lebe wohl & machs gut, deva

heute mittag hieߟ es abschied nehmen von deva, der kampfsammelamazone mit dem goldenen gürtel – sie war in diesen viel zu kurzen dreieinhalb tagen unermüdlich unterwegs und hatte die besten ergebnisse. es freut mich ungemein, daߟ ihr die arbeit am omnibus noch nie so gut gefallen hat wie dieses mal. ihr würde ich am liebsten auch ein unwiderstehliches karriereangebot bis zur rente machen und sie jederzeit vom fleck weg engagieren.

zur feier des tages haben wir von einer „kundin“ einige fotos von unserer einmaligen band machen lassen, aus denen ich dieses bild herausdestilliert habe:

deva war unsere principessa !!!

diese band hat in dreidreiviertel tagen fast tausendfünfhundert unterschriften gesammelt – besser gehts nicht.

elf zwo zwo

im winzigen eckernförde (20.000 einwohnerinnen) hatten wir ganz lokker unser bestes ergebnis bei ziemlich gutem wetter. bis zum frühen nachmittag bin ich barfuߟ gelaufen. die arbeit hat uns allen freude gemacht.

ein mann ist mit seinem alten vater angereist, um den omnibus kennenzulernen – nach einem intensiven, voll eingestimmten gespräch ist er gleich mit hundert euro im jahr in den omnibus eingestiegen …

usw. – wir hatten die schönsten kontakte. weil auf unserem standort ein markt stattfindet, muߟten wir am abend auf vertrackten wegen in den hafen fahren. wir kamen nicht um eine enge kurve. ich muߟte manövrieren und der rückwärtsgang setzte aus. ich bin erstaunlich ruhig geblieben. ein mann, der unsere not gesehen hat, ist zu uns eingestiegen und hat uns rund um die stadt zu unserem platz am wasser gelotst.

pirouette

dieses bild hat eine elegante pirouette durch das raum/zeit-kontinuum beschrieben: kleiner umweg über tokyo. ich hatte das gefühl, enoch’s hände zu ergreifen und einen kleinen reigen mit ihm zu tanzen.

zweiter tag

mit leicht asynkroner bebilderung.

heute war es saukalt & zugig. der ganze tag war mit frösteln gepflastert. am omnibus „war nichts los“. wir waren nur noch zu viert und ich befürchtete schon einen dramatischen einbruch der unterschriftenzahlen …

… und hatte über den tag verteilt die schönsten erlebnisse. die aktiven aus kiel haben uns so, wie sie zeit hatten, besucht & unterstützt. eine frau hat uns einen kuchen gebacken und an beiden tagen unterschriften gesammelt. immer, wenn wir uns bedankt haben, haben sie gesagt: nein – wir danken euch für eure arbeit. schon am ersten abend war mir unter all den nordländerinnen (ich liebe die friesinnen!) ein bayer mit einem lustigen hütchen aufgefallen: erich j. conradi, osteopath & nutriologe. ich habe schnell festgestellt, daߟ nicht nur sein hütchen lustig ist und habe mich herzlich mit ihm angefreundet. leider habe ich mal wieder kein volk-foto gemacht.

er hat uns auch an beiden tagen beim sammeln geholfen und mir heute hanfschokolade und ein pflanzliches heilmittel für mein frieren mitgebracht. seine profession ist die salutogenese – da kann ich ganz viel mit anfangen, denn ich bin davon überzeugt, daߟ gesundheit etwas höchst individuelles ist.

er ist gleich omnibus-förderer geworden und ich habe ihm die „blütenstaubwirtschaft“ von georg hasler geschenkt, ein köstliches büchlein, das ich seit zwei jahren mit viel freude in der welt verstreue.

wie ein telepathischer querschläger ist ein freund von enoch am omnibus aufgetaucht – sehr sympathisch und ähnlich voll verbunden. der omnibus war unverhofft & plötzlich wie eine fata morgana vor ihm aufgetaucht. max hat mit seinem eifohn ein volk-foto von uns beiden gemacht (das ich noch nicht gesehen habe) – also, lieber enoch: ich grüߟe dich herzlich und wünsche mir die datei als fliegenden teppich. übrigens bin ich weiterhin erst mal über meine alte nummer zu erreichen. ich hab zu viel um die ohren und komme einfach nicht dazu, mein neues instrument in betrieb zu nehmen.

