luftlinienverkehr

enoch hält mich aus tokyo mit den schönsten dateien auf dem laufenden – in voller bandbreite. mit seinem eleganten schlenker über wo lang hat er nebenbei ein triadisches ballett mit yunus in gang gesetzt – durchaus nützlich für das eurhythmie praktikum am omnibus.




ein schneller blumengruߟ aus der westlichen hemisfäre. die marktfrau hat mir erzählt, daߟ diese blumen, die ich oft spontan auswähle, inkalilien heiߟen.




lieber enoch – ich bin dir unendlich dankbar, daߟ du mich japan durch deine augen sehen läߟt …




dieses haiku ist ein meisterwerk – japanischer gehts nicht.


ein neuer stern

in diesem hoch unter dem dach eines konsumtempels hängenden cinestar kino habe ich mir letzte woche genüߟlich „blade runner 2049“ zum zweiten mal angeschaut und mich noch mehr als auf den ersten blick in die weibliche hauptdarstellerin verliebt.




ana celia de armas casa alias ana de armas, eine kubanische schauspielerin, die über einen umweg über spanien jetzt nach hollywood vorgedrungen ist.

 der film ist – auch von ihr abgesehen – ein kompositorischer lekkerbissen,




und das in diesem kino – in dreideh.


stadt der moderne

das ist DAStietz von hinten – in der mittagspause babe ich mir das angesehen …




in dem lichtdurchfluteten atrium steht ein millionen jahre alter versteinerter wald. das atrium ist öffentlich zugänglich – es hat nischen & bänke – die unterschiedlichsten menschen scheinen sich dort gern aufzuhalten. und ich bin gleich wieder in meiner steinzeit:



verglichen mit der „moderne“ drauߟen tobt hier triumphierend das leben  – eine insel der zeitlosen vergegenwärtigung.


DAS tietz



modisch zusammen geschrieben und als marke eingetragen & geschützt. ein „kulturkaufhaus“ = eines der ersten groߟen warenhäuser überhaupt, in dem die frauen der proletarier ihre unstillbaren sehnsüchte zu stillen versuchten, die karl marx womöglich nicht in seine überlegungen mit einbezogen hatte.




heute mit einem modernen anbau versehen. in dem einsemble sind ein museum, die stadtbibliothek, ein versteinerter wald, gastronomie und ein paar läden untergebracht.




der ursprüngliche bau ist gigantisch – eine inbrünstige kathedrale der neuen religion – und der bauherr hat seiner muse ein denkmal gesetzt.




als konsumhöllenforscher kann ich hier architektonische zeitreisen unternehmen bis in die zukunft …




weil sich hier zwangsläufig auch der militärisch-industrielle komplex gebildet hat, ist die stadt 1945 durch mehrere tausend tonnen bomben zu achtzig prozent zerstört und anschlieߟend von den russen ausgeplündert worden.

die vitalität der aufbauleistungen nach den brüchen & katastrophen kann ich nur bewundern und auch heute ist eine groߟe stadtplanerische geschäftigkeit zu spüren. „stadt der moderne“ nennen sie sich und werden weltkulturhauptstadt.  die  oberbürgermeisterin ist eine frau.




ich komme mir schon vor wie in düsseldorf – das heiߟt aber auch: nachts ist hier alles tot und der konsum wird fundamentalistisch.



kontrapunkt

gestern abend in chemnitz bot sich mir dieser anblick und im laufe des tages wurde mir klar, daߟ diese stadt die wiege der industrialisierung in deutschland ist. hier entstanden die ersten fabriken und die zahl der einwohnerinnen wuchs sprunghaft an. in der gründerzeit stand die stadt in stolzer blüte – alles riesengroߟ und wuchtig.




jedenfalls ist der omnibus ganz winzig in dieser groߟen stadt, über die ich unbedingt mehr erfahren will, zum beispiel, wie sich das leben hier angefühlt hat, als die stadt karl marx stadt hieߟ …



traumwetter

das wetter war traumhaft schön – wir konnten erleichtert wärme tanken, besonders am zweiten tag, als wir uns auf anraten von yunus der sonne zugewandt haben – ganz weit hinten auf einem riesigen platz:




wieder so eine schöne alte stadt – durch die bergakademie schon immer mit einem weltläufigen unterton.  ich habe ihre schatzkammer entdeckt und konnte gleich eine wunde heilen: mir wurde in tangermünde von einem quengeligen althippie mein weiߟer lieblingsstein gestohlen, als ich meine aufmerksamkeit einem anderen menschen zuwandte. der war geformt wie eine computermaus.




ich habe einen wilden analogen artgenossen gefunden und konnte den auch gleich gut gebrauchen, denn kontrapunktisch zu der idylle ist hier die afd die stärkste partei und zwischendurch kamen triumfierende saxen und riefen in ihrer unnachahmlichen mundart „wir haben gewonnen“ & „denen haben wir’s gezeigt“. ganz gruselig stumpfsinnig.




so rum standen wir am ersten tag – es war wenig los und die touristinnen trauten sich nicht aus ihren grüppchen. ich bin dann von einem redakteur der „freien presse“ (so heiߟt die wirklich) unter der rubrik „was machen sie denn hier?“ interviewt worden. der hat sich unseren einleitungssatz „wir setzen uns als bürgerinitiative dafür ein, daߟ die volksabstimmung auf der bundesebene gesetzlich geregelt wird.“ wortwörtlich notiert und uns mit seinem artikel den ganzen auftritt hier gerettet, obwohl unser quantitatives ergebnis noch sehr zu wünschen übrig lieߟ.




abgesehen davon – und das fällt mir schwer – wurden mir elementare bedürfnisse erfüllt. die wärme. die stille. die schönheit. und eine quelle der inspiration für meine steinernen teppiche.




ich taufe die jetzt mal versuchsweise als „reziproke lithografien“ und wuchte sie durch den äther …

gute nacht!


spontanes glück

ganz unverhofft bin ich dann im siebten steinhimmel gelandet: im schloߟ gibt es eine der gröߟten mineraliensammlungen der welt.




ich habe gleich einen botschafter der pink republic angetroffen, die meine chinesische freundin catty wong ausgerufen hat:




ganz liebe grüߟe aus dem omnibus !!!




raum & zeit verloren ihre bedeutung und welten elementarer lebendigkeit & poetischer schönheit taten sich auf …











ich war so beseelt & inspiriert, daߟ ich gleich noch ein paar völlig andere bilder gemalt habe:




nacht zusammen!


am stausee

auf unserem platz haben wir alles auflösen können, was sich angestaut hatte: die jungs haben alle ablagen & regale abgeräumt & aufgewischt & neu eingeräumt, die flächen gereinigt, staub gesaugt & den boden gewischt mit milliarden unsichtbaren helferinnen.

wir haben zusammen eine gasflasche gewexelt und eine neue gekauft, unseren trinkwassertank aufgefüllt und uns selbst gründlich gereinigt – yunus ist sogar mal kurz in den see eingetaucht.

ich habe administrative pflichten erledigt (quartalsbuchhaltung & dergleichen) und mich danach viel besser gefühlt und selbstvergessen an meinen steinbildern gearbeitet:




das sind die steinkacheln auf der öffentlichen toilette – da wuselt das leben in einer anderen zeit & die menschen verschrotten ihre kostbaren ausscheidungen ….




am sonntag mittag sind wir bei schönstem sonnenschein (yunus mit freiem oberkörper) in die silberstadt freiberg gefahren, wo seit fast tausend jahren bergbau betrieben wird.