zwischendurch

die lektüre ihrer bücher hat mir die welt der mikroorganismen nahegebracht – und ich habe sie bei der bio garten messe im schloߟ türnich vor zwei jahren auch persönlich kennengelernt – in der letzten oya ist ein ausführliches gespräch mit ihr abgedruckt, das auch grundlegendes zum thema viren enthält:

hier klikken: das ist die langfassung des sehr informativen gesprächs …

überhaupt kann ich die letzte oya nur wärmstens empfehlen: das thema des hefts ist UTOPIE.

auch fabian scheidler kommt zu wort … und viele interessante veranstaltungen werden angekündigt.

bocholt

definitiv keine groߟstadt – brüllend heiߟes wetter – wobei wir den gröߟten teil des tages im schatten stehen. die innenstadt ist ziemlich lebendig und hat überall verteilt piazzi mit gastronomie & markt & live musik. hier steht der massenkonsum in einem krassen kontrast zum milieu, das entspannter & liebenswürdiger ist.

wir können unsere architekturstudien weiter verfolgen und unser zusammenspiel vertiefen. ich fühle mich im alltag ganz zuhause und bin glücklich mit meiner arbeit.

drei tage münster

ideal zum runterkommen & einpegeln. vom temperament her sind das meine antipoden – langsam & behäbig & reich & satt & erzkatholisch – die ganze innenstadt ist dem industriellen tourismus & massenkonsum geopfert. jan macht gerade seinen bachelor in architektur & raumplanung – und wir studieren entsetzt die brutal in die innenstadt geschlagenen schneisen „modernen“ massenkonsums, winzige konsumenten wimmeln – mit abstand & masken – und malträtieren ihre unschuldigen hände mit desinfektionsmitteln – das dümmste, was mensch tun kann.

obwohl solche bilder entstanden, will ich hier so bald nicht mehr hin …

dann schon lieber nach:

drive slow baby

seit die kinder weg sind, hat es einen rapiden tempowexel gegeben – ich bin mit jan allein und habe von druck auf sog umgeschaltet – ich gehe mit offenem herzen im alltag auf und bade in beobachtungen & analogen vollkontakten. das paradies für einen spinner. ich gebe mein bestes und wie durch zauberei tauchen geschwister auf, die mir besonders am herzen liegen.

jan ist so ein jüngerer bruder, den ich alle paar jahre mal kurz in fleisch & blut erleben kann. er ist das gegenteil eines schwätzers. wir kommunieren in kindlicher offenheit und können auch gut miteinander schweigen. schon bald fliegt er wieder weg. wir haben viele gemeinsame interessen und horchen uns wunderfitzig aus. ohne je darüber reden zu müssen, verzeihen wir uns unsere schrullen & eigenheiten und bemerken, daߟ sie unsere gemeinsame schatztruhe füllen. die zeit dehnt sich angenehm aus und wir sind zufrieden zugange in einem lässigen bossa nova groove.

und meine liebste schwester kommt vielleicht vorbeigezischt wie eine frische brise. sie mag jan genauso sehr wie ich. und schwupps: wird der omnibus zum coworking space mit vielen schönen synergie-effekten.

es ist spät – träumt was schönes …

boygroup

die zeit mit keno (10) & friedmut (12) war eine helle freude. kontrapunktische brüder, die sich zu etwas gröߟerem ergänzen und den kleinstmöglichen superorganismus bilden, den ich wunderfitzig studieren konnte – mit all den frischen eindrücken, die ich während unseres paradiesischen wochenendes von ihrem zuhause gewinnen konnte …

sie sind schon die früchte von „handlungspädagogik“ – lustig & blitzgescheit – sie haben zum beispiel ganz allein herausgefunden, wie mit seltsam gebogenen spiegelverkehrten metallbügeln die mittleren türen arretiert werden können – daran rätselt die durchschnittliche praktikantin so lange vergeblich herum, bis wir es vorführen.

als unverhoffter joker ist jan tietz als ablösung für christopher am sonntag schon zu uns gestoߟen … die beiden haben dann die jungs ganz rührend bemuttert und ich kam mir vor wie ein anthropologe auf freiem feld.

