voller erfolg
in audiville am feiertag vor dem theater, leicht dezentral. aufgrund des artikels kamen über den tag verteilt ernsthaft-sachliche inter-essentinnen. strahlendes wetter. muße. die besten umstände.
eine demonstration für die legalisierung von cannabis zog vor unserer nase vorbei. unser fleißiger redakteur, der auch über diese demonstration berichten wollte, kam anschließend vorbei und entpuppte sich als ehrlich inter-essierter junger mann, der sich ab dann ganz viel zeit mit uns genommen und ausführlich mit allen gesprochen hat. er hat auch eine umfassende führung von uns bekommen.
so ging der tag ganz schnell dahin.
und es ist schon wieder ziemlich spät.
endlich besser
ging es der armen freya, die die letzten tage mit diffusen hals-nasen-ohren-symptomen laborierte und manchmal ganz erbarmungswürdig aussah. sie ist wirklich ein wunderkind, denn sie war freundlich wie immer und hat niemals gequengelt, da kann ich noch von ihr lernen: gleichmut !!! was das angeht, ist sie meine „meistin“.
presse am feiertag
womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: gestern habe ich ein langes telefongespräch mit einem redakteur des donaukurier geführt und von ihm erfahren, daß tatsächlich heute, am feiertag, eine zeitung erscheint.
und freya hat jetzt nach einer stunde schon so viele kandidatinnen auf ihrer liste stehen wie gestern den ganzen tag über in regensburg. wir arbeiten normalerweise überhaupt nicht an feiertagen und machen gerade eine inter-essante erfahrung.
jonas hat angefangen, den goldenen gürtel zu polieren … und während freya geduldig mit einem älteren herrn redet, der empört mit den dummen parolen der „volksparteien“ daherkam und auf die schweizer demokratie schimpfte. er wird jetzt immer stiller und ich kann hier sitzen und schreiben.
blau-weiß
es ist so schön hier, daß die menschen ziemlich sorglos sind an frühlingstagen wie diesen drei in regensburg. das drückt auf unser ergebnis. es strengt an, sich davon nicht die gute laune vertreiben zu lassen. ich kann nur voll da sei – mehr ist eh nicht drin.
von unseren schönen kontakten habe ich ja schon erzählt … ursula kam zum abschied noch einmal mit einem freund, der uns noch nicht kannte und mir gleich seine telefonnummer angesagt hat.
und jelena kam vorbei, so daß die sandkastenfreundinnen sich gebührend verabschieden konnten.
ein volksabstimmungs-poster !
alltag
mir fällt auf, daß mein alltag – wenn es mir gelingt, lokker zu bleiben – eher ein allestag ist, den ich voll auskosten kann. ich fühle mich analog vernetzt und führe in mehreren parallelwelten die aufschlußreichsten gespräche.
heute zum beispiel mit einem feinkosthändler, bei dem mich eine pastrami angelacht hat. dieser mann wußte viele wichtige einzelheiten über hochwertige lebensmittel zu erzählen … und war voll bei mir, wenn ich über meine arbeit gesprochen habe..
oder der messerschleifer (der soundsovielte chef von stahlwaren keil): er hat mir auch noch mein k2-messer „repariert“. obwohl ich es immer nur an einem keramikstab gewetzt habe, um die schärfe zu halten (eine matschige tomate ohne einstechen und säge ganz leicht schneiden), hatte die schneide einen leichten knick. „donauwöhhn“ sagte die resolute herrin des ladens. ich habe einen moment gebraucht, bis ich verstanden habe, daß sie „donauwellen“ gesagt und damit einen typischen laienfehler diagnostiziert hat. „da muß ich den chef fragen … das muß ja ganz neu aufgebaut werden“, sagte sie und ging nach hinten.
zwei stunden später brachte er mir dann mit von metallstaub schwarzen händen dieses wie neue messer in den omnibus. ich habe ihm meine messer und meine wetzstäbe gezeigt und er hat mir beigebracht, wie ich beim wetzen am gleichmäßigsten arbeiten kann.
