deutsches eck
wir standen allein auf weiter flur vor einer nicht weniger monströsen neuinterpretation des deutschen eck’s in der prallen sonne – und es war nichts los. für carla, unsere neue praktikantin, war das wirklich ein härtetest – sie hat sich tapfer geschlagen. und gabriele hat mal wieder alle übertroffen. sie entwickelt sich zu einer echten matriarchin, der die arbeit immer mehr freude macht.

es ist ungemein beruhigend, sie an bord zu wissen. an unserem dritten tag in koblenz ist es etwas kühler geworden und ich habe zum weißen strampelanzug die rote lederjacke angezogen …

zwischendurch hatten wir die schönsten begegnungen – zum beispiel mit harald ertl aus wien, den die liebe an den rhein verschlagen hat – er hat uns an zwei tagen besucht und uns heute selbstgemachtes apfelmus mitgebracht. er ist genauso verrückt wie ich – passionierter märchenerzähler & kinderfreund – wir haben uns aufs lebhafteste ausgetauscht und reich beschenkt.

ich muß jetzt ins bett – nacht zusammen!
mein erstes selfie
hier würde ich am liebsten mein erstes selfie zeigen, das georg hasler von uns hinter dem omnibus aufgenommen hat, nachdem ich ihn ausführlich im omnibus herumgeführt hatte …
wir haben uns zum ersten mal in fleisch & blut gesehen – mit unverhülltem inter-esse aneinander. es hat mein herz gewärmt, zu sehen, wie er sich gleich unsterblich in den omnibus verliebt hat. wir haben uns prächtig verstanden.
und sein vortrag endete mit einer liebevollen & fein ausziselierten ode an die frauen – wie mein lieblingskapitel mit den büstenhaltern.
das inmitten vielfältigster weiblicher schönheit – auch was das angeht, war die wo lang konferenz nicht zu übertreffen – die jungs können sich auch gern angesprochen fühlen: sooo viele schöne menschen …

ganz nebenbei habe ich erfahren, daß georg ein weitgereister mann ist. ich möchte am liebsten mal einen monat mit ihm verbringen – ich hätte sooo viele fragen. erstmal bin ich froh über die gewonnene bandbreite – wir hatten nur wenig gelegenheit für einzelheiten.
wir betreiben ja schon länger eine art blütenstaubwirtschaft, in der ich die „blütenstaubwirtschaft“ wie pollen überall anhefte und er für ständigen nachschub sorgt. das nenne ich entrepreneurship – das inspiriert mich. die geheimnisse können gerne warten.

auch daniel häni ist in unser business eingestiegen und versorgt mich mit den schönen schwarzgoldenen büchlein. diese großzügigkeit kann ich nur staunend bewundern. danke – so kann ich am besten meine begabungen entfalten.
der fahrer des omnibus für direkte demokratie in deutschland hat jetzt schon mindestens zwei schweizer freunde und fühlt sich echt geschmeichelt. beide kommen aus basel, also ist der rhein sowas wie unsere standleitung (hier beim zusammenfluß).
confluenzia
hier mischen sich die wasser von mosel & rhein. in „koblenz“ klingt das noch durch – zweitausend jahre dokumentierte geschichte gipfeln im monströsen „deutschen eck“ und in der festung ehrenbreitstein am anderen ufer. gleichwohl und trotz der vielen beamten hat die stadt für mich einen rheinischen charme. ich bin ziemlich viel hier rumgelaufen und dabei auf die idee gekommen, meine verdauungsspaziergänge zu tanzen, eingebettet in eine wilde musik, auch wenn das zunächst nur bedeutet, daß ich lustvoller & entschiedener ausschreite …

anschließend habe ich den bescheuerten brunnen mit digital gesteuerten fontänen, die ihre farben in der dunkelheit ändern … für eine tänzerische fußmassage zweckentfremdet und alles um mich herum vergessen.
nach der brüllenden hitze des tages war das ein schönes finale. mein weißer strampelanzug, den ich zur feier der wo lang konferenz zum ersten mal angezogen habe, erregt ein freundliches inter-esse bei den unterschiedlichsten menschen – sie schauen ungläubig an mir rauf & runter und ahnen, daß das mein einziges kleidungsstück ist …

der neuen band habe ich zwanzig minuten hitzefrei & eisbecher nach belieben spendiert, die wir gegenüber vom omnibus genüßlich im schatten verspeist haben … und weil es im omnibus nicht auszuhalten war, haben wir gemächlich & voll aufmerksam die stadt erkundet bis hin zum zusammenfluß …
besser gehts nicht !!!
ich weiß, daß ich mit den ereignissen im hintertreffen bin. deshalb rufe ich den boys & girls von wo lang lauthals zu: die konferenz war spitzenklasse – besser gehts nicht.