am ende des tages hatten wir wieder über dreihundert unterschriften und damit an den beiden ersten tagen mehr als siebenhundert unterschriften gesammelt – das ist phänomenal und mir fällt auf, wie sehr ich meinen bands vertrauen und alle miesepetrigen anwandlungen ignorieren kann, wenn ich nur friedfertig & ehrlich bin – vor allem mir selbst gegenüber.

inzwischen ist es mal wieder unziemlich spät und der omnibus steht vor diesem ehemaligen rathaus in eckernförde.

intermezzo

das bin ich beim rasen in der tempo-dreiߟig-zone – mit brigitte’s auto auf dem weg zum haareschneiden – ordnungswidrigkeit – fünfzehn euro! die knolle hat brigitte nach kiel mitgebracht und ich habe heute brav & nichtsahnend das geld überwiesen. später stellte sich heraus, daߟ brigitte schon gezahlt hatte. shit happens.

für mich ist tempo dreiߟig völlig unsinnig, weil ich so nur in ängstlicher verkrampfung fahren könnte – willensschwach & verantwortungslos. ich laߟ mich beim gondeln nicht beirren. also zerknautsche ich achtlos das gesetz, das ich ohnehin nicht gemacht habe – ich würde so einer bescheuerten, lebensfeindlichen regel niemals zustimmen.

stolzer erfolg

trotz widrigster umstände: es war windig kalt und regnete schauerlich. ich habe die leguanos zum ersten mal wieder angezogen und den berühmten ledermantel. kolja ist krank geworden. zu der groߟ angekündigten pressekonferenz zum feierlichen auftakt der schleswig-holstein-tour kam niemand. nur für edda’s kameras hat im richtigen moment mal kurz die sonne geschienen. am omnibus hetzten lauter norwegerinnen vorbei (der hauptbahnhof liegt gleich am norweger kai). auߟer mir sind alle ausgeschwärmt und haben alle möglichen plätze ausprobiert. hier im norden wexelt das wetter dramatisch – da braucht es geschützte unterstände.

die aktivistinnen & vertrauensleute, die uns am vorabend empfangen & begrüߟt haben, haben uns beim sammeln am vormittag starthilfe gegeben.

max, der noch nie beim kampfsammeln dabei war, ist mit deva losgezogen und hatte damit die ultimative ausbilderin. sie hat heute (nach einer langen, langen pause) gleich wieder die goldmedaille gewonnen.

alle haben voll durchgearbeitet – hier ist max nach „feierabend“ zu sehen, wie er vor dem omnibus einem neugierigen passanten unsere arbeit erklärt. wir saߟen derweil drinnen mit voll aufgedrehter heizung.

dreihundertachtundsiebzig unterschriften haben wir an diesem ersten tag gesammelt – und die äuߟeren umstände können nur noch besser werden. diesen riesigen oscar habe ich als passende trophäe bei meinem abendspaziergang gefunden:

die maritime atmosfäre (das kreischen der möven, die stürmischen böen, das dröhnende tuten der groߟen schiffe) hat für mich eine elementare sinnlichkeit. mir boten sich die schönsten bilder.

gaaanz hinten ist winzig der omnibus zu sehen oder hier etwas gröߟer mit dem meditierenden max an der reling:

das zusammenspiel unserer band versetzt mich in dankbares staunen. besser gehts nicht!

bahnhof

der von viereinhalb fluktuierenden wohngemeinschaften bevölkerte, freigekaufte bahnhof von ottersberg ist ein projekt, mit dem wir seit fünfzehn jahren freundschaftlich verbunden sind.

als ich auf der karte gesehen habe, daߟ er genau auf halber strecke in den hohen norden liegt, habe ich spontan entschieden, ihn als zwischenstation anzusteuern, auch um zu sehen, ob er noch eine echte omnibus-haltestelle ist.