als belohnung habe ich abends alle zum essen ausgeführt – dabei ging es lebhaft & kurzweilig zu, obwohl wir ganz lange auf unser essen warten muߟten. wir haben viel gelacht und später noch zusammen die stadt erkundet und dabei den ballengang mit nackten füߟen geübt, den ich von meinem groߟen bruder gandalf gelernt habe.

während ich hier auf der rückbank schrieb, haben christopher & jan die beiden ins bett gebracht – einschlieߟlich füߟe waschen & zähne putzen.

und bevor der wecker klingelte, saߟen sie schon erwartungsvoll in der „küche“. das nenne ich wunderfitzig & intrinsisch motiviert – da können sich alle „erwachsenen“ mal eine dicke scheibe von abschneiden. in meiner band sind sie jederzeit einzeln & zusammen herzlich willkommen. ich staune über die analoge bandbreite unserer kommunion.

danke, jungs: ihr habt mein herz erfrischt. machts gut & kommt bald wieder!

erfüllung

hier werden meine träume in taten umgesetzt und ich fühle mich wie auf schneeweiߟen wolken gebettet.

ich erfreue mich an jedem augenblick und kann ganz viel für meine arbeit lernen – an so einem ort würde ich gern zu kompost werden. ein ruhig pulsierender superorganismus, der alles einbezieht und beharrlich um heilung bemüht ist. biologisch dynamisch im besten sinn. wenn ich herumstreife, sehe ich überall die „15 fundamental properties“ aus „the nature of order“ am werke …

liebe & vertrauen sind überall zu spüren. ohne übergang waren wir gleich mitten drin und alle türen waren offen.

mit keno & friedmut haben wir uns so angefreundet, daߟ wir sie mit auf die reise genommen haben – sie schlafen jetzt eine nacht im omnibus, arbeiten einen tag mit und werden morgen abend von ihrer oma abgeholt – es ist uns ein vergnügen!

wenn ich das nächste mal da bin, wollen mir die jungs fahrstunden auf dem trekker geben – oszillierender rollentausch.

erlösung

zu guter letzt sind wir im siebten bäuerinnenhimmel gelandet und ganz warm & lebendig in einem bolo-artigen hoforganismus aufgenommen worden, in dem wir uns umstandslos willkommen fühlten und ausgiebig bewundern konnten – die aggressiven bauern der letzten wochen konnten wir erleichtert vergessen und die zukunft der landwirtschaft vorauslieben.

das ist julia, die bäuerin, mit keno, einem ihrer vier söhne. christopher hat auf diesem hof ein praktikum gemacht und es hat mich gefreut, ihn in trautem zusammenspiel mit den kindern zu erleben. von ihm fühle ich mich immer mütterlich umsorgt. dieses mal sind wir bei der arbeit über uns hinaus gewaxen und vom leben reich beschenkt worden.

ich konnte mich begeistert fallen lassen und alle kanäle öffnen. ich konnte sehen, was ivan illich mit „konvivial“ meinte und mit der „entschulung“ eines gemeinwesens. dieser hof ist ein heiliger ort – arbeit & kunst gehen analog ineinander auf. ich fühle mich ganz zuhause und habe tausend fragen.

es ist schon spät und ich will ins bett – deshalb hier nur noch ein frisches morfo.

aus & vorbei

in majestätischer kulisse haben wir zu zweit als eingespieltes trio unseren politischen horrortrip ganz ungerührt & reinen gewissens ausklingen lassen.

mein kurzes fazit: je schlechter die bauern sich benommen haben, desto mehr unterschriften haben wir gesammelt – viel mehr worte mag ich nicht verlieren. ich bin hoffnungslos aus der zeit gefallen, denn die beiden letzten wochen rasten dahin wie ein action movie – ich kann das nicht aufzählen.

ich habe viel gelernt und mich vom unfrieden nicht anstecken lassen. die mehr als menschliche welt ist immer übervoll mit den schönsten überraschungen und die vergangenheit ist endgültig vorbei. inzwischen sind wir nämlich in einer traumhaften oase festlich aufgenommen und mit allem reichlich versorgt worden.