dann hat er mir noch ganz uneigennützig einen trick verraten, wie ich meine ziemlich abgenudelten wetzstäbe mit schleifpapier noch einmal auffrischen kann. später, wieder in seinem laden, hat er mir dann den ultimativen wetzstab vorgeführt.
am nachmittag war ich in einem laden, um mich über barfußschuhe zu erkundigen … eine schöne junge frau hat mir sachlich alles wissenswerte erklärt und dann zum abschied gesagt: „sie sehen super aus. ihr stil ist der hammer!“ sowas passiert einem opa nicht alle tage. ich fühlte mich ganz beschwingt.
allerdings ging die arbeit am omnibus nicht über ein plätschern hinaus (lokker bleiben). und ich erinnerte mich an eine ähnliche ambivalenz beim letzten mal hier in regensburg. vor zwei jahren. die schöne alte stadt am fluß – im volksmund wird sie als nördlichste stadt italiens bezeichnet – viertgrößte stadt bayerns – viele touristen – der schöne platz – die hier schon mächtige donau … und dann diese läppischen ergebnisse. ich kapier’s nicht.
nach der arbeit haben wir einen sehr schönen abend bei ursula verbracht, die wir beim letzten mal kennengelernt hatten und die ganz in der nähe in einem der alten häuser wohnt. um zu ihrer wohnung zu kommen, muß man erst mal durch einen wuchtigen torbogen in einen schönen innenhof gehen und dann ein paar treppen rauf. sie hatte uns zum abendessen eingeladen und eine lekkere spinat-lasagne für uns gemacht.
ihre beiden kinder jonathan (15) und sophia (20) sind zum essen dazugekommen. sophia hatte heute eine abiturprüfung geschrieben. sie wohnt auf einem schönen kleinen pferdehof außerhalb der stadt und reitet wie eine indianerin. sie ist eine perfekte omnibus-kandidatin. übrigens nennt sie ihr vater, der getrennt von ihr in köln lebt, auch immer sofia.
ich will ja auch dieses blasierte „ph“ aus meiner sprache verbannen und lieber filosofie & filologie sagen – arno schmidt läßt grüßen.
tändlergasse
in den engen gassen der altstadt gibt es uralte monolithische hochhäuser mit niedrigen massiven arkaden, hinter die der konsumlärm erst einmal zurücktreten muß. in der tändlergasse war der unglaublichste krimskrams angehäuft.
mir wurde ganz schwindlig, aber angenehm.
und dann tauchten noch diese beiden typen auf:
regensburg
die altstadt ist so schwer wie ein felsmassiv – mit römischen spuren. auch die donau ist hier schon ziemlich massiv & eindrucksvoll. ein antiker verkehrsknotenpunkt. sehr aufschlußreich für meine geschichtsforschung.
wir hatten strahlend schönes wetter, standen aber bis zum frühen nachmittag im schatten. gestern abend war noch jonas zu uns gestoßen, der jetzt zum vierten mal am omnibus ist. wir sind also wieder ein trio (mit zwei cellistinnen). wir stimmen uns neu ein.
nach der arbeit sind freya & ich mit jelena zum duschen gegangen. ich bekomme viel von der stadt zu sehen. in einem messergeschäft gegenüber, das seit 1806 existiert, habe ich unser brotmesser schleifen lassen und mit dem meister gefachsimpelt. für mich heißt das, als laie möglichst viel über messer zu lernen. es gab da wunderschöne japanische damaszener-messer. mein einziges damaszener-messer, mit dem ich im winter fast alles mache, hat sich gerade zum ersten mal in den omnibus-haushalt eingebürgert. ich glaube, das liegt daran, daß kolja dieses messer auch so schön findet. in der letzten zeit haben wir unser brot damit geschnitten, weil es besser schneidet als unser brotmesser mit wellenschliff, das ich schon seit über 20 jahren verwende. da wollte ich diesem treuen werkzeug mal meine referenz erweisen, es so gut wie möglich zu restaurieren. ich konnte darauf warten und habe freiwillig zehn euro bezahlt, obwohl es nur acht euro kostete. ich liebe solche erlebnisse.
und jetzt noch mein bummel:






























