Archiv für den Monat: Januar 2017

schreiben lassen

jetzt habe ich mal ein paar tage das schreiben gelassen. ich dachte, nachdem ich zu den henry-miller-zitaten null inhaltliche resonanz wahrnehmen konnte: dann kann ich mich ja auch hemmungslos in meinen eigenen zeiträumen treiben lassen und mich hier weiter einleben.

heute hat mich schon wieder über bande die sonne besucht …




ich fühle mich hier pudelwohl, obwohl es bei minusgraden nicht wirklich warm wird – ich bin mir nicht sicher, ob das nur an der falschen programmierung der heizung liegt.  das kalte wetter ist hell & klar und ich habe einen schönen ausblick.




die platanen sind riesig und ihre äste greifen unglaublich weit aus …




im omnibus-jahrbuch habe ich ein wunderbares foto von meiner superheldin gefunden:




das ist auch ein entscheidender vorteil dieser wohnung: daß unser faden nie abreißt. wir sehen uns regelmäßig und unternehmen was zusammen …

dies ist ein gut gelauntes lebenszeichen und die überschrift heißt „schreiben lassen“ … – da können sich nun alle ganz frei ihren reim draus machen.



27.01.2017 - 02:25

termine lassen

ich schiebe relativ gelassen termine vor mir her … spätestens morgen muß ich meine quartalsbelege und am besten gleich alles für den jahresabschluß abschicken – analog & digital.




einstweilen habe ich seelenruhig & voll gebannt „the colossus of maroussi“ von henry miller gelesen, auf den ich ja durch erica jong’s biografie wieder aufmerksam geworden war … hier mal ein paar kostproben:

„whatever we cling to, even if it be hope or faith, can be the disease which carries us of.“

„as for clinging to god, god long ago abandoned us in order that we might realize the joy of attaining godhood through our own efforts.“

„peace is not the opposite of war any more than death is the opposite of life.“

„the joy of life comes through peace, which is not static but dynamic.“

„here nobody can have a clear conscience: we are all part of a vast interlocking murdering machine.“

„to be silent the whole day long, see no newspaper, hear no radio, listen to no gossip, be thoroughly and completely lazy, thoroughly and completely indifferent to the fate of the world is the finest medicine a man can give himself.“

„magic is never destroyed – the most we can do is to cut ourselves off, amputate the mysterious antennae which serve to connect us with forces beyond our power of understanding.“

„nobody can explain anything which is unique. one can describe, worship and adore.“

„at epidaurus, in the stillness, in the great peace that came over me, i heard the heart of the world beat. i know what the cure is: it is to give up, to relinquish, to surrender, so that our little hearts may beat in unison with the great heart of the world.“

„we are to know one day what it is to have life eternal – when we have ceased to murder.“

„speaking for myself, facts and figures have always left me unimpressed.“

„a light year is no more impressive to me than a second, or a split second. this is a game for the feeble-minded which can go on ad nauseam backwards and forwards without taking us anywhere.“

„i had never been in a plane before and i probably will never go up again. i felt foolish sitting in the sky with hands folded; the man beside me was reading a newspaper.“

„man is made to walk the earth and sail the seas; the conquest of the air is reserved for a later stage of his evolution, when he will have sprouted real wings and assumed the form of the angel which he is in essence.“

„the only laws which last are the unwritten ones.“

„namely that the life of the artist, his devotion to art, is the highest and the last phase of egotism in man.“

„what that way is i have not yet determined, but it seems clear to me that i shall pass from art to life, to exemplify whatever i have mastered through art by my living.“




na, wer hat durchgehalten von den digitalen eingeborenen und alles mal richtig auf sich einwirken lassen ? ich bin gespannt.

henry miller hat dieses buch geschrieben, als der zweite weltkrieg ausgebrochen war und er nicht mehr in paris bleiben konnte – da ist er für ein paar monate nach griechenland gefahren. ich habe ja ein ziemlich ambivalentes verhältnis zu griechenland, aber seine wahrnehmungen & erfahrungen haben mich sehr versöhnt & inspiriert. und ich habe großen appetit entwickelt, noch einmal neu in seine arbeit einzutauchen.



15.01.2017 - 01:12

illusion of bliss

an den beiden tagen in berlin habe ich eine stimmung erfahren, wie ich sie mir immer wünsche … aufmerksam, lebendig, verspielt, sprudelnd, empathisch … und bin ganz erfüllt zurückgefahren.

seitdem sind alle leitungen tot und „wo lang“ ist lauthals verstummt. hallo?



11.01.2017 - 23:43

barfuß in berlin

seit einem halben jahr habe ich keine schuhe mehr angehabt und auch jetzt – im ruhrgebietswinter – nur die leguanos. ich ahnte, daß es in berlin viel kälter sein würde und habe getestet, wie weit ich gehen kann und nur die leguanos angezogen. und siehe da: die junggesellinnen haben dick vermummt und mit gefütterten schuhen mehr geschnattert als ich, als wir am samstag durch den schnee zum mittagessen laufen mußten.




für fast alle beteiligten war das treffen ungemein anregend & lebendig. wir waren sehr angetan von der art & weise, wie daniel häni uns „eingestimmt“ und die beiden tage moderiert hat. wie der dirigent einer big band, mit freya als fänomenaler solistin – sie ist wirklich meine meistin. ich kann sie nur staunend anhimmeln.

und die big band ging tierisch ab, völlig anders als sonst, vielfältig & friedfertig, mit quirligen improvisationen.




also – meinerseits herzlichen applaus & dank an freya & daniel  & alle anderen.  das wiedersehen mit so vielen war erquickend & aufschlußreich. und dann noch die übernachtung auf dem tietzschen anwesen in alt-kladow … leon hat fürs frühstück eingekauft und mir sogar demeter-butter für zuhause mitgebracht, die es in witten fast nie gibt.

bis zum mittagessen konnte auch maria teilnehmen. sie wird immer schöner.

um halb sechs sind dann die einwohnerinnen der beethovenstraße nach hause aufgebrochen. heldenhaft hat uns jan durch widrigste umstände kutschiert: schneegestöber, vereiste scheibenwischer, zugefrorene scheibenwaschanlage, blitzeis auf der autobahn, wo alle nur krochen und die linke spur völlig frei war (wahrscheinlich hörten alle schreckliche verkehrsnachrichten im radio), bis bielefeld minus ein grad außentemperatur. dann hat das ruhrgebiet für minus 0,5 gesorgt. mit graupelschauern & nieselregen.

sechseinhalb stunden – und obwohl ich zwei tage völlig asynchron zu meinem hiesigen leben verbracht hatte, war wegen der vielen eindrücke an schlaf erst mal nicht zu denken.




jetzt habe ich mich halbwegs eingelebt und es ist schon wieder so spät geworden …



09.01.2017 - 03:06