Archiv für den Monat: Juni 2018

100 tage beuys

wir stehen in dem winzigen friesischen dorf ferwert gegenüber von einem ehemaligen schönheitssalon, den louwrien & egon für ihre aktionen gemietet haben. ihr laufendes projekt, zu dem morgen auch johannes stüttgen anreisen wird, heißt „100 dagen joseph beuys 2018“. so lange, wie die documenta dauert, sind die beiden anwesend und offen für alles. sie laden interessante menschen ein für vorträge & gespräche, sie zeigen filme. egon kocht für die gäste. der schönheitssalon ist eine schatztruhe mit den schönsten preziosen & raritäten zu joseph beuys.

louwrien hat als junge frau viel dafür getan, joseph beuys mit dem dalai lama und andy warhol zusammenzubringen. sie hat auf der ganzen welt unzählige gespräche mit den protagonistinnen der kunst, der wissenschaft, der ökonomie, der ökologie und der spiritualität aufgenommen, veröffentlicht und archiviert. ich vermute, daß da auch noch einige schätze ihrer erlösung harren, die bisher mangels finanzieller unterstützung nicht bearbeitet werden konnten. wir haben uns alle spontan angefreundet und jeweils viele fragen aneinander. die beiden sind ganz begeistert vom omnibus und wir haben heute schon ein gespräch von brigitte & louwrien aufgenommen, die sich prächtig verstehen, obwohl sie verschiedene muttersprachen sprechen.

egon kommt ursprünglich aus düsseldorf, lebt aber schon ewig in den niederlanden. die beiden haben bis vor fünf jahren in amsterdam gelebt und sind weltweit zusammen unterwegs gewesen. so ergibt sich ein lustiger mischmasch aus niederländisch, englisch, plattdeutsch und deutsch, der die atmosfäre angenehm auflokkert und unsere aufmerksamkeit stimuliert.

ich habe endlich mal den beuys-film anschauen können, über den so viel geredet wurde. als rhea thönges darüber gesprochen hat, wie fremd sich beuys als kind schon in seinem elternhaus gefühlt hat, habe ich schlagartig begriffen, wieso ich schon immer eine affinität zu ihm gespürt habe.

und hier erfahre ich auch, daß joseph beuys friesische vorfahren hat und schwelge umso mehr in meiner zuneigung zu den friesinnen.

23.06.2018 - 01:12

buiten

seit gestern abend bin ich im niederländischen teil von friesland, an der küste, vor der die insel ameland liegt. dort habe ich in meiner frühen jugend mehrmals die sommerferien verbracht, mit katholischen altersgenossinnen …

das bild ist ein dokumentarischer zeitstempel und der versuch, hier wieder einen lässigen rhythmus zu finden – es gäbe so viel zu erzählen.

bei meinem nachtspaziergang haben meine nackten füße das ziegelpflaster entdeckt & genossen, das hier üblich ist. eine interessante variante – meinen füßen hat sie gut gefallen.

brigitte hat mich wohlbehalten in dieses buitenland gelotst, das ich schon als kind als völlig andere welt empfunden habe. jetzt ist es wieder so und ich öffne alle kanäle zur gegenwart, die ich eher in bildern metabolisiere …

eine hommage an pierre soulages.

und ein kleiner ausblick auf heute.

22.06.2018 - 01:24

katharian & max

jetzt sind beide schon weg und ich habe nichts über dieses besondere trio geschrieben und fast nichts über die städte, die wir zusammen bespielt haben. ich habe hier weder von gabriele, noch vom osten gebührend abschied genommen.

katharian ist 20 jahre alt und ich kenne ihn, seit er 3 war. er war schon als kind ein künstler und hat aus dieser zeit einen in über 100 ordnern archivierten werkblock von papierbildern zuhause. er hat geige & schlagzeug studiert und nutzt in der jüngeren vergangenheit zunehmend die digitalen medien für seine kunstproduktion. er hat auf der waldorfschule in weimar kein abitur gemacht – hurra! – und orientiert sich auf ganz eigensinnige weise. er sieht aus wie ein elf und ist für immer unverwexelbar. ich liebe solche ausgeprägten persönlichkeiten.