wir wurden freundlich & umstandslos aufgenommen und mit allem versorgt und es stellte sich bald heraus, daߟ die gegenwärtigen bewohnerinnen kaum etwas über unsere arbeit wuߟten. das projekt bahnhof fördert die arbeit des omnibus seit vielen jahren groߟzügig.

bei einer kurz bevorstehenden hausversammlung soll unter anderem darüber entschieden werden, ob diese förderung weitergehen soll. wir waren also genau zur richtigen zeit am richtigen ort.

durch den elbtunnel sind wir heute nachmittag nach kiel gefahren, wo wir auf dem bahnhofsvorplatz am kai stehen. dort ist dann deva zu uns gestoߟen, eine meistersammlerin, die uns jetzt wenigstens für drei tage unterstützen wird. ihre besondere begabung habe ich vor etwa fünf jahren bei einer volksinitiative in schleswig-holstein entdeckt.

dann kamen brigitte & edda zu unserem empfang durch das aktionsbündnis und die initiatoren. wir wurden mit material versorgt und sind gemeinsam mit reinhard knof, dem vertrauensmann der initiative, durch die innenstadt zu einem kulturzentrum gelaufen, wo ein raum für uns bereit war, in dem wir uns kennenlernen konnten und über den gegenstand und die besonderheiten dieser initiative informiert wurden. nebenbei konnten wir noch eine kleinigkeit essen … edda hat einige filmaufnahmen von diesem anregenden bündnistreffen gemacht und die unbeleckten jungen unterschriftensammler konnten ihre fragen stellen.

edda will morgen auch die pressekonferenz und den beginn der unterschriftensammlung filmen und wird dann am nachmittag mit brigitte zurück ins ruhrgebiet fahren.

morgen gehts los!

purzelbäume

die ereignisse überschlagen sich aufs schönste und ich gerate ins hintertreffen, wenn ich mich hier von der kronologie vereinnahmen lasse. also erfreue ich mich lieber an der sinnlichen dichte meiner arbeit, wenn ich unterwegs bin – ich schwimme mit offenen armen im zeitstrom.

also gibt es hier lauter purzelbäume & schlenker.

ich möchte zum beispiel noch erzählen, welche dramatische zuspitzung das wunderbare salongespräch der beiden häuptlinge perfekt akzentuiert hat: das wetter war eine unwirklich schöne sommeridylle – sehr angenehm, aber irgendwie unpassend.

der alte graf war zwei tage vorher am herzen operiert worden. am samstag, als wir uns begrüߟt & kurzgeschlossen hatten, war er nicht sicher, ob er überhaupt erscheinen könne.

am sonntag vormittag trudelten bei schönstem wetter nach & nach ulrike & michael, ulrike & johannes, brigitte & edda mit filmequipment ein …

und fünf minuten vor dem angepeilten beginn des salongesprächs brach ein gewitter los und brachte das ganze programm ins wanken. der beginn wurde um eine stunde verschoben. alle waren pünktlich & erwartungsvoll in den salon gekommen – einen groߟzügigen raum mit behaglicher atmosfäre. drauߟen tobte das gewitter. ich hab mich ganz hinten in der ecke in einen fetten sessel sinken lassen und durch zwei groߟe, oben flach abgerundete sprossenfenster auf den vom wetter aufgewühlten schloߟgraben und die sich schüttelnden bäume dahinter geschaut …

… im hintergrund hat ein mann mit einem schweizer akzent über kräuter & bachblüten & pflanzenwesen referiert.

schon da fühlte ich mich wie in einem bühnenbild – dann kam das crescendo, der genau plazierte schlag auf den groߟen gong:

der graf hat seine schwäche überwunden und komplementär mit johannes improvisiert. die spontanen wexelwirkungen haben sich zu einer gröߟeren ganzheit entfaltet und mich musikalisch tief beeindruckt.

