufahrtswege zu dem platz am rathaus ausgekundschaftet, am dem der omnibus nach dem schul-intermezzo für anderthalb tage stehen würde.




am morgen sind wir um sechs uhr aufgestanden, weil wir von halb acht bis viertel nach acht ein zeitfenster hatten, um etwa 60 schülerinnen & schülern, die hauptsächlich die herannahenden sommerferien herbeisehnten, unsere arbeit vorzustellen. nach einer 15-minütigen einführung von mir habe ich an patrick & julian übergeben, die auch richtig lust hatten, zu versuchen, auf ihre weise an die schülerinnen heranzukommen.

es kam zunächst nur wenig resonanz … und mir ist aufgefallen, daߟ es keine einzige wortmeldung von mädchen gab, jedenfalls so lange nicht, bis ich mein erstaunen darüber deutlich zum ausdruck gebracht habe.

ich weiߟ aus erfahrung, daߟ wir überhaupt nicht erwarten können, daߟ schüler unmittelbar auf uns mit angeregten diskussionen reagieren und tausend fragen stellen – erst recht nicht nach 45 minuten. wir waren anschlieߟend noch bis zur groߟen pause auf dem schulhof und haben da schon erste zaghafte annäherungen erlebt, aber das schönste war, daߟ sich am freitag nachmittag eine kleine gruppe kichernder mädchen vorsichtig dem omnibus genähert hat und mit ihren fragen herausgerückt ist, während sich hinter dem omnibus die jungs herumgedrückt haben, die zu schüchtern waren, uns zu fragen.

(ich sitze jetzt nach einem lekkeren abendessen bei naturata mit den eltern von bella (ich hatte frischen bodenseefisch mit reis & kapern) wieder auf dem balkon von bella und bin froh, in der reihenfolge der ereignisse ein wenig aufgeholt zu haben)

gute nacht allerseits – drauߟen tobt ein schönes gewitter.



das trio

mit den beiden „frischlingen“ patrick & julian war erfrischend neu & unbefangen. und superkurz, weil sie jetzt beide schon wieder weg sind.

gerade kommen bella & leon vom baden zurück – fortsetzung folgt, wenn ich wieder netz habe …




so long



hallo, hallo

alles läuft wie am schnürchen und das ambiente ist jeweils paradiesisch – aber: weder in breisach, noch in endingen, noch in deggenhausen bei der firma sonett gab es eine ausreichende netzverbindung – bei sonett konnte ich noch nicht mal telefonieren.




jetzt bin ich mit leon bei schönstem wetter durch eine prachtvolle landschaft nach konstanz gefahren, um ihn beim kauf einer brille zu beraten … dort konnte ich mich dann mit freya kurzschlieߟen und für morgen verabreden. wir sind noch ein wenig durch die stadt flaniert und haben im hafen die groߟe mätresse besucht, die sich dort dreht und die schiffe begrüߟt.

von konstanz aus sind wir mit der fähre über den bodensee zurück nach überlingen gefahren und ich sitze jetzt auf dem balkon von isabella über überlingen, während isabella & leon noch mal eben wenigstens teile ihrer körper in den see tauchen wollen.

später werden wir mit den eltern von isabella in einem bio-restaurant neben der überlinger waldorfschule, an der wir am montag sind, zu abend essen.



kaiserstuhl

ich erlebe eine üppige fülle – wie im vorigen sommer in der pfalz. die städtchen sind wie aus dem boden gewachsen – mit mittelalterlichen proportionen. die landschaft ein kleinräumiges gesprenkel von weingütern, obstwiesen und vielen vielen walnuߟbäumen – die getreidefelder fallen kaum auf. 




da flieߟt der rhein … und frankreich und die schweiz sind zum greifen nah. womöglich die einzige region, in der die idee der regionalwert ag geboren werden konnte, ein sehr gelungenes wirtschaftliches formenspiel – eine umstülpung der idee der aktiengesellschaft, in der die einzige aktion der aktionäre der konsum des profits ist.




in breisach hatte ich das glück, gleich gegenüber vom omnibus eine praktische anwendung dieser unternehmerischen vorgehensweise bewundern zu dürfen. bei meinem letzten aufenthalt war dort noch ein kleiner bioladen, der aus allen nähten platzte, aber von den banken keinen kredit für den ausbau bekam. da ist die regionalwert ag in die bresche gesprungen und hat den ausbau und die einrichtung finanziert. jetzt ist da ein gut sortierter biomarkt mit der betonung auf regionalität.

dort habe ich andrea hiߟ kennengelernt, die dieses unternehmen zusammen mit ihrem mann christian gegründet hat. sie hat sich über mein inter-esse gefreut und mir gleich die neueste ausgabe des buchs geschenkt. wir etwas gemacht, das ich als „gemeinsame vergegenwärtigung“ bezeichnen will. das erlebe ich immer häufiger und mein organisches netzwerk verfeinert sich ungemein.