max ist 22 und kommt aus kempen am niederrhein, an dessen periferie ich über 20 jahre gelebt habe. zum ersten mal ist er mir im winter am waldorf institut in witten annen aufgefallen, als er sagte, daß er bauer werden wolle. er ist dann gleich zum start der tour spontan mitgefahren und ohne theoretische vorkenntnisse umstandslos ins kampfsammeln gesprungen – er ist ein lustiger rehäugiger till eulenspiegel, dem die herzen nur so zufliegen. er trägt lustige hütchen und ausgesuchte second hand klamotten. alle haben gern mit ihm gearbeitet. es hat mich freudig überrascht, daß er kurzfristig noch einmal eingesprungen ist, denn ich hatte befürchtet, ihm zu streng gewesen zu sein. jetzt hat er schon seinen bachelor und ist voll eingearbeitet.

ich bin dankbar für die zeit mit den beiden und sie sind mir jederzeit herzlich am omnibus willkommen.

21.06.2018 - 02:08

hoher besuch

gestern war maxie mit der fünf monate alten mieke zu besuch am omnibus und ich konnte endlich mal wieder stundenlang mit einem säugling in den armen herumlaufen, während die mama mir kleider vorführte, die wir zusammen ausgewählt hatten. ich liebe es, mit & für frauen kleider einzukaufen und kann voll nachempfinden, wie maxie in der wesermarsch danach dürstet, wo wir glücklich & zufrieden das wochenende verbracht und unser wiedersehen zelebriert haben.

als routinierter szenenwexler & improvisateur habe ich versucht, mir auszumalen, wie aufregend dieser szenenwexel wohl für die kleine mieke war, die in idyllischer ruhe & weite aufwächst. bunte farben, tausend menschen, grelle lichter, stimmen, musik, autos, regen, sonne usw. – an schlaf war da nicht zu denken.

sie ist ein sonniges wesen und ich habe mich bedingungslos mit ihr angefreundet. nach dem shoppen haben wir noch in schönstem einvernehmen alle zusammen im omnibus zu abend gegessen – und mieke war die ganze zeit hellwach dabei …

ich habe die beiden noch zum auto begleitet und habe mir gewünscht, daß mieke beim grummeln des motors sofort einschläft und in ihren träumen den rapiden szenenwexel gut verdauen kann. ich habe jedenfalls ganz erfüllt an diesen bildern gearbeitet – an schreiben war da nicht zu denken …

übrigens ist mieke mit dieser hand voraus geboren.

ich weiß, die lücken in der kronologie werden immer größer, aber mein gespinst entwickelt sich lebendig weiter – uneingeschränkt vom tick tack der uhr.

20.06.2018 - 00:59

landwirtschaft

ich bin nachhaltig beeindruckt vom hof butendiek und dem clan, der ihn betreibt. in einer weiten & friedvollen marschlandschaft gleich hinter dem deich am jadebusen. wunderbar.

ich durfte hinnerk und seinem praktikanten beim melken zusehen und bin staunend im graben zwischen den hinterteilen der kühe herumspaziert. hinnerk ist ein fröhlicher bauer, der seine arbeit sichtlich liebt. er ist mir rundum sympathisch.

gestern nachmittag hatte ich noch das vergnügen, mit einem volvo kombi auf schmalen sträßchen durch diese wundervolle landschaft zu gondeln, um brigitte in oldenburg vor dem hauptbahnhof aufzugabeln, wo sie nach einer kleinen irrfahrt gestrandet war. anschließend – als die beiden mädchen schliefen – haben wir bei maxie & hinnerk im garten gegrillt und vorzügliche würste & filets aus eigener herstellung verspeist. für den vegetarier max gab es ein spezialmenü. ich hatte tausend fragen und habe dankbar alles aufgesogen: für eine junge familie ist das hier das paradies auf erden und für die band war das wochenende schlaraffenland. wir haben uns alle total wohlgefühlt.

diese freie arbeit ist auf der veranda entstanden. ich habe endlich mein neues eifohn in betrieb genommen und mache mich mit den lichtbildnerischen möglichkeiten vertraut.

viertel vor zwei – ich sag: gute nacht!