schönheit – kunst – natur

diese abbildung war auf der einladungskarte zum zweiten salongespräch mit johannes stüttgen & graf hoensbroech, das heute auf der biomesse im schloߟ türnich über die bühne ging wie ein perfekt inszeniertes theaterstück. zwei auf verschiedenste weise erfahrene niederrheinische häuptlinge umkreisen sich freundlich aneinander inter-essiert. sie finden eine schöne musikalische ausgewogenheit. ich habe mich stumm beteiligt und aufschluߟreiche andockpunkte gefunden. es ging schlieߟlich um meine groߟen lebensthemen – fehlen nur noch die kinder.

mein fazit aus diesem höchst inspirierenden gespräch war: die kunst kommt der wahrheit am nächsten.

versuch doch mal jemand, dieses bild mit worten zu beschreiben – sprache & lineares denken können das nicht fassen. sowas erschlieߟt sich nur vollem vertrauen & tiefem eintauchen in aller friedfertigen bescheidenheit. das symbol dafür ist das goldene fragezeichen.

das wetter war unglaublich sommerlich und die biomesse war bunt & lebendig. inter-essante menschen präsentierten ihre unternehmungen & produkte.

eine tasche hat laut nach mir gerufen. ich laufe jetzt seit über fünfzehn jahren mit meinem schwarzen, zu einem roten herz einstülpbaren bree-beutel herum. ich habe ihn herzlich gern, aber er ist inzwischen ziemlich abgewetzt & schmuddelig. und mehrfach mit schwarzem gaffa tape geflickt. in der seitentasche sind schon öfter bonbons geschmolzen und es sammelt sich immer wieder verknüllter kleinkrempel an. weil der beutel ein voll funktionierender körperteil geworden ist, habe ich nie aktiv nach einer tasche gesucht.

ich habe die tasche kritisch begutachtet und mit dem händler ein entspanntes, freundliches gespräch über unsere jeweiligen unternehmungen geführt und mich nach dem preis erkundigt. das habe ich dann den ganzen tag auf mich wirken lassen. am nachmittag habe ich den händler anderswo auf der messe wiedergesehen. er hat mir zugezwinkert und mir einen spielraum mit dem preis in aussicht gestellt, kurz vor feierabend babe ich mich für die tasche entschieden und der händler ist mir freiwillig & groߟzügig mit dem preis entgegengekommen. wir haben uns lachend die hände geschüttelt und ich habe meinen beutel samt inhalt in die neue tasche gesteckt und sie gleich umgehängt als begleiter fürs weitere leben.

jetzt ist es spät und ich will ins bett.

philipp & unsere buchhandlung

mit philipp habe ich mich spontan herzlich angefreundet – ich atme immer erleichtert aus, wenn ich menschen wie ihn kennenlerne: er ist der frisch & offen inter-essierte unternehmer von „unsere buchhandlung“. genau die altersgruppe von jana li & maxie, unseren allerersten schülerpraktikantinnen (und sie haben „zusammengelebt“, als sie jung waren).

philipp verströmte bündelweise freundliche energie und war die gute seele unseres traumhaften aufenthalts. dann kamen gestern abend noch meine meistin, freya aus witten, und lauter enkelinnen (zum beispiel ruben, kilian, leon & jan) aus dem weichbild der alanushochschule. und dann noch menschen aus dem viertel, die philipp schon erfolgreich angestrahlt hat.

es entfaltete sich ein lebendig pulsierender und lange ausklingender abend, den ich wie ein konzert erlebt habe, bei dem philipp & die enkelinnen die virtuosen solostimmen waren. ich stürzte mich in wildes oszillieren und weidete behaglich in der sprudelnd lebendigen & friedlichen atmosfäre.

am beispiel von philipp, dem unternehmer von „unsere buchhandlung am paulusplatz“, konnte ich als unternehmer des omnibus & eingefleischter bücherwurm er-fahren, wie schön mein motto „immer schön lokker bleiben“ entfaltet werde kann. besser gehts nicht! ganz beiläufig hat philipp den paulusplatz in ein warm strahlendes kraftfeld von tannenbusch verwandelt. eigentlich ist er ein begnadeter stadtentwickler.

das wetter ist irre schön und die band kann sich ganz unbeschwert einstimmen und auf das kampfsammeln vorbereiten.

das ist max

und das ist kolja.