lutherstadt wittenberg

hier ergaben sich die inter-essantesten gespräche mit menschen von überall. ein wenig wie disneyworld. ein team von mitteldeutschen rundfunk war am omnibus, um mit mir über „grundeinkommen abstimmen“ zu reden. sie sagten, ich sollte mich kurz fassen – und stellten mir die dämlichsten fragen. viel spaߟ beim schneiden! sie machten das so nebenbei, weil der herr ministerpräsident in wittenberg war und waren überhaupt nicht vorbereitet.

ich bin überhaupt nicht dazu gekommen, mir die hundertwasser-schule anzusehen. also habe ich mir ein bild geholt und mich mit einem buchhändler über die schule unterhalten – die wurde mitte der neunziger gebaut, vor dem hundertwasser-haus in magdeburg. wenn ich mir dieses bild anschaue, kann ich mir die stimulierende wirkung dieser architektur lebhaft vorstellen. ich brauche nur die augen zu schlieߟen.

der buchhändler hat mir erzählt, daߟ es dort immer frisch & aufgeräumt ausschaut, ohne schmuddelecken & schmierereien.

und wo ich einmal dabei bin, hier noch lutherstadt wittenberg als idylle:

schur

bevor er uns übermorgen schon auߟerplanmäߟig verläߟt, um sich seiner „beruflichen“ ausbildung zu widmen, wollte christopher unbedingt von uns auf neun millimeter geschoren werden. er hat sich eigens dafür eine akku-mähmaschine von braun zugelegt, mit einer klug entworfenen vorrichtung, die verhindert, daߟ der aufsatz sich ungewollt verschiebt.

als die haare weg waren, leuchtete die schon auߟerordentlich entwickelte persönlichkeit christopher ganz unverstellt auf – mit seinem seitenscheitel sah er manchmal bemitleidenswert brav aus. 

in der zusammenarbeit ist er immer voll bei der sache und gelehrig wie selten einer. heute hat er uns mit „tagliatelle salmone e spinacci“ verwöhnt.

am liebsten würde er noch länger bleiben.

trio

unser trio hat einen guten groove – maike & christopher lernen sich kennen und machen ihre arbeit in einem schönen gleichklang … harmonisch.

maike hat ein lekkeres curry zubereitet. sie trainiert fleischessen für nicaragua, was ich sehr sympathisch finde. nach dem essen sind wir – zum ersten mal auf dieser tour – ins kino gegangen und haben uns die moderne, voll digitale interpretation von „dschungelbuch“ angesehen. wir alle fanden das für ein kindliches gemüt ziemlich überwältigend – ich werde mal mit max & milla darüber sprechen, denn wenn ich heutzutage sehe, wie sich männer in marylin monroe-filmen kinnhaken versetzen, finde ich das überhaupt nicht überzeugend. und das waren ja nicht unbedingt schlechte schauspieler.

die bilder

auf meinem eifohn sieht das sehr schön aus – und wenn ich dann feststelle, daߟ auf anderen endgeräten die bilder unterschiedliche gröߟen haben, dann wirft das mein ganzes konzept durcheinander und ein schreck durchfährt meine glieder. die volle dröhnung bekommt nur, wer sich diesen blog auf dem smartfohn ansieht. 

mit logik ist da nichts zu machen und ich will mich nicht quälen mit den absurden problemen der digitalen kommunikation.

also: hallo hallo all ihr digitalen eingeborenen, die ich kenne: – ich brauche hilfe !!!

fuߟmassagenpflaster und „erfurter passe“ – das liebe ich hier im osten. drauߟen in der vorstadt gibt es ein gymnasium von friedensreich hundertwasser, das ich mir morgen gern ansehen würde. das berühmte hundertwasserhaus in der landeshauptstadt stöߟt mich eher ab, weil es total durchkommerzialisiert ist. das ist ganz bestimmt nicht im sinne des erfinders, der nicht mehr protestieren kann, denn er ist – seinem namen angemessen – im jahr 2000 auf einer schiffsreise in die südsee in einer hängematte sanft entschlummert.

und drauߟen vor der stadt gibt es auch einen agrarindustriellen komplex der übelsten sorte. das gibt wenigstens arbeitsplätze in dieser hauptstadt der protestanten. da graust es mich.

wieder im osten

jetzt sind wir in der stadt, wo martin luther seine thesen gegen den ablaߟhandel an die tür der schloߟkirche genagelt hat: wittenberg. vor vielen jahren war ich schon einmal hier. das liegt schön an der elbe … die altstadt ist fein herausgeputzt – nächstes jahr feiern die hier ein 500-jähriges jubiläum.


nein, das ist nicht die schloߟkirche. bei meinem bummel habe ich danach gesucht – sie ist an ein gebilde geschmiegt, das gerade restauriert wird:

manno

jetzt bin ich in einer woche zweitausend kilometer gefahren – mit den unglaublichsten filmwechseln …

heute sind wir vom schloߟ freudenberg so ungefähr fünfhunder kilometer nach nordosten gefahren. in jena haben wir jonas abgesetzt, und kurz bevor wir von der a 4 auf die a 9 abgebogen sind, tauchte plötzlich ein lachend winkender kilian neben meinem seitenfenster auf als mitfahrer nach leipzig …

in wiesbaden ist springlebendig maike zu uns gestoߟen, die inzwischen mit bravour ihr abitur hinter sich gebracht hat – und christopher ist endlich mal nicht der jüngste am omnibus. maike erfrischt mich jedes mal, wenn sie kommt – für sie wurde das wort „blitzgescheit“ erfunden. sie war 15, als sie das erste mal am omnibus war und hat konsequent alle gelegenheiten genutzt, wieder zu kommen. bald geht sie für ein jahr nach nicaragua (auf eine vulkaninsel).

ich freue mich sehr, sie vorher noch einmal hier zu haben. jedes mal sieht sie schöner aus und hat ihren stil verfeinert. morgen gibts ein volk-foto !


 

da ist er schon wieder

der goldene punkt.

ich ergreife dankbar jede gelegenheit, die groߟen gongs zu spielen und koste das voll aus – analoger gehts nicht. ich bin nicht eingegrenzt in ein system von noten, takten, saiten, bünden, tasten, stöcken oder fellen und spiele immer ausgiebiger mit den bloߟen händen.

im winter hatte ich „nur“ eine barocke rosenholz-blockflöte zum musizieren. ich habe läufe geübt und mich wieder mal mit musiktheorie & harmonielehre befaߟt und mir vorgenommen, endlich mal im schlaf eine übersicht über das tonale system zu gewinnen (maria hilf).

bei den gongs gibt es keine grenzen, was intensität & bandbreite angeht  – und ich kann mich voll austoben …