18.06.2018 - 01:48

die landwirtschaft

wird immer mehr zu einem leitmotiv meiner arbeit. im winter habe ich mir die grundlagen der permakultur erarbeitet und seit zwei jahren verteile ich blütenstaubmäßig das von meinem freund matthias fersterer liebevoll übersetzte büchlein „körper und erde“ des amerikanischen bauernfilosofen wendell barry in der welt. meine diesjährige tour begann mit einer bio-messe im schloß türnich. ich habe endlich den hof dannwisch kennengelernt und mich auf gut hohenhain im schwedeneck nach dem kampfsammeln entspannt. ich war voll begeistert, als mir mein freund johannes heimrath in klein jasedow erzählt hat, daß er offiziell bauer geworden ist und ihm gelungen ist, weitere 7.5 hektar land zu ergattern.

jetzt machen wir schon wieder „ferien auf dem bauernhof“ und haben die gelegenheit, hof butendiek in der wesermarsch am jadebusen kennenzulernen, wo maxie mit ihrer familie lebt & arbeitet. maxie war vor zehn jahren die erste person, der ich vertrauensvoll den zündschlüssel des omnibus überreicht hätte. jetzt ist sie bäuerin in friesland und hat zwei kleine töchter, die hier in einem märchenhaft schönen & friedlichen ambiente aufwachsen können. inse habe ich bei einem kurzbesuch zu maxie’s geburtstag im vorigen jahr kurz gesehen und mieke bestaune ich zum ersten mal. und es stellte sich heraus, daß hinnerk, maxie’s mann, einen teil seiner ausbildung auf hof dannwisch genossen hat („ja ja, die welt ist klein“ höre ich da im hintergrund).

morgen gibt es eine ausführliche betriebsführung … und ich gehe jetzt schlafen.

17.06.2018 - 01:53

danke, lieber jan

dir ist mal wieder ein ikonisches bild gelungen – ich rolle für den landtagspräsidenten die ausbeute der volksinitiative zum schutz des wassers in den landtag von schleswig-holstein.

das könnte man schön fürs „heitere berufe-raten“ verwenden.

17.06.2018 - 00:55

nachteule

obwohl ich eine nachteule bin, bleiben hier viele lücken. raum & zeit oszillieren. szenarien wexeln in dichter folge …

am schönsten war für mich, zusammen mit sofia nach klein jasedow zu fahren. sie ist eine fleißige & ernsthafte forscherin geworden. wir waren gleich unisono mitten drin im leben und mühelos vertraut miteinander.

dieser blumenstrauß ist eine koproduktion mit gleitend ineinander übergehenden lebenszyklen und kommt meinem bemühen zu hilfe, die blumen geruhsam welken zu lassen und ihren vollen lebenszyklus zu zeigen.

und dankbar haben uns die wild wachsenden blumen zu einer oper eingeladen …

mit diesem remix will ich mich bei sofia für die schöne zeit bedanken.

16.06.2018 - 02:37

om

15.06.2018 - 01:47

lebenszeichen

ich bin ganz ganz ganz woanders. in einem wirbel prallen lebens haben sich die ereignisse überschlagen und ich hätte über die letzte woche noch viel zu erzählen. ich habe mir vorgenommen, hier nur zu schreiben, wenn ich nichts besseres zu tun habe. wobei besser auch bedeuten könnte: mehr zu schlafen.

14.06.2018 - 01:32