und ich wünsche euch, daß ihr das auch so sehen könnt und nichts zerredet. das war für mich ein voller erfolg mit vielen auswirkungen, die mich für mein weiteres leben begleiten werden.

fast alle meine freundinnen waren da. auch die jungs. mathias hatte eine wunderbare abschiedsvorstellung. aus dem nichts tauchte moritz auf – er hat schon einmal auf max & milla aufgepaßt.
der omnibus ist auf ganz viel zuneigung & echtes inter-esse getroffen. das wetter war traumhaft schön und ich habe vergnügt viele reizvolle bekanntschaften gemacht.

die wo lang konferenz hatte eine sinnliche qualität, die sonst so oft dem bloßen gerede und der bürokratie anheimfällt. da konnte ich mich wohlig rein fallen lassen.
omnipop
heute war der omnibus umlagert von kreischenden amerikanischen teenies, die sich mit wasser bespritzten – am ende haben sie vor dem omnibus treppenförmige massenfotos aufgenommen – und mein lachender kapitänskopf schwebte in der mitteltür über all den enkelinnen. die mädels waren sehr freundlich zu mir – manche haben sogar versucht, deutsch zu reden.
und schon wieder war ich im siebten himmel …
ich bin angekommen
in einem ganz alten omnibustraum: die wo lang konferenz hat mich voll in einklang gebracht mit einer vibrierenden lebendigkeit.

das war gestern nacht mein tanzboden, auf dem ich mich zum ersten mal seit vielen jahren so richtig schön verausgabt habe – zwischen lauter eurhythmistinnen! die musik war furchtbar – lauter brüche & hindernisse, irgend so’n pseudozeugs. ich hätte aus meiner riesigen mediathek so wilde sachen einspeisen können – aber die digitalen eingeborenen hatten das mal wieder nicht drauf.
damit das nicht noch einmal passiert, werde ich mir so ein kabelloses zylindrisches boseteil besorgen, das ich schon ausprobiert hatte & gekauft hätte, wenn wir mit maria den beuys-film angeschaut hätten. und – wer weiß? – vielleicht gibt es dann ja mal öfter modernen tanz vor dem omnibus.
mir hat das freie tanzen jedenfalls sooo gut getan, daß ich dem wo lang team allein dafür ewig dankbar sein werde. und all den wunderbaren enkelinnen, die ich getroffen habe.

und das ist noch längst nicht alles, für das ich sehr dankbar bin – aber wir sind jetzt schon wieder ganz woanders und es ist schon spät …
nicht ohne maria
maria mußte in der nacht zum mittwoch arbeiten, also haben wir es gelassen, den beuys-film im delphi anzuschauen. das hat mir die gelegenheit gegeben, nicht nur „sacred economics“ zuende zu lesen, sondern auch den fettesten ersten wälzer von charles eisenstein zu beginnen „the ascent of humanity“, in der deutschen ausgabe unglücklich übersetzt mit „die renaissance der menschheit“. richtig übersetzt würde es heißen: „der aufstieg der menschheit“.
fast 800 seiten, von denen ich jetzt schon 200 gelesen habe: eine überaus anregende, weit ausgebreitete grundlagenarbeit voller überraschender einsichten – für mich sofort auf den alltag anwendbar …
am mittwoch abend hat sich egon extra zeit genommen, mit uns in der riviera am ufer des wannsees essen zu gehen. mathias & ich sind vor einer gewitterfront dorthin durch den wald gelaufen und haben mit knapper not das trockene erreicht. während wir lekker gegessen & vertraulich geredet haben, hat sich draußen heftig was entladen.
der rückweg durch den dunklen wald war für meine nackten füße eine symphonie sensorischer sensationen & kitzel.

dann kam maria mit dem X34 – und hat mir ein kleines konzert gegeben: beethoven, bach & mozart. ich konnte eine virtuosin bei der arbeit studieren. ich müßte mindestens 150 jahre alt werden, um noch soviel technik zu lernen – diese einsicht hat mir dann die schönste meiner drei klaviernächte ermöglicht – ich habe richtig loslassen können und zum beispiel mit lokker rollenden fäusten & weit gespreizten greifvogelklauen gespielt – adagio.
die zeit hob sich auf wie beim gong spielen.

die havelhöhe ist eine traumhaft schöne omnibus-haltestelle. ich kann mich hier in dieser ruhigen exklave auf vielen ebenen erholen & vergewissern.

das nenne ich eine soziale werkstatt. einmal baumelten kleine kinder in großen tuchschlaufen – in diese turnstunde wäre ich am liebsten sofort eingestiegen …

bis zum nächste mal – fare well !!!




