und am kommenden wochenende werde ich wahrscheinlich schon wieder so ein eigenwilliges unternehmen kennenlernen: die firma sonett, wo leon den praktischen teil seines dualen wirtschaftsstudiums absolviert.



oben

mit sophia am ohr bin ich über uraltes pflaster zum stephansmünster hoch gestiegen …



dreiunddreiߟig grad

endgültig der moment, den ich sehnsüchtig erwartet habe: ich habe den meiner fantasie entsprungenen afrikanischen strampelanzug feierlich eingeweiht:




und bin restlos begeistert und meiner schneidermeistin demet unendlich dankbar für ihre arbeit.. jetzt muߟ ich nur noch meine fesseln nachbräunen und gewöhne mich bereitwillig daran, daߟ meine füߟe nun ganz zu sehen sind.




ich habe nur so lange damit gewartet, weil ich mich in diesem anarchistischen outfit so pudelwohl gefühlt habe und die schönsten erlebnisse damit verbinde. das ist der luftigere der beiden schwarzen strampelanzüge, den demet so liebevoll restauriert hat – jetzt gibt es mindestens schon fünf stellen, an denen er schon wieder geflickt werden muߟ – ich lege ihn also schweren herzens beiseite.


breisach

es ist so schön hier, daߟ ich nur mit meinem zauberkästchen ins netz komme – das eifohn würde nicht reichen …




bei unserem letzten aufenthalt hier ist kolja wie tarzan nach frankreich geschwommen – ich habe mir damals noch viele unnötige sorgen gemacht.

im omnibus war es stickig heiߟ – also haben wir alle erleichtert unsere füߟe in den brunnen getaucht und sind zum rhein spaziert – patrick ist eine weile geschwommen. ganz gemächlich sind wir zum omnibus spaziert und haben einen lekkeren couscous salat gegessen.




dann jeder für sich in eine andere welt.




zum beispiel patrick:




oder ich:




ich bin zufrieden – heute morgen bin ich schnell mit dem bus in die stadt gefahren und habe mir die formulare besorgt, die ich für meinen steuerkram noch brauchte. und mir feine wurstwaren besorgt – die beiden jungs sind vegewasauchimmer und haben inzwischen ihre spezialeinkäufe erledigt.  gegen eins habe ich dann den fetten umschlag für meinen steuerberater in den briefkasten an der bushaltestelle hinter schloߟ freudenberg eingeworfen, so daߟ wir gegen zwei auf der autobahn waren und bei brütender hitze die dreihundert landschaftlich traumhaften kilometer zum kaiserstuhl geritten sind. unser platz auf dem marktplatz war frei und gleich gegenüber ist ein bioladen der regionalwert ag – das nenne ich ein mustergültiges unternehmen. seit unserem aufenthalt im schloߟ türnich denke ich darüber nach, eine aktie der regionalwert ag rheinland zu erwerben.




hoch über der stadt am stefansmünster habe ich unter einer uralten linde gesessen und das orgelkonzert mit der neuen orgel der konstantin-basilika angehört – das ergab eine friedlich abgehobene stimmung.




jetzt bin ich mal gespannt, wie das trio mit frischlingen auf der straߟe funktioniert …



debüt



das neue trio hat sein eröffnungskonzert im klangraum auf dem groߟen gong gespielt – am abend ist patrick dazu gekommen, ein freund von freya & jonas, der am annener berg studiert. julian hat in den paar tagen, die er bei uns ist, die beste ausbildung durch gabriele genossen und an diesem wochenende einen intensiven einblick in unsere omnibus-arbeit gewonnen. er hat sich gleich frisch & lebhaft in unser parlament eingemischt. sein quirlig aufgewecktes wesen paߟt wunderbar zu der blitzgescheiten maike und ich vergnüge mich damit, mir diese beiden als paar auszumalen.


 

ich habe den beiden ein kleines konzert gegeben und dann haben sie nachher hintereinander jeweils zum ersten mal in ihrem leben auf einem gong gespielt. ich habe den eindruck, daߟ das eine ultimative einstimmung war, denn danach haben wir noch einträchtig zusammen gesessen und ohne umschweife geredet.




cover



das wäre das cover des albums, wenn ich mein gongspiel aufgezeichnet hätte. dieses mal hatte ich nämlich einen schlüssel, um von hinten direkt in den klangraum zu kommen. ich näherte mich dem instrument aus einer anderen richtung …




im november und im april hatte ich die spielerischen möglichkeiten meiner schwarzmelierten strickjacke mit den knopflosen langen ärmeln entdeckt.

ich habe also wohlweislich die rote lederjacke aus- und diese gongjacke angezogen, um mit meinem körper so nah wie möglich heranzukommen. ein inter-esse, das sich herauskristallisiert hat, waren rhythmische dämpfungen. ich konnte mich fallen lassen und auch ganz anders und differenzierter mit dem groߟen schlegel experimentieren.

hier ein paar bilder für die ohren: