duette

mein dialog mit johannes ist symbiotisch und völlig losgelöst von raum & zeit.

auf diesem bild steht er in wakendorf unsichtbar neben elias zwischen den strichen und ich bin auf dem bild zu sehen und sitze drei tage später in lübeck – das perfekte album cover für diese einmalige band – jedenfalls auf dem eifohn.

dieses zweite duett spielt in einem anthropologischen paralleluniversum – er läßt mich teilhaben an seinen leidenschaftlichen expeditionen.

als er seinen teil aufgenommen hat, war ich in wakendorf und er war in kiel – drei tage später in lübeck habe ich versucht, den komplementären karakter unserer symbiose abzubilden.

wir waxen über uns hinaus wie die pilze & algen, die sich zu solch schönen flechten vereinen.

neue haltestelle

auf zauberhaft verwobene weise haben wir eine wunderbare OMNIBUS haltestelle fürs wochenende gefunden – bei bernd & biance bobsien, den eltern von johannes‘ freundin’s freundin, die um viele ecken herum erfahren haben, daß wir in bad segeberg waren …

das ist bianca, nachdem sie sich johannes zu erkennen gegeben hatte – wir waren leicht panisch auf der suche nach einem wochenendplatz, wo wir bis zur letzten minute unser beisammensein auskosten könnten – am samstag mußten raphael & johannes zu irgendeinem bahnhof – und enoch am sonntag mittag.

am ende haben uns die beiden (bernd & bianca) zu sich auf den „hof“ eingeladen. ich konnte mir das ambiente, in das wir geraten würden, überhaupt nicht vorstellen. wir sind über winzige sträßchen ziemlich weit aus bad segeberg herausgefahren, gemächlich durch eine lebhafte landschaft mit malerischen dörfchen, bis wir im winzigen wakendorf gelandet sind.

johannes hatte im stillen alles perfekt eingefädelt – mitten im nirgendwo gab es nämlich einen unwirklichen eingleisigen bahnhof, von dessen existenz ich mich erstmal mit eigenen augen überzeugen mußte:

die familie bobsien hat uns ganz herzlich mit einem grillabend empfangen und bereitwillig alles mögliche angeboten – wir bekamen einen schlüssel für das frisch renovierte haus und konnten alle sanitären einrichtungen benutzen … wir haben drei maschinen wäsche gewaschen, den OMNIBUS und uns selbst geputzt – und enoch hat sogar den goldenen gürtel poliert, der durch den vielen regen sehr gelitten hatte.

der „hof“ hat meine fantasie gekitzelt und war die perfekte bühne für das immer-besser-kennenlernen von bernd, inmitten von seinem maschinenpark.

auf meine frage, ob wir seinen „hof“ als OMNIBUS haltestelle in erwägung ziehen dürften, sagte er, daß er bald in den ruhestand gehen würde und den „hof“ nur gepachtet hätte, daß wir aber jederzeit in seinem haus willkommen wären und er einen platz für den OMNIBUS organisieren könnte …

ein wochenende im schlaraffenland – halleluja

potlach

immer, wenn wir drei alle paar jahre schlaglichtartig für kurze zeit voll analog zusammenkommen, ist das ein fest mit maßgeschneiderten geschenken – das buch von johannes ist da ein beispiel – ein exemplar habe ich gleich enoch zum abschied weitergegeben – der kann das praktisch gut gebrauchen. eins ist meins und eins geht an den OMNIBUS – wie schön, daß johannes schon vorher wußte, welche fäden ich damit spinnen würde.

enoch hat gespürt, daß er mein herz mit einer gebundenen ausgabe von „das geraubte kind“ von galsan tschinag erfreuen kann.

sehr praktisch ist, daß die beiden kindlekinder sind und so zugang zu meiner ziemlich umfangreichen bibliothek haben.

wir reichern uns aneinander an und das schiere analoge beisammensein ist das größte geschenk.

und wir können froh & zufrieden auseinander gehen.

heute haben wir enoch an dem lustigen eingleisigen bahnhof, der wie eine langgezogene bushaltestelle wirkt, nach berlin verabschiedet und ich bin mit elias allein.

und stellt euch vor ::: auf unserer fahrt nach eutin sind wir auch durch berlin gefahren …

… und haben bei diesem kilometerstand getankt !

justitia

johannes, den ich immer wunderfitzig bestaune, ist nach seinem juristischen staatsexamen in der uni als tutor für die ersties beschäftigt und schreibt an seiner doktorarbeit. aus seiner für mich exotischen welt hat er mir ein passendes geschenk in dreifacher ausführung mitgebracht, das ich am liebsten als pflichtlektüre einführen würde:

„demophobie – muss man die direkte demokratie fürchten?“

von getrude lübbe-wolff, die bis 2014 12 jahre richterin am bundesverfassungsgericht war.

ich habe das schon zur hälfte gelesen – mit spitzem bleistift – und bin sehr beeindruckt von der sachlichen gelassenheit, mit der justitia alle landläufigen befürchtungen im hinblick auf direkte demokratie fundiert in wohlgefallen auflöst.

ich habs geahnt

und gespannt auf meine lieblingsbeschäftigung am ende des arbeitstages gewartet.

auf dem kleinen finger meiner rechten hand hab ich ein grünes gummihütchen mit noppen. um viertel vor sechs kippen wir unsere urne aus und ich mach aus dem wilden haufen kreuzweise gestapelte zehnerpäckchen.

und siehe da:

wir haben einen neuen rekord geschafft – die zahl verrat ich nicht – weil qualität nicht meßbar ist. die band ist mit etwas viel größerem intrinsisch verschmolzen. in frei improvisierter arbeitsteiligkeit. wow – besser gehts nicht.

kein wunder – die ultimative weiße männer band war am start – und dann ist noch unverhofft wie ein blitz enoch aufgetaucht – er ist johannes busenfreund seit der schulzeit und mein japanischer bruder. er hat sich einen tag urlaub genommen und ist am donnerstag nach der arbeit in berlin losgefahren – natürlich mit dem allergünstigsten ticket.

wir hatten also noch die nacht für die volle analoge bandbreite. das ergab einen lebendig oszillierenden austausch ohne spielchen und überflüssige worte – was bei enoch & mir nicht so einfach ist. stichwort: epistemologische askese. an den bildern oben hat johannes den größten schöpferischen anteil – wir kommunizieren auf einer ganz eigenen wellenlänge und erzeugen symbiotische bilder:

letzten sonntag sind heiß erwartet elias & johannes zu mir gestoßen – und raphael als blutiger anfänger. er hat uns alle mit seiner zaghaften beharrlichkeit verblüfft: aus dem stand hatte er die besten ergebnisse – bei schauderhaftem wetter.

und wie sehr ich mich auf elias gefreut habe, brauche ich ja nicht nochmal erwähnen.

die unisono improvisierende anarchistische weiße-männer-band mit dem heiligen groove. danke an alle, daß ich sowas erleben darf.

übrigens schenke ich dir diesen beitrag zum abschied.

weiter mit den lottozahlen

vorgestern: 3.111

gestern: 3.331

heute: 3.444

bei total beschissenem wetter & industriellem tourismus & karl-may-festspielen …

johannes hat die eltern einer freundin getroffen und diese nacht kommt enoch für einen schnellen sammeltag.

lustige zahlen

letzte nacht wollte ich eigentlich auch über den aktuellen stand berichten, denn wir haben in wedel einen schlechtwetterrekord aufgestellt: in drei tagen haben wir 494 unterschriften gesammelt – gestern allein satte 220 – das ergab vorgestern – wie berichtet – 3.111 – und gestern dann 3.331!

das heute morgen in bad segeberg mal schnell zwischendurch …

duett

das ist nochmal ein duett mit johannes: ich war zu klein, das motiv anzupeilen …

ich bin so erleichtert, meine spinnereien wieder frei laufen lassen zu können – mit der betonung auf lassen. ich bin ein alter mann auf hochtouren und muß mich regelmäßig entleeren …

mit den vermaledeiten digitalen komplikationen bin ich rettungslos aus der kronologie gefallen und habe alle kreative energie in meine bilder umgeleitet, die noch niemand gesehen hat …

ich habe gerade lieber ein trautes filosofisches gespräch mit johannes genossen und dafür mein schreiben unterbrochen. es ist viertel nach zwei und ich sage mit einem weiteren duett:

gute nacht zusammen !

und weils so schön ist …

hier – allen lükken zutrotz – der neueste stand: am ersten august haben wir beim bisher schlimmsten regenwetter lokker die dreitausender-hürde überflogen: 3.111 !!! 3